Doerrwerk: Obst retten durch doerren

Manche Ideen sind so genial, dass man sie immer wieder neu erfinden muss. Zum Beispiel die Haltbarmachung von frischem Obst durch Dörren. Eigentlich eine gut bekannte Kulturtechnik, doch bedarf das Entziehen von Wasser  vergleichsweise viel Energie und das Endprodukt schmeckt nicht jedem: Trockenobst ist in der Regel zäh und schrumpelig. Also machten sich die drei Freunde Zubin, Jonas und Philipp daran, die tradierten Dörrmethoden komplett zu umzustellen. Sie trocknen jetzt computergestützt und sparen damit so viel Energie ein, dass sie dafür sogar einen Umweltpreis gewonnen haben. Und was dabei rauskommt ist nicht zähl und klebrig, sondern knusprig wie Chips- und auch dafür hat das Team von Doerrwerk einen Preis gewonnen: Den Sweetie 2017, den Preis der Rundschau für den Lebensmit

telhandel für die innovativsten Süßwaren und Snacks, für ihr Fruchtpapier und die Tomatenchips ohne Fett. Doch Technologie ist nur die eine Seite der Medaille und da ich mich hier vor allem mit dem Marketing von Süßigkeiten beschäftige, spielt das die größte Rolle in dem kleinen Videointerview, das ich mit Jonas Bieber gemacht habe. Hier geht es zum Film auf YouTube. 

 

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Amerikanische Süßigkeiten mitten in Berlin: American Lifestyle

Endlich wieder neue US-Schoko-Riegel! Weil gestern mein Smart schlapp gemacht hat, als ich bei Doerrwerk in Tempelhof zu Besuch war, und ich zu Fuß nach Kreuzberg laufen musste, habe ich es endlich einmal geschafft, in diesem, ebenfalls in Tempelhof beheimateten „Kultladen“ vorbei zu schauen: American Lifestyle in der Attillastraße 177 in Tempelhof. Es ist tatsächlich eher ein Kiosk, was die reine Verkaufsfläche angeht, dafür aber von oben bis unten vollgestopft mit genau den Dingen, die ein Amerika-Fan einfach immer wieder haben muss: US-Süßigkeiten von Reeses, Life Savers, Little Becky Marshmallows, Crunch ’n Munch, Hostess Twinkles, Pringles, Hersheys, gekühlte und ungekühlte Getränke in typisch amerikanischen Geschmacksrichtungen wie A&W Root Beer, Vanilla, Cherry, Grape, Kraft Macaroni and Cheese-Fertigerichte, Senf, Ketchup, Sprühkäse, Dekorationsartikel, Aufkleber, Metallschilder, USA- und Kanada-Fahnen! Die Preise sind angemessen, es gibt einige Schnäppchen, aber auch manches, was erstmal teuer erscheint, in den USA, wo das Preisniveau höher ist, aber ganz normal ist. Dazu kommt der gegenüber dem Dollar schwache Euro – aber dafür hat man auch wirklich Original-US-Ware und keine europäischen oder deutschen Nachahmerprodukte. Dafür sorgt Inhaberin Brigitte Wittig, die selbst großer Amerika-Fan ist und penibel darauf achtet, wo die Produkte produziert werden. Schöner Laden, nette Bedienung mit Gratis-Fachsimpelei. Ich komme bald wieder! Hier geht’s zum Webshop von American Lifestyle.

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Dosenvielfalt bei Pringles in USA, Europa und Asien: von 40 bis 190 Gramm

Verschieden große Pringles-Dosen aus Amerika, Europa und Asien
Dosen verschiedener Größen aus allen drei Produktionsstandorten USA, Belgien und Malaysia

Pringles Chips gibt es in Dosen mit vielen verschiedenen Größen, wobei jede Größe auch noch unterschiedlich befüllt ist – Sondereditions haben in der Regel deutlich weniger Inhalt. Die Standarddosen in Deutschland wurden in den letzten Jahre nur etwas leichter: von 200 Gramm sind sie auf 190 Gramm geschmolzen. Das ist verkraftbar. Ich bin allerdings gespannt, ob bzw. wann auch die Dosengrößen für die Editionen in Deutschland angepasst werden – denn wenn die Entwicklung so weitergeht, sind die Editions-Dosen bald nur noch noch zu zwei Dritteln gefüllt. Augenfällig leer wirkten die Fan-Editionen mit den Logos deutscher Fußballclubs auf der Dose: Diese waren nur mit 165g Chips befüllt.

Hier eine vereinfachte Übersicht der verschiedenen Größen und ihrer Herkunft:

1. Produziert in USA für USA, Kanada und Israel

1.1. Standardgröße Superstack: 27 x 7,5cm, 181g, Standardsorten und einige Editionen z. B. Xtreme (181g)

1.3. Sondergröße Editionen: 24,5 x 7,5 cm, 169g  z. B. Christmas (169g), Multigrain (188g)

1.4. Sondergröße Tortilla Chips (Maismehl): 23 x 7,5cm, 182g (in EU 180g)

1.5. Sondergröße Loud (die Xtreme-Variante der Tortilla Chips): 20 x 7,5 cm, 154g

2. Produziert in Belgien für UK, Europa, Naher Osten außer Israel „Dosenvielfalt bei Pringles in USA, Europa und Asien: von 40 bis 190 Gramm“ weiterlesen

Bacon in Popkultur: Was alles nach Speck schmecken kann

Süße Masse, die nach Speck schmeckt und im Mund knistert (wir kennen das von „Magic Gum“, das sind die kleinen blauen Tütchen mit dem Außerirdischen darauf)

Speck bzw. Bacon hat in der amerikanischen Popkultur eine hohe Symbolkraft. Wahrscheinlich weil er zugleich für das extrem Verführerische wie extrem Verwerfliche steht, nämlich intensiven Geschmack dank reichlich Fett. Und das auch noch aus nichtkoscherem Schweinefleisch! Keine Frage, knusprig gebratene Speckstreifen sind bestens geeignet als Objekt ironischer Anspielungen. Etwa indem unschuldige Dinge des alltäglichen Lebens in Form von Speckstreifen dargestellt oder Lebensmittel, die normalerweise vollkommen ohne Fleisch auskommen, mit Speckgeschmack versetzt werden. Einige begeisterungsfähig absurde Beispiele für derartig baconisierte Produkte stelle ich in diesem Beitrag vor…

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Das sind die Gewinner des Sweetie Awards 2017 der Rundschau für den Lebensmittelhandel

Gruppenfoto von Gewinnern und Jury des Sweetie 2017 vor dem Schloss Eberstein. Foto: RUNDSCHAU/Brückner

An einem sonnigen Freitag Anfang April wurden sie auf Schloss Eberstein gefeiert: Die Gründer, Lebensmitteltechnologen, Produktdesigner, Marketingexperten und Geschäftsführer der kreativsten, überraschendsten und leckersten Süßigkeiten und Snacks des Jahres 2017! Immerhin wurden von der Expertenjury, der ich anzugehören die Ehre hatte, Produkte in 23 verschiedenen Kategorien ausgezeichnet. Entsprechend war das Event ein Stelldichein der deutschen Süßwaren-Avantegarde, darunter viele große Namen wie Katjes, Rübezahl oder Intersnack, aber auch Newcomer wie das Berliner Start-up Dörrwerk oder die Functional Food-Gründung Mind Cookies. Für mich als Candy-Marketing-Blogger war es natürlich ein erhebender Moment, als Laudator für Nougatspezialist Viba und Fruchtpapier-Produzenten Doerrwerk zu fungieren, und dann im Laufe des Tages auch noch viele superinteressante Insider-Gespräche zu aktuellen Debatten der Branche führen zu können.

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Neue Pringles aus Tschechien und den USA: Bacon and Loud!

Es gibt eine neue Pringles-Reihe! Sogar mit einer eigenen Dosen-Größe (breiter, aber niedriger): Pringles Loud! Mir in drei verschiedenen Mais-Varianten zugegangen, nämlich Spicy Queso, Fierry Chili, Salsa Fiesta. Schmecken alle drei hervorragend!

Also weder ist die Geschmacksrichtung originell, noch die Bezeichnung: Pringles Bacon Flavour. Auf der Packung ist nicht mal Speck abgebildet, sondern nur ein heiße Pfanne mit darüber schwebenden Chips. Seltsam trostlos. Da sind wir von Pringles eigentlich viel witzigeres gewöhnt, aber diese in Tschechien gekaufte Dose kommt aus Polen und dort besitzt man offenbar nicht so viel humorvoll wie in England oder Amerika. Schade, denn geschmacklich sind sie gar nicht mal schlecht: die intensiv würzige Fleischnote erinnert stark an den übersalzten Geschmack der gestreiften Schinkenchips aus Weizen, die es früher immer bei Aldi gab. Enthalten sind 165 Gramm.

Die Pringles mit Bacon (Speck)-Geschmack wurden laut Frischesiegel in Polen hergestellt, wurden von mir aber in Tschechien erworben.

Deutlich besser gefallen mir da die neuen Pringles LOUD Crisps aus Maismehl, die es in den USA in den leckeren Sorten Spicy Queso, Fierry Chili Lime und Salsa Fiesta gibt: Alle kräftig im Geschmack, leicht scharf und zusätzlich entweder käsig, feurig oder fruchtig. Jede Dose enthält 154 Gramm. Bei mir kamen die aufgrund des Luftversand (für 35 Dollar!) allerdings arg zerbröselt an. Naja, Chipskrümel schmecken ja auch gut.

Neuzugänge rund um Ostern: Popcorn, Pringles und Schokokarotten

Der junge Mann bot in Berlin Kostproben des neuen Popcorns „Wildcorn“ in folgenden Geschmacksrichtungen an: El Matador, Taxi Marrakech, Cannon Ball und Mid Summer. Immerhin eine ambitionierte Bezeichnung für den explodierten Mais…

Und mal wieder gibt es ein kleines Update der neusten Errungenschaften im Süßwaren- und Snackbereich, die mir zugetragen wurden (im wörtlichen wie im übertragenen Sinne). Der österliche Anteil ist vorhanden, wenngleich niedrig. Trotzdem sind wieder ein paar interessante neue Verführungen dabei!

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Neuheiten im Frühjahr 2017

Leider ohne Extraplatzierung zum Valentinstag: Die Schoko- und Erdbeer-Herzen aus Zwieback von Brandt: Wunderschön verpackt sind die!
Leider ohne Extraplatzierung zum Valentinstag: Die Schoko- und Erdbeer-Herzen aus Zwieback von Brandt: Wunderschön verpackt sind die!

Wieder eine wilde Mischung aus Neuzugängen in meinem Revier: Gefunden im Supermarkt, online gesehen und bestellt oder von Freunden und Kollegen als Geschenk erhalten. Es wurde so viel, dass es nirgendwo sonst hinpasste als in einen eigenen Beitrag: diesen hier! (more to come soon)

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Süßwaren-Innovationen – entdeckt auf der ISM

Mit dem Maskottchen von
Auf der ISM Cologne 2017

Diese tollen Produktinnovationen habe ich von der ISM Cologne 2017 mitgebracht. Meine ersten Eindrücke hatte ich bereits hier geschildert. Ich kann es kaum erwarten, sie in den Geschäften und Onlineshops wieder zu finden. Manches wird allerdings noch auf sich warten lassen, weil es sich um Prototypen handelt oder der Hersteller noch keinen Vertriebspartner für Deutschland gefunden hat… dafür wächst die Vorfreude! Was findet ihr spannend? Hat noch jemand was besonderes gefunden, das hier fehlt, dann tragt es in das unten stehende Formular ein!

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Brand Extension: Whiskey als Praline, Bier als Chips – immer mehr Lizenzprodukte auf fremden Terrain

Bildschirmfoto 2016-08-01 um 18.24.34Einige Marken verkaufen Lizenzrechte für die Herstellung von Lebensmittelprodukten außerhalb ihres üblichen Terrains an Spezialisten, die dann dort die Marke exklusiv nutzen dürfen, ohne selbst in Erscheinung zu treten. Bei dieser Markenerweiterung (Brand Extension oder Category Extension sagt der Fachmann) wird die bestehende Marke auf ein Produkt in einer neuen Produktkategorie übertragen. Je nach den Eigentumsverhältnissen an Marken kann dies intern (im eigenen Unternehmen) oder extern (durch Lizenzierungen fremder Marken) geschehen. Besonders häufig und vermutlich erfolgreich kommen solche Brand Extensions bei Alkohol und Kaffee vor, die durch das Branding aromatisch aufgepeppt werden. Ebenfalls naheliegend ist die Verwendung von Schokolade-Labeln für Backmischungen, aber auch hier vermute ich Lizenzhandel und dass die Schokoladen-Firmen die Backmischungen nicht selbst hergestellt haben (mehr über originelle Backmischungen gibt es hier).

Allerdings kann man selten mit Bestimmtheit sagen, ob der Hersteller auch der Inhaber der Marke ist oder eine Lizenz an einen Dritten verkauft hat. Eher wahrscheinlich ist das bei Molkereiprodukten wie Eis, Milchdrinks und Joghurts etwa von Oreo, M&M, Skittles, Bounty oder After Eight, die sich in den Kühlregalen finden. Den umgekehrten Weg ist das Brand „Magnum“ gegangen: Sie wurde als Eiscreme berühmt und wird inzwischen auch als Schokolade (mit fair gehandelten Zutaten!) angeboten. Die Kaffeevariationen von Jacobs sind Mischformen, weil sich hier zwei Unternehmen zusammen geschlossen haben (Jacobs Douwe Egbert mit 51% Besitzanteilen und Mondelez mit 49%), um ihr Kaffeegeschäft zu bündeln. Offensichtlich darf die gemeinsame Tochter die Schokomarken der Partner auf ihren Packungen vermarkten. Ob sie dafür eine Lizenzgebühr bezahlen oder verrechnen müssen, ist mir allerdings nicht bekannt. Wäre interessant zu wissen, ob es bei internationalen Großkonzernen wie Mondelez analog zum externen auch eine Abteilung für internes Licensing gibt… Und wann kommen endlich die Milka-Lippenpflegestifte?! Im folgenden zeige ich ein paar Beispiele für Brand Extensions im Food Bereich (es werden ständig mehr).

Ich unterscheide übrigens von der Brand Extension

  1. die Nutzung von Non-Food-Lizenzen wie zum Beispiel Comicfiguren, die auf einem Lebensmittel zusätzlich abgebildet sind;
  2. Line Extensions: Also neue Sorten oder Geschmacksrichtungen bereits eingeführter Produkte, siehe dazu der entsprechende Beitrag über „Marken-Spin-offs“ hier;
  3. Produkte, auf denen zwei Marken abgebildet sind (davon mindestens eine aus dem Lebensmittelbereich). Letzteres nenne ich Marken-Crossover und stelle es in einem separaten Beitrag vor: „Crossover: Zwei Food Brands in einem Produkt“.

Der allerneuste Trend: Food Brands werden für Lippenpflegestifte verwendet. Weil das so viel war, habe ich dazu einen eigenen Beitrag verfasst.  „Brand Extension: Whiskey als Praline, Bier als Chips – immer mehr Lizenzprodukte auf fremden Terrain“ weiterlesen