Erfrischung in Stäbchen: Schokolade mit saurer Füllung

Cupcakes mit Erfrischungsstäbchen drauf
Selbstgemachte Cupcakes mit Erfrischungsstäbchen -Dekoration

Erfrischungsstäbchen… eigentlich ein recht kurioses Wort für eine Süßigkeit. Ist das Erfrischende, dass die mit Schokolade überzogenen Zuckerhüllen mit Zitronen- und Orangenwasser gefüllt sind? Die Geschichte der Erfrischungsstäbchen ist eng mit der Schokoladenfabrik Sprengel in Hannover verknüpft, denn dort wurden sie in den 1930er Jahren erfunden und hergestellt. Die technische Besonderheit dieser Süßigkeit ist, dass man eine längliche Zuckerkruste herstellen konnte, die mit Flüssigkeit befüllbar war, aber trotzdem stabil blieb.

Meist enthalten gefüllte Pralinen mit der knusprigen Zuckerkruste statt eines „erfrischenden“ Fruchtaromas Alkohol, so auch Weinbrandbohnen oder „Edle Tropfen“ von Trumpf/Krüger. Heutzutage können Pralinen mit flüssiger Füllung auch ohne Zuckerkruste hergestellt werden, die manche als störend empfinden. Bekannte Massenware ist etwa „Mon Cherié“ von Ferrero oder Vanporten-Eierlikör-Pralinen, hergestellt von Reber.

Aus großen Marken wie Sprengel, Sarotti oder Waldbaur wurden Platzhalter

Leider existiert weder die Fabrik noch das traditionsreiche Unternehmen Sprengel (gegründet 1851) in dieser Form heute noch. Bekannte Produkte von Sprengel waren die Gold-Schokolade (ähnlich der „Ritter Sport“), die „Echte Sprengel“-Tafelschokolade, die Herz-Kirschen-Pralinen (ähnlich „Mon Cherie“), die SIEBENSTÜCK und zuletzt „tiamo“-Pralinen.

Nostalgische Bilder von alten Sprengel-Verpackungen finden sich aber zum Beispiel auf dieser Seite des Schokoladen-Blogs schoko-kult.de

Doch die Marke „Sprengel“ taucht hin und wieder auf Verpackungen auf, denn sie gehört inzwischen – wie auch die traditionsreiche Berliner Schokomarke „Sarotti“ – zur Stollwerck-Gruppe. (Und dieses Unternehmen gehört wiederum zum belgischen Süßwarenhersteller Baronie.)

Aldi nutzt „Sprengel“ als Pseudo-Herstellermarke

Süßigkeiten unter dem Label „Sprengel“ sind vor allem bei Aldi zu finden, die offenbar eine Lizenzvereinbarung zur Nutzung des „Sprengel“-Logos mit dem Markeninhaber getroffen haben. Verwirrend: Auf einer Sprengel-Schachtel mit „Confiserie-Trüffel“ von Aldi steht als Hersteller „Waldbaur Feine Schokoladen GmbH, Norderstedt“.

Auch die Schokoladen-Marke „Waldbaur“, von 1848 bis 1977 einer der wichtigsten deutschen Schokoladenhersteller mit Sitz in Stuttgart und berühmt für sein Katzenzungen-Motiv, gehört inzwischen zum Stollwerck-/Baronie-Konglomerat und da werden altehrwürdige Marken und GmbHs offenbar hin- und hergeschoben, wie es gerade passt.

Die ehemalige Sprengel-Marke „tiamo“ wird jetzt u. a. bei Kaufland unter dem Label Sarotti angeboten. Auch die Herz-Kirschen, die bei Aldi unter Sprengel laufen, finden sich bei Kaufland als Sarotti-Marke wieder. Schade, wie wenig hier echte Markenpflege betrieben wird…

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