Crowdfunding finanziert Lebensraum für Kaffee-Liebhaber in Moabit

Was tut eine junge Gastronomin, die aufgrund einer unendlichen Baustelle vor Ihrem Lokal in finanzielle Bedrängnis gerät? Sie startet eine Crowdfunding-Kampagne im Social Web! Antje Menz, Jahrgang 1987, hat schon in Ihrer Abiturzeitung als Berufswunsch „Cafébesitzerin“ angegeben und sich nach einer Ausbildung im Hilton, Stationen im Ausland und im China Club des Adlon sowie einer Barista-Ausbildung in der Berliner Kaffeerösterei diesen Traum mit ihrem Lokal „Natürlicher Lebensraum“ erfüllt, das inzwischen vor allem unter seinem Rufnamen „Café Antje“ bekannt ist.

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Berlin für Naschkatzen: Die besten Orte süßer Verführung

Bildschirmfoto 2016-06-10 um 16.49.59Berlin erlebt einen regelrechten „candy storm„: Es gibt immer mehr Süßigkeiten-Geschäfte für Naschspezialitäten, Lakritz-Shops und Schoko-Cafés! Dazu kommen Flagshipstores und Werksverkaufsläden der hiesigen Süßigkeitenhersteller. Die besten habe ich in diese Karte eingetragen, die bei der Suche nach Sweet-Highlights in der Hauptstadt helfen kann. Auch im benachbarten Potsdam gibt es empfehlenswerte Ziele. Falls ein potentiell lohnender Ort fehlt, sendet mir einen Hinweis, dann nehme ich ihn auf.

Berühmte Nachbarn: In der Zossener Straße war Christopher Isherwood zu Gast

Unweit meiner Wohnung, in der Zossener Straße 7, steht ein graues, verfallenes Gebäude, in dem Christopher Isherwood – der Autor von „Good-bye, Berlin“ (das später unter dem Titel „Cabaret“ mit Liza Minelli in der Hauptrolle verfilmt wurde) – einige Male Gast war. Hier befand sich in den 1920er Jahren eine schwule Absteige mit dem Namen „Cosy Corner“. Der Journalist Axel Schock schreibt am 10. Februar 2005 in der Berliner Zeitung: „Seine Stammkneipe wird das „Cosy Corner“ in der Zossener Straße 7. Ein kleiner Laden, Hochparterre, alles andere als elegant. Hier braucht man keinen Smoking und auch keine gut gefüllte Geldbörse, um Einlass zu bekommen und Spaß zu haben. Und zudem trifft sich hier, was Isherwood wesentlich erotischer fand: bodenständige Arbeiterjungs. Wo man sich seinerzeit klassenübergreifend beim Bier näher kam, ist heute eine Zahnarztpraxis untergebracht.“ Der ganze Artikel findet sich hier. Isherwood selbst beschreibt den Laden in seiner Autobiografie „Christopher und die Seinen“ so:  „Der einzige Wandschmuck bestand aus ein paar Boxer- und Radrennfahrerfotos über der Bar, und geheizt wurde mit einem altmodischen alten Ofen. Teils wegen der Hitze, teils weil sie wussten, dass es ihre Kundschaft erregte, zogen die Jungs ihre Pullover oder Lederjacken aus und saßen aufgeknöpft bis zum Bauchnabel und mit bis zu den Schultern hochgekrempelten Ärmeln herum. (…) Ihre Grundhaltung bestand in einem fast gleichgültigen ‚Nimm mich oder verschwinde‘, und obwohl sie hauptsächlich wegen des Geldes in die Bar kamen, konnten sie in diesem Lokal doch auch andere Jungen treffen, plaudern und Karten spielen.“

Berliner Mythen: Die Heimat der U-Bahnhof-Waagen

„Oftmals sich wiegen und danach leben, wird dir lange Gesundheit geben“ steht auf dem Metallschild am Automaten und täglich kommen viele hundert Berliner dieser Aufforderung nach und lassen sich von Peter Schulz wiegen. Das geht ganz fix zwischen zwei U-Bahnen, denn Schulz 55 automatische Waagen stehen auf U-Bahnhöfen. Manche der gusseisernen Stadtmöbel sind schon 80 Jahre im Einsatz. Sie wurden in der Weimarer Republik von der Neuköllner Maschinenfabrik Sielaff hergestellt. Noch heute produziert Sielaff Automaten für Getränke, Zigaretten und Pfandflaschen, allerdings mit Hauptsitz in München.

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Berliner Mythen: Die Heimat der Ökopioniere

Noch studiert Hannes Niemer Economics an der Berliner FU, obwohl er Kapitalismus nicht für „so eine super Sache“ hält. Wenn er damit fertig ist, wünscht er sich ein Einfamilienhaus im Grünen, mit Frau und Kindern. Und einen Job mit geregelten Arbeitszeiten, „einfach weil ich sonst morgens nicht hochkomme“, gesteht Hannes. Dabei haben seine Eltern ihn immer vor so einem Leben gewarnt. Mutter Sigrid und Papa Juppi mussten vor 27 Jahren erst das alte UFA-Gelände in Tempelhof besetzen, um aus ihrem bürgerlichen Leben ausbrechen zu können.

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Berliner Mythen: Die Heimat der Stasi-Spione

Es ist der 15. Januar 1990, ein diesiger Wintertag. Rostock, Suhl, Gera – fast überall in der DDR werden die Bezirksverwaltungen des Ministeriums für Staatssicherheit von Bürgerrechtlern kontrolliert – nur nicht in Berlin. Deshalb hat sich das Neue Forum vorgenommen, heute das Hauptquartier der Stasi an der Normannenstraße zu besetzen und Flugblätter verteilt. Auch Hannelore Köhler hat eins in die Hände bekommen und fährt direkt nach der Arbeit zum U-Bahnhof Magdalenenstraße in Lichtenberg. Mehrere tausend Menschen haben sich schon vor dem großen Metalltor versammelt, hinter dem werktags 40.000 Spitzel daran arbeiten, DDR-Bürger auszuspähen und zu gängeln.

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Berliner Mythen: Die Heimat der promisken Schwulen

Die beiden Männer könnten verschiedener nicht sein: der ältere von beiden im Anzug, mit Krawatte und Aktentasche, der jüngere in Jeans und aufgeknöpftem Hemd. Es ist kurz nach Büroschluss, als sich die beiden auf der öffentlichen Toilette am Großen Stern begegnen. Sie sprechen kein Wort, ein paar verstohlene Blicke am Eingang, einige deutliche Gesten am Pissoir reichen zur Verständigung. Dann verschwinden sie zusammen in einer der Kabinen.

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