Süßigkeiten als Reisemitbringsel: Das süße Souvenir

Alionka Pralinen Schachtel Mädchen Rotes Tuch
Eine wunderschön retroeske Verpackung, aber die enthaltenen Pralinen sind praktisch ungenießbar.

Wir Deutschen reisen ja so gern und viel und stets stellt sich aufs neue die Frage: Was bringen wir den Daheimgebliebenen mit? Zumal sie heutzutage ja nicht mehr mit Postkarten rechnen dürfen, sondern quasi in Echtzeit die Urlaubsentwicklung via Facebook, Instagram und Co verfolgen können (müssen). Ich kritisiere das gar nicht, ich bin ja selbst so. Umso besser, wenn man dann eine Überraschung mitgebracht hat, die nicht nur exotisches Lokalkolorit aufweist, gern gesprenkelt mit etwas Groteskem, aber zugleich bloß nicht irgendwo hingestellt und aufbewahrt werden muss – unsere Wohnungen sind schließlich allesamt bis zum Rand voll mit Tand und Tinnef. Das beste Souvenir ist deshalb etwas zum Verspeisen, kein Schinken oder Gemüse, sondern eine nette Nascherei mit gefälliger, repräsentativer Verpackung mit deutlichem Ortsbezug, die möglichst teuer aussieht und die selbstredend überteuert ist, weil die Händler im Urlaubsland ja auch wissen, was wir vorhaben.

Der Beschenkte kann sich freuen, das Souvenir verspeisen, Dritten anbieten oder wegschmeißen, egal, denn er muss es nicht irgendwo lagern und beim Wiederbesuch des Schenkenden hervorkramen, um es gut sichtbar aufzustellen. Einem Candynerd wie mir übrigens kann man kein schöneres Geschenk machen als eine möglichst abstruse Süßigkeit aus einem möglichst abstrusen Land. Gut Schmecken muss es nicht, Hauptsache es ist aufregend verpackt!

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Candysierung schreitet voran: Immer mehr Drogerieartikel mit süßen Aromen!

Ich entferne mich heute deutlich von meinem Thema Süßigkeiten und wende mich ausnahmsweise den Drogerieartikeln zu. Aber ganz bewusst, denn überraschenderweise gibt es wenigstens zwei enge Verbindungen zwischen beiden: Erstens verwenden viele Duschgels, Raumdüfte und Deos süße Aromen und Geschmacksrichtungen wie Cookie, Erdbeere oder Vanille etc. Und zweitens finden sich auf vielen Hygiene-Artikeln wie Taschentüchern, Rasierern oder Flüssigseifen Lizenzfiguren für Kinder oder Kinofilmwerbung für Erwachsene. Und da ich bereits viel über Lizenzfiguren auf Süßwaren geschrieben habe (siehe Star Wars, Minions, Schlümpfe, Hello Kitty, Peanuts, Sandmännchen, Spongebob, Kinofilme), dachte ich mir, ich muss jetzt auch einmal dieses Thema bei den Hygieneartikeln abhandeln…

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Gibt es „faire“ Süßigkeiten? Und was unterscheidet sie von „unfairen“?

Die gute Schokolade ISM 2017 Naschkater
Promo-Twitter-Bild für faire Schokolade.

Beim Thema „Fairer Handel“ bin ich familiär vorbelastet, denn meine Frau Mama hat jahrelang im Eine Welt-Laden auf Langeoog ehrenamtlich Waren aus Entwicklungsländern verkauft (siehe Beitrag hier). Die Idee, dass Konsumenten für Produkte mehr bezahlen, um damit Herstellern in Ländern mit schlechter Infrastruktur zu helfen, finde ich grundsätzlich gut. Sie widerspricht nicht automatisch  marktwirtschaftlichen Grundprinzipien, denn man kann „fair gehandelt“* einfach als ein positives Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Produkten auffassen, für das Konsumenten bereit sind, mehr zu bezahlen, so wie bei Bio-, veganen oder laktosefreien Produkten.

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Impressionen von der Süßwarenmesse ISM 2018

Es gab wieder sehr viel zu entdecken auf der weltgrößten Süßwarenmesse. – ich muss alles neu entdeckte in den nächsten Tagen aufarbeiten und werde an dieser Stelle nach und nach alles berichten. Eine gute Nachricht voeweg: Treets kommt zurück!!! Piasten hat die Rechte von Mars übernommen und bringt zwei Varianten raus: ganze Erdnuss in Schokolade und Erdnussbutter in Schokolade. Ich habe sie schon probiert: Sie schmecken super! Auch die Verpackung ist schön retroesk geworden.

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Liköre: Wenn Alkohol mit Süßem vermischt wird

Casali Schoko-Bananen-Likör
Die Casali Schoko-Bananen gibt es – für Erwachsene – sogar als Likör!

Liköre sind grundsätzlich alle süßen Spirituosen zwischen 15 und 40% Vol., auch wenn manche Hersteller den Begriff Likör für ihre Produkte vermeiden, weil er ihnen zu altmodisch nach Damenkaffeekränzchen klingt oder einfach nicht zur Zielgruppe passt. Die bekannte Marke „Kleiner Feigling“ zum Beispiel bezeichnet sich selbst zum Beispiel einfach als Spirituose. Kleiner Feigling ist insofern interessant, weil sie ein junges, experimentierfreudiges Zielpublikum ansprechen und neben dem ursprünglichen Feigengeschmack auch viele überraschende, innovative Aromen anbieten, zum Beispiel Popcorn, Bubble Gum, Magic Mango, Luxus Lakritz, Kirsch-Banane und viele mehr anbieten, zum Teil in zeitlich befristeten Sondereditionen. Gerne beinhalten Liköre aber auch Sahne und dann gehen sie noch stärker in die Richtung „Naschen„, etwa die Reihe „Cremears“ von Berentzen und natürlich die Likör-Varianten der Süßwarenhersteller selbst wie etwa von Manner, Sarotti, Zentis oder Viba.

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Hofer (Aldi Austria) geht neue Wege mit Milka-Zweitplatzierung

Milka bei Hofer Display
Riesige Milka-Präsentation bei Hofer

Eigentlich stellen Discounter keine Mono-Brand-Präsentationen auf ihren Flächen für Aktionsangebote auf. Jedenfalls habe ich das noch nie gesehen. Nur in modernisierten ALDI-Filialen gibt es zumindest die ein oder andere Zweitplatzierung auf Hersteller-Displays oder auf einer blauen Kunststoffpalette, auf der Aldi ein aktuelles Sonderangebot außerhalb der Regalreihen präsentiert. Jetzt hat Hofer (ALDI in Österreich) etwas ganz besonderes gemacht: Eine exklusive Markenpräsentation nur für Milka-Produkte zum österreichischen Olympia-Team, die über die gesamte Breite einer Sonderfläche reicht! So etwas war bisher den großen Verbrauchermärkten vorbehalten, allein schon aus Platzgründen. Ich vermute, dass Hofer damit seine Strategie kommunizieren möchte, mehr Markenprodukte zu führen und nicht nur auf Eigenmarken festgelegt zu sein. Milka-Hersteller Mondelez seinerseits will sicher deutlich kommunizieren, dass sie offizieller Partner der österreichischen Olympia-Mannschaft sind und das dürften sie sich auch ein stolzes Sümmchen gekostet haben. Traditionell wirbt Milka aufmerksamkeitsstark im Skisport, z. B. auf Mützen von Skispringern.

Kelloggs Aufsteller Aldi Zerelaien
In einem modernisierten Aldi-markt habe ich auch einen Kellogg’s-Aufsteller in der Nähe der Frühstückslebensmittel gefunden. Früher gab es sowas nicht!

Immerhin war der Discounter Lidl in dieser Hinsicht gegenüber ALDI stärker. Eine besonders guter Preis wird übrigens nicht angeboten: Die 1oo-Gramm-Milka-Tafel kostet 0,99€, da kennen wir zumindest in Deutschland deutlich bessere Preise! 100-Gramm-Tafeln von Milka werden hier in Aktion regelmäßig bereits für 0,69 € angeboten.

Löslicher Kaffee: Oft zu süß, aber zu unrecht verrufen – Wintereditions von Nescafé

Warum sperren sich die Deutschen bloß gegen löslichen Kaffee? Nicht alle, aber doch die meisten schauen despektierlich auf ihn herab wie auf eine etwas peinliche Notlösung, die man höchstens im Flugzeug oder einem billigen Hotelzimmer tolerieren kann. Vielleicht weil er so praktisch ist, da man nur heißes Wasser darauf gießen muss, und dadurch der Zeremonie des Kaffeezubereitens beraubt wird? Oder weil er den Eindruck eines Fertigprodukts erweckt, da nichts mehr gemahlen, abgemessen und aufgegossen werden muss? Oder liegt es daran, dass uns irgendwann in den 80er Jahren überall diese löslichen Cappuccinos von Mike Krüger und Consorten aus kleinen Aufreißtütchen serviert wurden, denen nach dem Übergießen eine kleine chemische Schaumhaube wuchs, die man dann noch mit den beiliegenden Schokostreuseln verfeinern konnte? Cappuccino galt damals – wie heute nur noch bei kombinierten Kaffee-oder-Suppe-Münzautomaten auf Autofähren und bei Fortbildungsträgern – als Mischung aus Kaffee und Kakao…  ? Das war so jämmerlich süß und so weit weg von einem italienischen Espresso mit Milchschaum, dass der schlechte Ruf des löslichen Kaffees bei uns für Jahrzehnte tief ins kollektive Gedächtnis eingeätzt wurde.

Wie auch immer, Löskaffee hat in Deutschland einen schlechten Stand obwohl er geschmacklich kaum vom klassischen Filterkaffee zu unterschieden ist, ja, diesem gegenüber sogar bevorzugt wird, wie mir kürzlich ein Beitrag aus der nervig-dusseligen TV-Reihe ARD-Check vor Augen geführt hat. Dort wählten Passanten im Rahmen einer Blindverkostung unter verschiedenen fertigen Kaffees ihren Favoriten, ohne den Herstellungsprozess zu kennen, und entschieden sich am häufigsten für eben jenen Granulatkaffee…!

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