Lieferjunge für eisgekühlte Organe: Thomas Vorbach jettet für einen guten Zweck durch die Welt

vorbach1Rostock/Berlin – Bei den Johannitern gilt es manchmal, recht exotische Aufgaben zu übernehmen. Zum Beispiel im Hubschrauber als Rettungsassistent mitfliegen oder als Evaluator für Hilfseinsätze durch Krisengebiete stromern. Oder mit einem unscheinbaren Köfferchen durch die Welt jetten. Das macht Thomas Vorbach, 31, für die Rostocker Johanniter und die machen das im Auftrag der Uniklinik. In seinem Koffer frieren menschliche Organe auf crushed ice einem neuen Körper entgegen.
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Johanniter gehen auf Tauchstation – JUH jetzt mit Froschmännern

Die erste Tauchergruppe der Johanniter-Unfall-Hilfe trainiert im holsteinischen Eutin. Zum neuen Einsatzgebiet kam man eher zufällig: Das Technische Hilfswerk löste seine Gruppe auf und unter den Eutiner JUHlern fanden sich Hobbyschnorchler und sogar ein Tauchmediziner. Also übernahm Regionalvorstand Siegfried Noel vom THW die Ausrüstung samt Tauchmobil und jetzt warten Feuerwehr und Polizei schon sehnlichst auf die Unterwasserunterstützung der christlichen Hilfsorganisation. „Johanniter gehen auf Tauchstation – JUH jetzt mit Froschmännern“ weiterlesen

Sexueller Missbrauch in der Jugendgruppe: Interview mit Expertin Gisela Braun

Gisela Braun, 48, ist Diplompädagogin und Fachreferentin für die Prävention von sexuellem Missbrauch der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie hat mehrere Bücher zu dem Thema veröffentlicht, u. a. Elternratgeber und Kinderbücher wie „Das große und das kleine Nein“ oder „Ich sag’ nein“.

Oliver Numrich: Sexueller Missbrauch ist ein heißes Eisen. Fällt nicht vielen der Zugang zu dem Thema schwer?
Mittlerweile nicht mehr so sehr, denn es hat sich herumgesprochen, dass es verantwortlichen Kinderschutz bedeutet, wenn man sexuellen Missbrauch thematisiert. Es ist einfach so: Überall wo Kinder leben gibt es auch sexuellen Missbrauch. Jedes dritte bis vierte Mädchen ist davon betroffen und jeder neunte bis zwölfte Junge. Rein statistisch sind also in allen Kindergruppen Betroffene zu finden, egal ob in Kindergarten, Grundschule oder Verein. untitled-tutenkopfe-001_kleinuntitled-tutenkopfe-003_kleinuntitled-tutenkopfe-006_klein
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Rettung zu Land und im Wasser: Johanniter-Schwimmgruppe

Die Kinder und Jugendlichen, die sich bei den Johannitern im thüringischen Altenburg treffen, lernen Erste Hilfe, machen Ausflüge und einmal die Woche gibt es sogar einen Tanzkurs. Aber als die neue Erzieherin Nicole Taubert vor anderthalb Jahren gefragt hat, was sie denn sonst noch gerne machen möchten, da hatten die meisten gleich eine Antwort parat: Rettungsschwimmen. Kein Problem für Nicole, die ist nämlich früher als Kind selbst gern geschwommen, „ich war eine richtige Wasserratte“, sagt sie von sich.

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Tanz über die Planche: Johanniter, Mediziner und Fechter

Er macht Schluss mit dem Klischee vom dicken, vollbärtigen Rettungsbären: Stephan Baum ist Rettungsassistent bei den Johannitern, Medizinstudent und einer der besten Fechter Deutschlands. Gewichtsprobleme kennt der 26-Jährige nicht, schließlich absolviert er täglich zehn Kilometer Waldlauf und trainiert bis zu sechs Mal in der Woche, damit er im Sommer nach Peking reisen darf.

Stephan Baum in Fechtmontur
Stephan Baum in Fechtmontur

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Begehrte Teigwunden-Trägerin: Rettungsoma als Opfer

Oma Charlotte hat schon viel durchgemacht: Sämtliche ihrer Gliedmaßen waren gebrochen, sie litt unter Krebs, Blutungen, Unterzuckerung, zog sich Schuss- und Stichwunden zu und hatte unzählige Schlaganfälle sowie knapp 150 Herzinfarkte, von denen etwa 30 tödlich verliefen. Charlotte Ewert ist heute 84 Jahre alt und kein medizinisches Wunder, sondern Patientendarstellerin der Johanniter-Unfall-Hilfe in Braunschweig.

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Schleichwerbung im Groschenroman: 5.000 Hefte liegen in Krankenwagen aus

In Regensburg hatten die Wohlfahrtsorganisationen Johanniter und Malteser Gelegenheit, sich mit einer neuen Werbeform an die Zielgruppe Senioren zu wenden: mit redaktioneller Werbung in Groschenromanen. „Als erstes,“ sagte Prof. Gabriel, „werden wir sie in der Donauklinik wieder auf die Beine stellen.“ Er bemerkte, wie sich Frau Grubers Gesichtszüge allmählich entspannten. „Zweitens aber müssen sie mir versprechen, dass sie nach ihrer Entlassung eines dieser Hausnotrufgeräte in ihrer Wohnung aufstellen lassen“, fuhr er fort, „so ein Gerät können sie sich nämlich ohne großen Aufwand von der Johanniter-Unfall-Hilfe an ihre Telefonbuchse anschließen lassen…“ Im neu erschienenen Groschenheft „Lebe weiter, Sabinchen“ von Dr. Sigmund Wilkens kommen die Regensburger Johanniter nicht zufällig vor – sie haben sich in den Roman eingekauft. Der Verlag „Einzelstück“ geht damit neue Marketingwege. Er bot Regensburger Unternehmen und Einzelpersonen an, sich im Arztroman verewigen zu lassen. „Anfangs lag der Preis zwischen gut und böse: Für Nennung des Hausnotrufs und eine viertelseitige Anzeige wollte der Vermarkter 2.800 Euro haben“, sagt Regionalvorstand Ernst Provinsky, 47. Doch die Johanniter drückten den Preis, indem sie flankierende Werbemaßnahmen übernahmen: Am Erscheinungstag lieferten sie die Erstauflage mit dem Krankenwagen aus: Hunderte Hefte verteilten sie in der Innenstadt vor Galeria Kaufhof. Außerdem erhielten alle Menüservice-Kunden ein Heft mit dem Essen geliefert, wurden Kita-Eltern und Mitarbeiter der Groschenroman zugesteckt. Insgesamt haben die Johanniter so fast 5.000 Exemplare unter die Regensburger Bevölkerung gestreut. „Die Resonanz ist sehr gut“, sagt  Provinsky, „Presse und Fernsehen waren da, alle fanden das eine gute Idee.“ Gleich neben dem zitierten Text prangt dann eine Anzeige der Johanniter-Hausnotruf mit Bestelladresse. Tatsächlich hat sich eine schnelle Leserin mit einer behinderter Tochter und pflegebedürftiger Mutter schon gemeldet: Sie kannte Hausnotruf nicht und möchte ihn jetzt bei den Johannitern bestellen. Regensburger Intima erhielt der in der Toskana lebende Autor übrigens über einen öffentlich aufgestellten „Ratschkasten“, in den jeder Bürger Zettel mit Geschichtchen, Anekdoten, Klatsch und Tratsch einwerfen konnte. Oliver Numrich

Sechs Sachsen auf einen Streich: Gemeinsam vom Schul- zum Rettungssanitäter

In der Schule läuft das normalerweise so: Die Lehrer erklären, wie die Welt funktioniert, und die Schüler lernen das – oder auch nicht. Im Gymnasium von Marienberg im Erzgebirge war es kürzlich genau umgekehrt: Die Schüler zeigten dem Kollegium, wie Erste Hilfe geht. Seit drei Jahren wird der Sanitätsdienst am Marienberger Gymnasium von den Schülern sichergestellt und die haben kürzlich ihren ersten Ferientag geopfert, um die jährliche Pflichtfortbildung des Lehrkörpers in Erster Hilfe höchstpersönlich zu übernehmen.

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Hospizdienst: Mit 76 Jahren aktiv in der Sterbebegleitung

Hilde Villwock
Hilde Villwock

Nur anderthalb Jahre ist Hilde Villwock zur Schule gegangen, dann war Schluss – „Das reicht“, meinte ihr Vater, „ein Mädchen heiratet und wird Heimchen am Herd, wozu da Schulbildung!“ Jetzt, mit fast 76 Jahren, blüht die Hannoveranerin auf und holt alles nach, was sie früher nicht durfte oder konnte. Ihre Mitarbeit beim Besuchs- und Hospizdienst der Johanniter in Hannover-Leine hat einigen Anteil am späten Glück.
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Hilfe im Alltag: Erfindergeist im kurkölnischen Volmarstein

„Spielen wir was? Vielleicht Galgenmännchen?“ fragt Théophile, und wenn mein Kommunikationssystem schlagfertige Antworten nicht ausschlösse, würde ich ihm gern antworten, dass es mir schon reicht, den Gelähmten zu spielen“, beschreibt Jean-Dominique Bauby im Roman „Schmetterling und Taucherglocke“ seine missliche Lage. Bauby war durch einen Gehirnschlag für die letzten Monate seines Lebens fast vollständig gelähmt. Zwar sah, hörte und spürte er seine Umwelt, er war aber nicht in der Lage, sich ihr mitzuteilen. Allein mit dem Lid des linken Auges konnte Bauby mit der Welt außerhalb seines Körpers Kontakt halten. Deshalb schrieb er den Roman auch nicht, sondern „diktierte“ mühsam – alle 133 Seiten – mit dem Augenlid.

Taster mit Piktorgrammen
Taster mit Piktorgrammen
Der Roboter kann Fußballspielen
Der Roboter kann Fußballspielen

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