Kräuter-Cocktails im „Herr Lindemann“ am Richardplatz

Herr Lindemann besaß Ende des 19. Jahrhunderts eine Heilkräutermanufaktur an der pfälzischen Weinstraße und eröffnete in den 1920er Jahren eine Dependance in Berlin. Lindemann Junior indes bemühte sich darum, Produkte mit berauschenden Kräuterauszügen auf den Markt zu bringen, was jedoch zur polizeilichen Schließung des Lokals führte. So oder so ähnlich erzählt Gastronom Peter Edinger, 35, die Geschichte seiner Bar Herr Lindemann, die kürzlich am Richardplatz 16 im gut erhaltenen Altberliner Kiez Rixdorf eröffnet hat. Sein von den Lindemanns inspiriertes Konzept lautet „Cocktails auf Heilkräuterbasis“.

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Was steckt hinter Bubble Gum-Aroma? Naschkater recherchiert…

Schmecken will gelernt sein! Vor allem in der Kindheit wird der Geschmackssinn geprägt. Was uns gefällt oder missfällt ist abhängig von individuellen Vorlieben, aber auch vom kulturellen Umfeld. Interessant finde ich, wie sich dieser Geschmackssinn im Laufe der Zeit – kulturell und technologisch bedingt – verändert, internationalisiert und mit Begriffen, Farben und Konsistenzen verbindet. Besonders sichtbar wird es bei zeitgenössischen Bündeln aus Aroma, Farbe und sensorischen Eigenschaften, für die ein eigener Name gefunden wurde.

Zum Beispiel hätte vor 20 oder 30 Jahren niemand gewusst, was er sich unter den Geschmacksrichtungen Energydrink oder Schlumpf vorstellen sollte. Zu letzterem könnte heute jedes Kind sofort die passenden Adjektive liefern. Ein nicht mehr taufrisches, aber immer noch sehr beliebtes und zeitgemäßes Aromenbouquet ist übrigens „Cola„, das sich im wesentlichen zusammensetzt aus Limette, Vanille und würzigen Subnoten wie Zimt. Ältere „Geschmacksmuster„, etwa aus den Wirtschaftswunderjahren, sind inzwischen weitgehend aus dem allgemeinen Sprachgebrauch verschwunden, so zum Beispiel „Mokka“ (das in den USA mit leicht abweichender Bedeutung weiter existiert) oder „Tuttifrutti„, das uns einst als Eiskremesorte aus Italien erreichte.

Eine Geschmacksrichtung fasziniert mich allerdings ganz besonders: Bubble Gum…

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Interview: Wofür brauchen Gastro-Gründer einen Businessplan, Herr Wagner?

Billy Wagner Nobelhart+Schmutzig
Billy Wagner, Chef vom Nobelhart & Schmutzig, Berlin

Am Rande des Gastro-Gründertags von Orderbird, am 16. Oktober in Berlin, gelang mir ein Interview mit dem Macher des  VIP-Restaurants Nobelhart & Schmutzig, Billy Wagner, zu den Herausforderungen einer Gründung in der Gastronomie.

Herr Wagner, haben Sie in Ihren Businessplan noch einmal reingeschaut, nachdem er fertig war? 
Billy Wagner: Seit ich meinen Businessplan fertig geschrieben habe, musste ich da nicht mehr reingucken – ich weiß ja, was ich geschrieben habe. Aber es ist gut, ein Konzept zu schreiben, in dem man alles einmal strukturiert durchdacht und festgehalten hat. Auch um den anderen Leuten, mit denen man zusammenarbeitet, zu zeigen, was in meinem Kopf so vorgeht und was ich da eigentlich genau vorhabe.

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Auch die Peanuts von Charles M. Schulz haben Werbung für Süßes gemacht

Kürzlich habe ich gemeinsam mit einem Freund Kalifornien, Oregon und Washington State bereist und dabei meine Candy-Vorräte wieder gehörig aufgefüllt. Nebenbei haben wir viele nette Menschen, viel Natur (u. a. Reedwoods) und auch Kultur kennengelernt. Unter letzteres fasse ich das Charles M. Schulz-Museum in Santa Rosa. Dort hat uns ein ausgesucht freundlicher Guide durch die Ausstellungen geführt und mit viel Begeisterung alles erklärt. Für mich war natürlich von besonderem Interesse, was das berühmte „LizenzproduktPeanuts – und allen voran natürlich Hündchen „Snoopy“ – früher schon im Bereich Lebensmittel vermarktet haben. Heute findet man vor allem dank des 2015 veröffentlichten Peanut-3D-Films hier und da ein paar Peanuts-Figürchen, u.a. auf Bahlsen-Keksen, PEZ-Spendern und einem Adventskalender.

Aber so richtig rund läuft das Geschäft mit den Peanuts-Lizenzen nicht mehr – die Comic Strips sind doch etwas in die Jahre und auch die Zeichentrickserie wird kaum noch irgendwo gezeigt. Es ist möglich, dass die Peanuts in einigen Jahren dem jüngeren Publikum – insbesondere außerhalb seinem kulturellen Ursprungsort USA – gar nicht mehr geläufig sind. Das wäre schade…

Aktuelle Lizenzfiguren, zu denen ich eigene Beiträge verfasst habe, sind etwa die Minions, Star Wars und die Schlümpfe.

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Nach all dem Süßkram: Jetzt mal ein paar lustige Wurst- und Fleischwaren

Sunka Kruti Scheibenwurst Schlümpfe
Und noch was ganz anderes: Scheibenwurst „Sunka“ mit Schlumpf-Motiv (gefunden bei Albert Heijn in Tschechien).

Naschkater.com ist und bleibt ein Süßigkeiten-Blog mit Schwerpunkt auf Marketing und – okay – mit salzigen Snacks. Aber in den letzten Jahren sind mir immer wieder kuriose oder kindische oder abstruse Wurstwaren aufgefallen, die ich jetzt auch mal gebündelt in einem Beitrag vorzeigen will. Vielleicht schmunzelt der ein oder andere so wie ich es tat. Für Ergänzungen bin ich wie immer offen bzw. freue mich über eure Zulieferungen. Gern direkt an oliver@naschkater.com.

Bacon als Popkultur-Ikone bleibt ein eigener Beitrag (und zwar hier), ebenso die Lippenpflegestifte mit diversen salzigen Geschmacksrichtungen. Auch zu den Snack-Kategorie Popcorn und meiner Spezialleidenschaft Pringles gibt es bekanntlich eigene Beiträge.

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Boom bei Adventskalendern: Immer größer und bunter – das sind die besten!

Die einen klagen über die zunehmende Kommerzialisierung des Weihnachtsfests, die anderen freuen sich einfach, dass nun auch das Segment der Adventskalender Beachtung erfährt und die angeboten Varianten deutlich aufgewertet werden. Die Lebensmittelindustrie bringt inzwischen neben den klassischen, flachen und mit meist 80 Gramm Schokolade gefüllten Kalendern immer größere, das heißt vor allem auch schwerere und aufwändiger gestaltete Kalender auf den Markt, hinter dessen 24 Türchen sich Schokolade, aber auch viele andere leckere Sachen finden wie etwa Marzipan, GummibärchenChipsCerealienSäfte, Tee und sogar Bier! An dieser Stelle muss ich mich allerdings auf die Süßigkeiten und salzige Snacks beschränken und kümmere mich nicht weiter um Kalender mit Getränken; ebenso bleiben Adventskalender mit Spielzeug, Pflege- und Beautyprodukten und diesem ganzen Schnickschnack außen vor.

Positiver Nebeneffekt der Entwicklung zu schwereren Kalendern ist, dass immer mehr Herstellern gesonderte Kalender für einzelne Marken und Untermarken produzieren: So findet sich dieses Jahr unter den Adventskalendern welche von M&M, Milka, Jelly Belly, Haribo, After Eight, Smarties, Hello von Lindt und natürlich KINDER von Ferrero mit vielen verschiedenen Motiven und Formen. Der Nachteil ist, dass aufgrund der gestiegenen Größe und aufwändigen Gestaltung die Kalender natürlich auch teurer werden! Ich habe mir deshalb die Mühe gemacht, Preise und Grammturen der Kalender in Relation zu setzen und den besten Deal heraus zu finden…

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Stäbchen-Schokolade mit Milchcremefüllung: Nicht nur für KINDER

Milka Milkini
Noch ein verbliebener Marken-Wettbewerber im wenig umkämpften Riegelschokoladenmarkt: Milka Milkini

Früher gab es die köstlichsten Schokoladen-Stäbchen mit Milchcremefüllung bei Aldi – ein No Name-Produkt, an dessen Geschmack ich mich noch gut erinnern kann: jedes Stäbchen in goldenes Glanzpapier eingefaltet, so süß und weich! Mittlerweile ist unter den großen Schokoladenmarken nur noch die KINDER-Schokolade von Ferrero übrig geblieben – und deren Riegel sind deutlich fester als jene Schokoriegel aus meiner Kindheitserinnerung.

Stäbchen-Schokolade gibt es heute nur noch selten und wenn dann meist von Billigherstellern mit Lizenz- oder Trendmotiven wie Star Wars, Sandmännchen, Barbie oder Einhörnern in allen Facetten. Im Ausland scheint die sauber zu portionierende Schokolade in Stäbchen weiter verbreitet zu sein als bei uns. Das zeigen die Beispiele aus Spanien, Russland und Israel in der nachfolgenden Galerie.

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Zum Reformationstag: Der süßer Martin Luther

Luther Schokolade Zotter Mandel und Rosen

Am 31. Oktober gedenken die evangelischen Christen der Reformation ihrer Kirche durch Martin Luther. Normalerweise tun sie das offiziell nur in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, 2017 jedoch – angesichts des 500-Jahre-Jubiläums – ist ausnahmsweise in ganz Deutschland Feiertag (und Montag, der 30.10. damit ein idealer Brückentag!). Dadurch haben wir genug Zeit, uns mal Gedanken über Martin Luther und die Reformation zu machen… Also vor genau 500 Jahren, am 31. Oktober 1517, soll Luther 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg genagelt haben (Naja, zumindest verfasst und übermittelt haben, der physische Thesenanschlag ist nicht belegbar). Die Thesen waren auf Lateinisch verfasst und richteten sich im Wesentlichen gegen den Ablasshandel der Kirche, also das Erlassen von Sündenstrafen gegen Geldzahlungen. In der Folge führte das zur Spaltung der christlichen Kirche im deutschsprachigen Raum in einen römisch-katholischen und einen evangelischen-lutherischen Teil (sowie ein paar weitere Splittergruppen).

Was lässt sich noch schönes über Luther anmerken? Er begrüßte die blutige Niederschlagung der Bauernaufstände, war enthusiastischer Antisemit, forderte die Ermordung von „Hexen“ und „Wechselbälgern“ (Behinderten), da in diese der Teufel gefahren sei. Jetzt aber flugs zum eigentlichen, weit angenehmeren Gegenstand meines Blogs: Süßigkeiten! Und tatsächlich: rund um den aktuellen Reformationstag gibt es eine Reihe von Luther-Süßigkeiten! Ich habe alles, was ich über Luther-Süßigkeiten finden respektive kosten konnte, in der nachfolgenden Galerie aufgeführt. „Zum Reformationstag: Der süßer Martin Luther“ weiterlesen

Keine Hexerei: Es gibt originellere Lebkuchenhäuser

Lambertz Spukschloss Lebkuchenhaus
Keine Backmischung sondern einen Bausatz für ein ungewöhnliches Lebkuchenhaus präsentiert Hubert Vogel, Konditor und Produktentwickler bei Lambertz, hier auf der ISM in Köln: eine gelungene Weiterentwicklung des Hexenhauses zum Spukschloss aus Lebkuchen. Schön gestaltet und mit echten Haribo-Dekofiguren zum Einsetzen.

Eine typische vorweihnachtliche Beschäftigung, an die ich mich sehr gern erinnere, ist das gemeinsame Basteln eines süßen Hexenhauses mit meiner Mutter. Sie hatte immer mehr Geduld und Fingerspitzengefühl als ich, aber das Öffnen des Kartons mit allen benötigten Zutaten, das Zusammensetzen und Verkleben der Lebkuchenblöcke, das anschließende Dekorieren und Verzieren mit Zuckerguss und natürlich später das Abbrechen und Verknuspern des (inzwischen steinharten) Lebkuchens ist eine wunderbare Kindheitserinnerung. Das beste daran war wahrscheinlich einfach das intensive Zusammensein, das Teamwork und gemeinsame Erschaffen eines nützlichen und schönen Gegenstands. Dass uns das Hexenhaus-Baukastenset dabei geholfen hat, habe ich gar nicht weiter wahrgenommen. Hexenhäuser sind hoffentlich immer noch (ich muss mal beim Süßwarenverband nachfragen, ob die eine Statistik haben, füge ich dann hier ein) beliebt in Deutschland. Aber sie kommen nicht mehr ganz so schlicht und eindimensional daher! Denn mittlerweile gibt es sie auch in tollen Varianten etwa als Spukschloss oder mit unter Kindern populären Figuren als „Testimonials“. Ich hoffe, in den nächsten Jahren gibt es hier (wie bei Adventskalendern) noch mehr kreative Ideen und Weiterentwicklungen!

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Kuchenteig zum Naschen? Den gibt es jetzt immer öfter!

Es mag schon zehn Jahre her sein, dass ich erstmals die Sorte „Keksteig“ (englisch: Cookie Dough) als Eiskreme von Ben & Jerry’s wahrgenommen habe, später bemerkte ich noch „half baked„, ebenfalls von Ben & Jerry’s. Aber inzwischen setzt sich diese Gechmacksrichtung mehr und mehr auch bei anderen Süßigkeiten durch: So gibt es schon ein KitKat Chunky mit Cookie Dough (noch mehr Sorten und Infos zur Rezeptveränderung bei KitKat gibt es hier), Poptarts, aromatisierte Erdnussbutter und ebensolcher löslicher Kaffee, Sirup für den Kaffee und eine ganze Reihe von Cookie Dough Bites („Keksteigbissen“) mit Editionen wie Fudge Brownie und Geburtstagskuchen. Oft kommt Cookie Dough zusammen mit Chocolate Chip – das scheint im angelsächsischen Raum ein geläufiges Geschmacksversprechen zu sein. Besonders viele Produkte dieser Art habe ich bei Proteinriegeln festgestellt. Sportler mögen es offenbar gern teigig mit Schokostückchen…

Am allerbesten haben es jedoch Berliner: In unserer Hauptstadt gibt es sogar ein Café, in dem ausschließlich ungebackener Keksteig zum Löffeln serviert wird: „Spooning“ in der Kollwitzstraße 56 in Prenzlauer Berg. Da dieser spezielle Teig ohne Eier und Backpulver hergestellt wird, besteht nicht die Gefahr von Bauchschmerzen. Jedenfalls wenn man nicht zu viel davon ist – und das gilt für alle hier vorgestellten Produkte!

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