Nachahmer: Wie Lidl, Aldi und Co hochwertige Süßwaren von Markenherstellern kopieren

Lidl WhatsUp Lindt Hello Schokoladen-Nachahmer
Das ist echt frech: Hier wird von Lidl 1 zu 1 die Hello-Schokolade von Lindt kopiert: "Whats up"-mit der ähnlichen Aufmachung und den ähnlichen Geschmacksrichtungen Strawberry Cheesecake, Crunchy Nougat und Salted Caramel.

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Zum Teil ist es amüsant, wie der Lebensmitteleinzelhandel versucht, mit seinen Preiseinstiegsmarken originale Markenprodukte zu imitieren, denn häufig geht das gründlich schief. Man erkennt das Original, aber die Nachahmung wirkt oft genug mies und schmeckt dann leider meistens auch so. Die Frage ist nur: Erkennen die Verbraucher die Scharade gar nicht oder ist sie ihnen egal? Zugegeben: Bei manchen Süßigkeiten sind Original und Fälschung nah beieinander. Und manchmal ist es ja sogar der Markenhersteller, der zugleich auch das „no name„-Produkt herstellt. Aber oftmals ebene auch nicht…

Hello Lindt! – What’s up, Jay Dee?

Mir sind die süßen Raubkopien der Supermärkte jetzt wieder in einem Lidl aufgefallen: Mit der Schokolade „Whats up“ von der Lidl-Eigenmarke für Schokoladenwaren „J. D. Gross„, die in Aufmachung und mit Geschmacksrichtungen wie Strawberry Cheesecake und Salted Caramel ziemlich offen die „Hello„-Schokolade von Lindt kopiert. Ein billiges Schoko-Plagiat! Denn hier kosten 100 Gramm nur 0,75 Euro, wohingegen der Kunde für 100 Gramm der Hello-Schokolade von Lindt um die 2,00 Euro berappen muss.

Gefüllte Nusspralinen: Edle und weniger edle Tropfen

Ein anderes Produkt, das sehr gern von Discountern nachgeahmt wird, sind die Edlen Tropfen von Trumpf. Bei ALDI gibt es das Me too-Produkt „Gute Geister“ – ebenfalls im achteckigen Karton, mit den gleichen Bränden und der nämlichen Pralinenform – von der Quasi-Eigenmarke „Sprengel„. Daneben gibt es bei Aldi auch saisonale Ergänzungen wie zum Beispiel „Edle Obstbrände“ von Elbflorenz. Die sind bei mir aber krachend durchgefallen, weil die Zuckerkruste so dick und dominant war.

Lidl stellt „Feine Brände“ der Delitzscher Schokoladenfabrik dagegen: Ebenfalls im achteckigen Karton und mit den identischen Schnapssorten: Zwetschke, Kirsche, Birne und Himbeere.

Knuspi tritt gegen Knoppers an

Die Waffelschnitte Knoppers von Storck ist mir persönlich zu brüchig und bröselig und deshalb stehe ich eher auf den deutlich zäheren Nussriegel aus dem gleichen Hause. Nichtsdestostro lieben viele Naschkatzen das Original-Knoppers und die Sondereditionen von Kokos bis Erdberee. Grund genug für Aldi Suisse und Hofer (Aldi Österreich) mit ihrer Eigenmarke „Finest Bakery“ die Waffel nachzubauen. Heraus kam: Knuspi Erdbeere!

Minze mit Erdbeere: Aldi kopiert Nestlé

Nestlé spielt mit Limited Edition der mit Pfefferminzcreme gefüllten Schokoladentäfelchen „After Eight„. Nach einer Variante mit Marzipan-Aroma brachte man 2018 After Eight mit Erdbeergeschmack heraus. Ich selbst fand sie vor allem klebrig süß. Dieses Jahr folgt nun Aldi Nord diesem Vorbild mit seiner Eigenmarke Scholetta und bringt „Mints Erdbeere“ für 1,79 Euro in seine Discounter-Regale. Nur it After Eight natürlich längst einen SChritt weiter und bringt dieses Jahr (2019) eine Sommeredition mit Mango und Ananas raus! Respekt, Nestlé!!!

Lidl’s Oreo-Nachahmung „Neo“ jetzt auch als Eiskrem!

Oreo-Kekse von Mondelez werden wohl weltweit am häufigsten nachgeahmt – auch in Deutschland hat fast jeder Discounter eine eigene Variante des Doppelkeks im Programm. Lidl geht noch einen SChritt weiter und imitiert mit seinem „Neo-„Keks nun auch die Eiskrem-Variante von Oreo.

Wenn Marken sich gegenseitig kopieren: Haribo-Edition von Katjes

Moment mal… Lakritz mit Fruchtgummi in Fledermausform? Leicht Brüchiges Fruchtgummi in Obstform? Fruchtgummi in Fantasieformen, teilweise mit Schaumzucker auf der Rückseite? Irgendwie kommt einem all das bekannt vor! Na klar, das sind die Erfolgsprodukt von Haribo: Vampire, Tropifrutti und Phantasia! Jetzt gibt es die Haribo-Edition von Katjes mit „Drakritze“ (Vampire), LosTropos (Tropifrutti) und Utopia (Phantasie) in dem großen 300-Gramm-Beutel!

Damit das nicht die Gesundheitsapostel auf den Plan ruft, schreibt man schnell „Family“ drauf, was darauf hinweisen soll, dass mehrere Personen diese Menge gemeinsam verzehren. Auch der Preis ist eine Kampfansage: Nur 0,99 Euro (gesehen bei EDEKA)! Das sind nur 0,33 Euro pro 100 Gramm, Haribos 200-Gramm-Tüten kosten meist 0,95 Euro, als rund 48 Cent pro 100 Gramm!  Dafür sehen die Katjes-Tüten aber auch irgendwie billig aus und wollen optisch gar nicht so richtig zu Katjes passen. Was steckt bloß hinter dieser Kopier-Aktion? Hat Katjes Probleme zu wachsen?!

Wenn Marken Marken kopieren, Teil 2

Oben habe ich Lindt noch als Opfer der Raubkopierer von Lidl bemitleidet, doch jetzt schwebt über Lindt selbst der Vorwurf der Imitation: Denn wer war eigentlich zuerst auf dem Markt mit seinem Fruchtgelee-Kugeln in Schokolade: Ferrero mit ValParaiso oder Lindt mit „Sensation Fruit„? Jedenfalls nach meiner Wahrnehmung war es Ferrero. Und selbst die waren nicht die allerersten, die mit dieser speziellen Kombination angefangen haben. Denn Haribo hat Schokogelee-Kugeln mit seinem österreichischen Ableger „Panuli“ schon seit Jahrzehnten im Programm! Nur hat man hier die fruchtige Herkunft der Kugeln nicht so aufwändig inszeniert.

Manch einer mag gerade bei Sorten mit Beeren geglaubt haben, hier handelte es sich um gefriergetrocknete, ganze Früchte, die anschließend schokoliert wurden. Aber weit gefehlt: Die wären viel zu ungleichmäßig und ihre Verarbeitung viel zu teuer für ein industriell hergestelltes Volumenprodukt.

Verbraucherschützer kritisieren übrigens, dass das Aroma bestimmende Obst auf der Verpackung stark in den Vordergrund tritt, obwohl es nun in einstelligen Prozentzahlen im Endprodukt enthalten ist. Hauptzutat für die Geleebällchen ist meist günstiges Apfelpürree – das sucht man auf der Verpackung allerdings vergebens…

Nussriegel scheinen beliebter zu sein, denn ALDI und Lidl ahmen sie nach

Nussvoll… Nussriegel… GeNuss… Genussriegel! Fehlt nur noch „Voll(Ge-)Nussriegel“ und dann hätten wir alle Wortspiele durch. Ich finde es sehr traurig, wie wenig kreativ die deutschen Hersteller sind, weil sie auch sprachlich immer nur Varianten des Existierenden auftischen. Dabei ist der Nussriegel ein supertolles Produkt! Meinen ersten Nussriegel von Corny habe ich im Flugzeug verspeist, denn den gab es als Proviant von der Lufthansa. (Ist schon ein paar Jahre her, als Lufthansa noch halbwegs pünktlich war). Es war ein Erweckungserlebnis!

Ich mochte früher schon den Mr. Tom-Erdnussriegel, aber irgendwie habe ich den aus den Augen verloren. Und die neuen Angebote bieten ja auch weitaus mehr Nussvielfalt und Aromen. Jedenfalls scheinen immer mehr Menschen auf Nussriegel zu stehen und so überrascht es nicht, dass bei ALDI und LIDL jetzt die Kopien der Schwartau-MarkeCorny nussvoll“ auftauchen.

Wenn Marken sich selbst billiger verkaufen: Lambertz gegen Lambertz

Hier sehen wir die „Bio Matcha Kekse“ in Blattform mit Schokoladenboden der ALDI-Eigenmarke GutBio für 1,79 Euro (8,50 € / KG) auf der einen Seite dann die baugleichen Bio Cookies Matcha von Lambertz. Okay, die originalen Matcha Cookies gibt es inzwischen nicht mehr einzeln zu kaufen, sondern nur noch als Gebäckmischung mit anderen Biokeks-Varianten für 3,49 Euro (= 11 €/KG), zum Beispiel hier. Trotzdem: Der Verbraucher erkennt sehr leicht die Verbindung der beiden Produkte. Warum sollte ein anderer Einzelhändler die Original-Kekse ins Sortiment nehmen, wenn er befürchten muss, dass ALDI das auffällige Produkt vom Hersteller billiger bekommt?!

Übrigens: Bei den obigen Beispielen handelt es sich um Nachahmer, die den Markenprodukten ähnliche Süßwaren verkaufen. Für waschechte Plagiate, die den Verbraucher bewusst täuschen, gibt es sogar einen (Negativ-)Preis, den Plagiarius.

Weitere Imitate folgen…!

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