Von Fazer kommen finnische Süßigkeiten wie Fazermint, Marianne, Dumle und Kina

Karl Fazer Rouhea Keksi Milchschokolade mit Crunchy Keks
Karl Fazer Rouhea Keksi Milchschokolade mit Crunchy Keks

Das süße Imperium FAZER (ausgesprochen Fatzer) geht zurück auf Karl Fazer. Der kam 1866 in Helsinki zur Welt, als Sohn eines Schweizer Kürschners, der Jahrzehnte zuvor über Hamburg nach Finnland gelangt war. Nach der Lehre in Sankt Petersburg, Berlin und Paris eröffnete er 1891 an der Kluuvikatu ein französisch-russisches Café und Konditorei – der Startpunkt für alles, was später zur Marke Fazer wurde. Schon wenige Jahre danach begann die industrielle Süßwarenproduktion; 1922 kam die blaue Milchschokolade (mit frischer Milch statt Milchpulver), die bis heute das bekannteste Produkt ist.

Im Laufe der Jahrzehnte wuchs das Sortiment durch eigene Kreationen und Übernahmen: Pihlaja als ältestes noch laufendes Bonbon, Dumle und Tutti Frutti über die schwedische Mazetti, Marianne, Tyrkisk Peber und viele andere. Heute ist Fazer ein familiengeführter nordischer Lebensmittelkonzern, der Süßwaren, Backwaren und pflanzliche Produkte in mehreren Ländern herstellt und in über 40 Länder exportiert. 

Besondere Aromen bei Fazer: Eschenbeerenmarmelade und Glühwein

Fazer bietet nicht nur hochwertige finnische Schokoladenwaren an, sondern auch ungewöhnliche Geschmäcker, etwa Weiße Schokolade mit Himbeere und Lakritz, Glühweingewürz („Glögg“) oder Pihlaja. Pihlaja ist finnisch für Eberesche, auch „Fuchsbonbon“ oder Kettukarkki genannt und Fazers ältestes noch produziertes Süßwarenprodukt. Es geht auf 1895 zurück, als Karl Fazer im Café an der Kluuvikatu in Helsinki eine Marmelade aus Ebereschenbeeren herstellte – das Rezept soll er aus seiner Lehrzeit in Sankt Petersburg mitgebracht haben. Heute enthält die weiche, zuckerglasierte Fruchtmarmelade keine echten Beeren mehr, sondern Aromen; sie ist an der rot-gelben Verpackung mit dem stilisierten Fuchs erkennbar. In den Jaffa-Pihlaja-Keksen wird diese Marmeladenfüllung mit dem klassischen Jaffa-Boden und dunkler Schokolade kombiniert.

Vielfältige Co-Branding-Möglichkeiten bei Fazer

Die Basisprodukte Schokolade und Kekse eignen sich hervorragend, um Co-Branding mit den anderen Spezialitäten von Fazer durchzuführen. So gibt es zum Beispiel die Karl Fazer-Tafelschokoladen mit Dumle-Karamell, die Wallelkekse Fasupala mit Dumle oder die Jaffa-Kekse mit Tuttifrutti-Fruchtgummi- oder dem Jim-Riegel-Geschmack aus dunkler Schokolade mit einer fruchtig-schaumigen Füllung.

Karl Fazer – besondere Schokoladentafeln und Schokoprodukte 

Karl Fazer ist Fazers bekannteste Schokoladenlinie. Sie wird in Finnland einfach als „die Blaue“ bezeichnet (der Blauton ist sogar urheberrechtlich geschützt). Die klassische Vollmilchschokolade gibt es seit 1922 in der charakteristischen blauen Verpackung und wird nach wie vor mit frischer Milch statt Milchpulver hergestellt.

Unter dem Namen Karl Fazer laufen inzwischen aber weit mehr Produkte: neben der originalen Tafel auch cremigere und dunklere Varianten sowie Tafeln, Riegel und Pralinen mit Zutaten wie Nüssen, Beeren, Toffee oder Lakritz. Die Linie deckt damit das gesamte Spektrum von der einfachen Tafel bis zu gemischten Geschenkpackungen ab.

Dumle: Weichkaramell von Fazer

Dumle ist eine der bekanntesten Süßwarenmarken von Fazer und steht vor allem für weiche Toffees, die mit Schokolade überzogen sind. Die Wurzeln liegen in Schweden: 1945 brachte die Firma Mazetti in Malmö die ersten flachen Lutscher heraus, die 1960 den Namen Dumle erhielten. Nachdem Fazer Mazetti 1975 übernahm, wurde die Marke in den 1980er-Jahren mit der heute klassischen Variante – einem weichen Toffee im Schokoladenmantel – richtig groß.

Das Besondere ist genau diese Kombination aus zähem Toffee und glatter Schokolade, die in Skandinavien seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Naschtradition ist. Unter dem Label Dumle gibt es neben den Original-Toffees in Beuteln und Boxen auch Varianten mit anderen Geschmacksrichtungen (etwa Lakritz oder dunkle Schokolade), Riegel, Lutscher, Snacks mit Crispies sowie gelegentlich saisonale und gemischte Packungen.

Tutti Frutti von Fazer

Tutti Frutti ist eine fruchtige Süßwarenlinie von Fazer, deren Wurzeln in Schweden liegen. Die ersten harten Tutti-Frutti-Bonbons kamen 1921 bei der Firma Mazetti in Malmö auf den Markt; das charakteristische Fruchtaroma stammt von 1924. Fazer übernahm Mazetti 1975 und verlegte die Produktion später nach Lappeenranta.

Der große Durchbruch in der heutigen Form gelang 1989 mit den weichen Fruchtgummi-Mischungen in der Tüte – typischerweise mit Geschmäckern wie Tutti Frutti, Birne, Zitrone und Himbeere. Das Sortiment umfasst inzwischen zahlreiche Varianten von Original und Mix über Choco und Rings bis zu saisonalen oder sauren Ausführungen; viele sind gelatinefrei und mit natürlichen Farben und Aromen hergestellt. Die Marke gehört zu den beliebtesten Bonbonfamilien in Finnland und Schweden.

Eine echte Besonderheit, die ich vorher noch nirgendwo gesehen habe, sind die salzigen Fruchtgummis unter der Marke Tutti Frutti von Fazer. 

Jaffa Cake von Fazer

Der Kategoriebezeichnung Jaffa Cakes geht auf ein Gebäck zurück, das die britische Firma McVitie & Price 1927 auf den Markt brachte und nach den damals beliebten Jaffa-Orangen benannte. Das Produkt besteht aus einem weichen Biskuitboden, einer Schicht fruchtigem Gelee und einem Schokoladenüberzug; weil der Name nie als Marke geschützt wurde, hat er sich als Gattungsbezeichnung für diese Kombination durchgesetzt, wozu ich einen eigenen Artikel verfasst habe.

Fazers Jaffa-Produkte sind genau das: ein luftiger Biskuitboden mit einer Marmeladen- oder Gelee-Schicht und einem Überzug aus dunkler Schokolade. Unter dem Label gibt es vor allem die klassischen Varianten mit Orange sowie saisonale und andere Geschmacksrichtungen wie Ananas, Apfel-Zimt, Pihlaja oder Glögg. Die Kekse werden in Packungen von meist 300 g verkauft und zählen in Finnland zu den gängigen Begleitern zum Kaffee.

Jim von Fazer

Jim ist bei Fazer eine klassische kleine Schokoriegel-Marke. Der Riegel gibt es seit 1958 und besteht aus dunkler Schokolade (mindestens 47 % Kakao) mit einer fruchtigen, schaumigen Füllung. Das schlanke Format (meist 14 g) ist als kleiner Snack gedacht. Neben dem klassischen Riegel gibt es die Variante auch als Bites in Beuteln. Jim gehört zu den älteren Countline-Produkten von Fazer und taucht regelmäßig in Sortimentsboxen mit anderen finnischen Klassikern auf.

Fazer Jaffa Cake JIM 300G 2023
Fazer Jaffa Cake JIM 300G 2023

Suffeli Schoko-Bälle von Fazer

Suffeli ist ein finnischer Schokoladenklassiker von Fazer, der 1966 auf den Markt kam. Die Urversion ist ein Riegel aus knuspriger Waffel mit Karamellfüllung, umhüllt von Milchschokolade, von dem mir leider kein Foto vorliegt. Daneben gibt es die Suffeli-Puffi-Snacks: knusprige Mais- oder Reis-Puffs mit Schokoladenüberzug, die als „Schoko-Bälle“ in Tüten verkauft werden – teilweise auch in salzigen oder anderen Varianten. Die Linie ist vor allem in Finnland ein fester Bestandteil des Sortiments.

Tyrkisk Peber (Türkischer Pfeffer) von Fazer

Diese Lakritzbonbons von Fazer mit starkem Salmiak- und Pfeffer-Kick müssten eigentlich Turkinpippuri heißen, denn das heißt Türkisch Pfeffer auf Finnisch. Aber sie heißte auf dänisch „Tyrkisk Peber“, denn sie wurden 1976 vom dänischen Konditormeister Per Fjelsten entwickelt und ab 1977 von der Firma Perelly produziert. Fazer übernahm die Marke 1996 und verlegte die Herstellung nach Finnland.

Das klassische Original besteht aus einer harten, dunklen Lakritzschale, die ein intensives Salmiakpulver verbirgt; die Stärke wird oft mit einer Flammen-Skala gekennzeichnet. Neben dem Original gibt es mildere Varianten wie Hot & Sour sowie Lutscher und andere Formen. Die Marke ist vor allem in den nordischen Ländern verbreitet.

Der Zusatz „türkisch“ kommt aus der alten dänischen (und norwegischen) Bezeichnung für

Die Herkunft der Chili-Pflanze (Capsicum annuum) wurde in Dänemark und Norwegen die Türkei assoziiert und vor allem medizinisch verwendet. Als Per Fjelsten 1976 die scharfe Salmiak-Lakritz erfand, griff er diesen geläufigen Namen auf, weil die Bonbons durch den intensiven Salmiak-Kick ähnlich „pfeffrig“ und scharf wirken. Eine direkte Verbindung zur türkischen Küche oder zu echten türkischen Produkten gibt es nicht.

KINA von Fazer: Süßigkeiten aus Puffreis und Puffweizen

Kina ist bei Fazer eine Produktlinie mit knusprigen, schokoladenüberzogenen Puffs. Sie geht auf 1961 zurück und wurde ursprünglich von der schwedischen Firma Mazetti in Malmö als „Kinapuffar“ eingeführt; nach der Übernahme durch Fazer 1975 blieb sie im Sortiment.

Die klassischen Varianten sind Kina Gul (gelbe Verpackung) mit Weizen-Puffs und Kina Röd (rote Verpackung) mit Mais-Puffs, jeweils mit Milchschokoladenüberzug. Es gibt sie vor allem in Beuteln als Snacks, gelegentlich auch als Schokoladentafeln oder in Cerealien-Form. Der Name spielt auf das schwedische Wort für China an; die Marke ist vor allem in Schweden und Finnland verbreitet.

Fasu Pala von Fazer

Fasupala sind finnische Waffelkekse von Fazer, die 1997 eingeführt wurden. Die kleinen, mundgerechten Stücke bestehen aus knuspriger Waffel mit Toffee- und Vanillefüllung, umhüllt von Schokolade. Sie erinnern stark an den Suffeli-Riegel, sind aber als Kekse in Tüten verpackt.

Zwischendurch gehörten sie unter dem Namen Fanipala zu LU Suomi und Mondelez, bevor Fazer die Marke zurückkaufte und den ursprünglichen Namen wieder einführte. Das Sortiment umfasst neben dem Original auch Varianten mit Füllungen wie Dumle, Geisha, Pätkis oder Lakritz. 

Domino: Doppelkekse von Fazer

Domino sind finnische Doppelkekse von Fazer, die 1953 auf den Markt kamen – kurz nach den Olympischen Spielen in Helsinki. Sie bestehen aus zwei dunklen Kakaokeksen mit weicher Vanillecreme-Füllung dazwischen und ähneln damit stark den amerikanischen Oreo.

Zunächst wurden sie einzeln verkauft, die charakteristische rosa Verpackung folgte in den 1960er-Jahren. Die geprägten Muster auf den Keksen sollen auf finnische Volkskunst zurückgehen. Zwischen 1995 und 2016 gehörte die Marke zwischenzeitlich zu verschiedenen internationalen Eigentümern (unter anderem LU und Mondelez), bevor Fazer sie zurückkaufte. Domino gibt es inzwischen in verschiedenen Varianten wie Strawberry Ice Cream, Lime, Crunchy, Lemon Pie und Nougat oder als Cobranding mit den Fazer-Marken Dumle oder Marianne. 

Sonstige Süßigkeiten von Fazer

Fazermint war das allererste Produkt von Fazer, das ich überhaupt kannte und zwar von Butterfahrten nach Helgoland, wo sie im Duty-Free-Shop verkauft wurden. Fazermint kam Anfang der 1960er-Jahre auf den Markt: dunkle Schokolade mit weicher, fast flüssiger Minzcreme-Füllung aus echtem Pfefferminzöl, verpackt in der charakteristischen silbernen Schachtel. Sie erinnern an After Eight, sind aber deutlich cremiger und flüssiger.

Marianne entstand 1949 bei der finnischen Firma Chymos in Toijala. Es sind harte Pfefferminz-Bonbons mit Schokoladenkern, die in der rot-weiß gestreiften Verpackung stecken. Den Namen und das Design bekamen sie in den 1950er-Jahren; Fazer übernahm Chymos und damit Marianne 1993. Beide Produkte bleiben finnische Klassiker, die vor allem in den nordischen Ländern und auf Fähren verbreitet sind.

Fazer-Süßigkeiten mit Moomin-Motiv

Sonstige Süßigkeiten und Snacks aus Finnland

Wenn Sie einen Rechtschreibfehler gefunden haben, benachrichtigen Sie uns bitte, indem Sie den Text auswählen und dann Strg + Eingabetaste drücken.

Schreibe den ersten Kommentar

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.