Nachahmer-Produkte: Wie Aldi, Lidl und Co Süßwaren von Markenherstellern kopieren

Lidl WhatsUp Lindt Hello Schokoladen-Nachahmer
Das ist echt frech: Hier wird von Lidl 1 zu 1 die Hello-Schokolade von Lindt kopiert: "Whats up"-mit der ähnlichen Aufmachung und den ähnlichen Geschmacksrichtungen Strawberry Cheesecake, Crunchy Nougat und Salted Caramel.

Ist es amüsant, kreativ oder frech wie Aldi und Lidl Nachahmer-Produkte nutzen, um die Süßigkeiten von Markenherstellern zu imitieren? Nicht selten geht das gehörig schief und die Imitate im Preiseinstiegssegment schmecken ganz anders als das Original oder auch gar nicht.

Die Frage ist nur: Erkennen die Verbraucher die Scharade oder ist sie ihnen egal? Zugegeben: Bei manchen Süßigkeiten sind Original und Fälschung nah beieinander. Und manchmal ist es ja sogar der Markenhersteller, der zugleich auch das „no name„-Produkt herstellt. Aber oftmals ebene auch nicht…

Ein anderer Weg als Erfolgsprodukte zu kopieren, ist es, einfach die marken zu kaufen. Das geht natürlich am preisgünstigsten mit Marken, die ihre beste Zeit hinter sich haben, aber immer noch eine gewisse Bekanntheit und Geschichte mitbringen. Ein Beispiel dafür ist Sprengel-Schokolade. Eigentlich gehört die Marke Sprengel noch zu Alprose, einer Tochter von Baroni neben Stollwerck. Aber Aldi Nord mietet seit 2011 die Markenrechte für einige seiner Schokoladenprodukte wie die Erfrischungsstäbchen. Die werden allerdings von Ludwig-Schokolade hergestellt, die zur Krüger-Gruppe gehören.   hergestellt.

Hello Lindt! – What’s up, Jay Dee? Wie geht’s Moser-Roth…?

Mir sind die süßen Raubkopien der Supermärkte jetzt wieder in einem Lidl aufgefallen: Mit der Schokolade „Whats up“ von der Lidl-Eigenmarke für Schokoladenwaren „J. D. Gross„, die in Aufmachung und mit Geschmacksrichtungen wie Strawberry Cheesecake und Salted Caramel ziemlich offen die „Hello„-Schokolade von Lindt kopiert. Ein billiges Schoko-Plagiat! Denn hier kosten 100 Gramm nur 0,75 Euro, wohingegen der Kunde für 100 Gramm der Hello-Schokolade von Lindt um die 2,00 Euro berappen muss. Inzwischen hat auch Aldi mit seiner „Edel-Schokoladen-Eigenmarke“ Moser-Roth „Hello“ kopiert: gleich Form, güldene Schrift und fancy Sorten „Strawberry Cheesecake„, „Cookies& Cream“ und „Nougat ‚N‘ Crisps“. Auch irgendwie eine Kundenverarsche, bei einer Sorte das kaufmännische Und (&) zu verwenden und bei der anderen das ghettomäßige ‚N‘. Hauptsache es klingt irgendwie amerikanisch cool.

Hochwertige Bio-Fair-Schokolade bei Lidl erinnert an MyChoco und Tony’s Chocolonely

Bei Lidl findet sich aktuell die Kopie einer Kopie im Bereich der Schokoladentafeln. Am Anfang stand Tony Chocolonely aus Holland. Deren Tafeln sind zwischen 180 und 200 Gramm schwer und die Unterteilung in einzelne Stücke ist ganz ungleichmäßig. Verpackt ist die Tafel in raues Papier, das leicht comicmäßig und in auffälligen Farben gestaltet ist. Die Sorten sind auch fancy (z. B. Mandel mit Meersalz, Brezel mit Toffee, Weiße Schokolade Stracciatella, Zimtkeks usw.), aber vor allem brüstet ich die Schokolade mit der fairen Bio-Herkunft. Im Innenteil gibt Tony’s viele weitere Informationen zur Herkunft der Kakaobohnen, zu Nachhaltigkeit und Fairness.  Eine Tafel Tony’s kostet je nach Sorte und Händler deutlich über 3,00 Euro.

Bereits vor ein paar Jahren kam das deutsche Me too-Produkt mychoco auf den Markt und machte Tony’s in mehr oder weniger allen Eigenschaften genau nach. Nun muss man sagen: gerade bei fair gehandeltem Kakaobohnen ist das nachmachen ja absolut erwünscht! Aber auch sonst: die 180 bis 200-Gramm-Tafelgröße, die ungewöhnlichen Sorten (Popcorn), die Comic-Schrift, die ungleichmäßige Unterteilung, das raue Papier, das innen mit Fairtrade-Geschichten bedruckt ist (bei mychoco sogar mit farbigen Bildern).

Und jetzt kommt Lidl und macht unter seiner Eigenmarke für Schokoladenprodukte „FinCarré“ eine eigene Bio-Fair-Schokolade in XL, nämlich die „Way to go!“ Natürlich auch in fancy Aufmachung zumindest mit einer wirklich originellen Sorte neben Vollmilch und Zartbitter, und zwar „Pecan-Kokos“. („Salted Caramel“ ist nun wirklich nichts innovatives mehr). Der Preis: Nur 1,99€ für 180 Gramm und das ist natürlich eine echte Kampfansage für ein Fair-Produkt! Vermutung: Ist „Way to Go“ vielleicht aus der „Oh Wow!“-Schokolade entstanden, die WAWI auf der ISM 2020 vorgestellt hatte? Ähnlichkeiten wären ja zu genüge vorhanden…

Mal wieder zerstört ein Discounter Innovationen in der Süßware, indem er dieErfinder (okay, in diesem Fall die Kopisten der Erfinder) niederkonkurriert. Ist das fair? sicher nicht!

Gefüllte Nusspralinen: Edle und weniger edle Tropfen

Ein anderes Produkt, das sehr gern von Discountern nachgeahmt wird, sind die Edlen Tropfen von Trumpf. Bei ALDI gibt es das Me too-Produkt „Gute Geister“ – ebenfalls im achteckigen Karton, mit den gleichen Bränden und der nämlichen Pralinenform – von der Quasi-Eigenmarke „Sprengel„. Daneben gibt es bei Aldi auch saisonale Ergänzungen wie zum Beispiel „Edle Obstbrände“ von Elbflorenz. Die sind bei mir aber krachend durchgefallen, weil die Zuckerkruste so dick und dominant war.

Lidl stellt „Feine Brände“ der Delitzscher Schokoladenfabrik dagegen: Ebenfalls im achteckigen Karton und mit den identischen Schnapssorten: Zwetschke, Kirsche, Birne und Himbeere.

Cremys-Kekstöpfchen von DeBeukelaer oder Sondey Biskuits für die Hälfte

Mit den Cremys hat DeBeukelaer letzten Jahr schon eine echte, technologische Innovation geliefert. Hier ist die Schokokrem nicht mehr – wie bei Doppelkeksen üblich – zwischen zwei gleich großen Keksscheiben eingebettet, sondern steckt in einem kleinen Kekstöpfchen mit Keksdeckel. Der Genießer kann den Deckel abnehmen und die kleine Schale auslöffeln oder auslecken. Die Konsistenz der Schokokrem musste dieser neuen Verzehrsform angepasst und geschmeidiger werden.

Nun bietet Lidl ein ganz ähnliches Produkt unter seiner Eigenmarke Sondey an und nennt sie schlicht und unpräzise „Biskuits“ – für so ein originelles Gebäck eine ziemlich einfallslose Bezeichnung. Und zu allem Verdruss für DeBeukelaer kosten die Biskuits locker die Hälfte des Originals.

Reese’s Rounds und Imitat pb King kommen aus demselben Haus

Süßigkeiten mit Erdnussbutter sind (noch) recht selten in Deutschland. Dann gibt es mal etwas von Reese’s, nämlich die „Rounds„: Mit Erdnussbutter gefüllte Schokoladenkekse mit Schokoladenüberzug. Tja und dann steht direkt daneben schon ein Nachahmer in Gestalt von „pb King“ (für peanut butter König) mit so ziemlich exakt denselben, mit Erdnussbutter gefüllten, schokoladenüberzogenen Keksen. Einziger Unterschied beim Produkt: Bei pg King sind noch Erdnussstückchen eingearbeitet.

Auch optisch sehr ähnlich: knallorangene Verpackung, auf der zwei Kekse abgebildet sind, davon einer aufgeschnitten, Texte auf Englisch, ebenfalls 6 Stück, allerdings mit 130 Gramm Inhalt gegenüber 96 Gramm bei Reese’s. Durch Mehrinhalt und niedrigeren Verkaufspreis ergibt sich beim Imitat ein 100-Gramm-Preis, der mit 0,99 Euro nur halb so hoch ist wie der des Originals mit 2,07 Euro.

Jetzt die Überraschung: Beide Produkte kommen aus demselben Haus, nämlich von PICO Food, die offenbar Reese’s-Lizenzrechte für Deutschland haben und sich selbst mit pb King Konkurrenz machen. in diesem Fall also kein Rüffel an die Supermärkte, sondern nur Verwunderung…

Milka-artige Keksriegel jetzt auch von Lidl’s Eigenmarke Sondey

Der Übergang vom Schokoriegel zum Keksriegel ist ja fließend: beide gibt es mit oder ohne Schokoladenüberzug, aber Keksriegel sind eher brüchig, klassische Schokoriegel eher zäh. Nur wenige Wochen, nachdem Milka den Keksriegel „Cookie Snax“ auf den Markt gebracht hat (unter anderem als Aktionsware bei Lidl), hat ebendieser Discounter unter seiner Eigenmarke Sondey den „Grandino Cookie Bar“ mit großem POS-Display in seine Filialen gestellt.

Ähnliche Produkte gibt es auch von Mondelez in Spanien als „Lu Principe“-Barritas.

Nachahmer-Produkte: Lidls Billigversion von Yes Torty soll verführen

Das Yes Torty mit seiner amüsant-schmierigen Werbung ist eine Legende! Nicht nur, dass das haltbare Weichgebäck in Berlin hergestellt wurden, die Törtchen für unterwegs waren damals auch recht innovativ. Ich habe ihnen einen eigenen Artikel gewidmet. Lidl imitiert Yes Torty recht offensichtlich bringt mit seinen Verführungs-Küchlein in den Sorten Schoko, Karamell und Schwarzwälder-Kirsch.

Gourmet-Chips gibt es von Lays (Pepsico) und ALDI

Aldi hat eine Edellinie, die man sofort an seiner schwarz-goldenen Verpackung erkennt. Und bei Lays Chips (mehr Lays-Chips in meinem Beitrag über verrückte Chips-Sorten) gibt es auch eine Edellinie in schwarz-goldener Verpackung. Beide Linien heißen „Gourmet“ und beide haben eine Kartoffelchips-Mischung herausgebracht, bei der neben normalen Kartoffeln auch lilafarbene untergemischt sind. Ist das alles ein Zufall? Oder haben sich die Aldi-Manager ins Fäustchen gelacht, als sie feststellten, dass sie die Lays perfekt kopieren können, indem sie diese einfach in ihre Gourmet-Linie integrieren? Man wird es nie erfahren…

Wenn sowohl Lidl als auch Aldi plötzlich Riesen-Flips anbieten

Wer hat das jetzt von wem abgekupfert und so schnell in die Märkte gebracht? Der Versuch der Supermärkte, den amerikanische Super Bowl irgendwie thematisch zu begleiten, wirkt für mich immer sehr „konstruiert“. Das tatsächliche Interesse am Super Bowl in Deutschland dürfte eher gering sein. Trotzdem nehmen fast alle Supermärkte den Termin Anfang Februar zum Anlass, um auf ihren Aktionsflächen typisch US-amerikanische Produkte zu präsentieren (oder was man so landläufig dafür hält). Und dieses Jahr (2020) dabei: Riesen-Flips im 450 Gramm schweren Folienbeutel! Und beide übrigens auch zum gleichen Preis von nur 1,49 €.

Nachahmer-Produkte: Knuspi tritt gegen Knoppers an

Die Waffelschnitte Knoppers von Storck ist mir persönlich zu brüchig und bröselig und deshalb stehe ich eher auf den deutlich zäheren Nussriegel aus dem gleichen Hause. Nichtsdestostro lieben viele Naschkatzen das Original-Knoppers und die Sondereditionen von Kokos bis Erdberee. Grund genug für Aldi Suisse und Hofer (Aldi Österreich) mit ihrer Eigenmarke „Finest Bakery“ die Waffel nachzubauen. Heraus kam: Knuspi Erdbeere!

Minze mit Erdbeere: Aldi kopiert Nestlé

Nestlé spielt mit Limited Edition der mit Pfefferminzcreme gefüllten Schokoladentäfelchen „After Eight„. Nach einer Variante mit Marzipan-Aroma brachte man 2018 After Eight mit Erdbeergeschmack heraus. Ich selbst fand sie vor allem klebrig süß. Dieses Jahr folgt nun Aldi Nord diesem Vorbild mit seiner Eigenmarke Scholetta und bringt „Mints Erdbeere“ für 1,79 Euro in seine Discounter-Regale. Nur ist After Eight natürlich längst einen Schritt weiter und bringt dieses Jahr (2019) eine Sommeredition mit Mango und Ananas raus! Respekt, Nestlé!!!

Pom-Bär (Intersnack) versus Teddy-Hit von SnackDay (Lidl)

Auch im Snackbereich wird kräftig nachgeahmt, etwa der erfolgreiche Kindersnack Pom-Bär von Intersnack. Bei Lidl heißt das sehr ähnliche Produkt Teddy-Hit und stammt von der Lidl-Eigenmarke Snack Day.

Die gleichen Hafer-Riegel gibt es teuer und billig

So richtig viel Mühe gibt man sich bei Schwartau nicht gerade, die Ähnlichkeit zwischen den eigenen Corny-Riegeln und den Aldi-Imitaten „Knusperone“ zu vertuschen. In beiden Fällen haben wir je vier Hafer-Riegel á 35 Gramm mit Cranberry & Kürbiskern bzw. Mandel-Karamell, es gibt Sichtfenster (okay, unterschiedlich groß) und die Schrift auf der Markenverpackung ist querformatig angelegt, auf dem Nachahmerprodukt hingegen hochformatig. Selbst die Grundfarben sind analog rot bzw. grün, nur leicht abgesoftet. Der Preisunterschied hingegen ist beachtlich: 0,99 € kosten vier Riegel Knusperone bei Aldi, 1,69 € kosten vier Riegel von Corny!

Lidl’s Oreo-Nachahmung „Neo“ jetzt auch als Eiskrem!

Die Oreo-Kekse von Mondelez werden wohl weltweit am häufigsten nachgeahmt – auch in Deutschland hat fast jeder Discounter eine eigene Variante des Doppelkeks im Programm. Lidl geht noch einen Schritt weiter und imitiert mit seinem Neo-Keks nun auch die Eiskrem-Variante von Oreo.

Mignon-Schnitten: Schokolierte Waffeln von Manner und Sondey

Über dieses Thema habe ich mich schon mehrfach ausgelassen: Über Waffelschnitten von Manner generell, aber auch über die Genese der Bezeichnung „Mignon“ – die überraschendes zutage fördert. Nun habe ich diese österreichische Spezialität sogar in einem deutschen Lidl gefunden, unter der Eigenmarke Sondey. Der ähnliche Beutel, die gleiche Gewichtsklasse und die Spezifikation des Produkts deuten darauf hin, dass auch die Imitation von Manner selbst stammt.

Russisch ABC: Aus Hannover kommen beide Keksvarianten bei Aldi

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, wie sich diese extrem preiswerten Produkte überhaupt rechnen können?! Aber dann werden eben diese günstigen Markenerzeugnisse auch noch von Eigenmarken der Discounter unterboten. Und die stammen nicht selten aus demselben Haus wie das Markenfabrikat.

Auch in diesem Falle deutet der Herkunft der Kekse auf ein gemeinsame Geburtsstätte, nämlich Hannover, hin. Sowohl die ABC-Kekse von Bahlsen, als auch die preiswerte Variante „Russisch Brot“ der ALDI-Eigenmarke Biscotto stammen von dort. Letztere ist 19 Cent preiswerter als Bahlsen, beim gleichen Inhalt. Erstaunlich!

Bahlsen ABC 85 Cent oder Biscotto von Aldi mit Russisch Brot für 66 Cent - beide 125G
Bahlsen ABC 85 Cent oder Biscotto von Aldi mit Russisch Brot für 66 Cent – beide 125G

Wenn Marken sich gegenseitig kopieren: Haribo-Edition von Katjes

Moment mal… Lakritz mit Fruchtgummi in Fledermausform? Leicht Brüchiges Fruchtgummi in Obstform? Fruchtgummi in Fantasieformen, teilweise mit Schaumzucker auf der Rückseite? Irgendwie kommt einem all das bekannt vor! Na klar, das sind die Erfolgsprodukt von Haribo: Vampire, Tropifrutti und Phantasia! Jetzt gibt es die Haribo-Edition von Katjes mit „Drakritze“ (Vampire), LosTropos (Tropifrutti) und Utopia (Phantasie) in dem großen 300-Gramm-Beutel!

Damit das nicht die Gesundheitsapostel auf den Plan ruft, schreibt man schnell „Family“ drauf, was darauf hinweisen soll, dass mehrere Personen diese Menge gemeinsam verzehren. Auch der Preis ist eine Kampfansage: Nur 0,99 € (gesehen bei EDEKA)! Das sind nur 0,33 € pro 100 Gramm, Haribos 200-Gramm-Tüten kosten meist 0,95 €, als rund 48 Cent pro 100 Gramm!  Dafür sehen die Katjes-Tüten aber auch irgendwie billig aus und wollen optisch gar nicht so richtig zu Katjes passen. Was steckt bloß hinter dieser Kopier-Aktion? Hat Katjes Probleme zu wachsen?!

Für Lidl produziert Katjes jetzt auch Sondereditionen. Allerdings werden dafür nicht HARIBO-Erfolgsprodukte kopiert, sondern die eigenen: Die Joghurt-Gums heißen hier Vitaminis Joghurt+Vitamine. Sie sind kleiner als die Joghurt-Gums, enthalten Fruchtsaft und zugesetzte Vitamine. Vitaminis gibt es auch als reines Fruchtgummi. Erstaunlich ist der Preis: Während die EDEKA-Varianten von Katjes unschlagbar günstig angeboten werden,  kosten die 175 Gramm Vitaminis immerhin 0,89 €. Das sind stolze 0,51 € pro 100 Gramm.

Skittles von Mars und Doppelgänger Olivers von Penny

Die runden Kaudragees „Skittles“ von Mars gibt es seit einigen Jahren auch in Deutschland. Und der Doppelgänger ist auch schon da, zum Beispiel von Olivers bei Penny: Ähnliche Tüte, ähnlich bunte Aufmachung und das gleich große runde, frucht-saure Kaubonbons.

Nachahmer-Produkte: Gelee-gefüllte Schokokugeln

Oben habe ich Lindt noch als Opfer der Raubkopierer von Lidl bemitleidet, doch jetzt schwebt über Lindt selbst der Vorwurf der Imitation: Denn wer war eigentlich zuerst auf dem Markt mit seinem Fruchtgelee-Kugeln in Schokolade: Ferrero mit ValParaiso oder Lindt mit „Sensation Fruit„? Jedenfalls nach meiner Wahrnehmung war es Ferrero. Und selbst die waren nicht die allerersten, die mit dieser speziellen Kombination angefangen haben. Denn Haribo hat Schokogelee-Kugeln mit seinem österreichischen Ableger „Panuli“ schon seit Jahrzehnten im Programm! Nur hat man hier die fruchtige Herkunft der Kugeln nicht so aufwändig inszeniert.

Manch einer mag gerade bei Sorten mit Beeren geglaubt haben, hier handelte es sich um gefriergetrocknete, ganze Früchte, die anschließend schokoliert wurden. Aber weit gefehlt: Die wären viel zu ungleichmäßig und ihre Verarbeitung viel zu teuer für ein industriell hergestelltes Volumenprodukt.

Verbraucherschützer kritisieren übrigens, dass das Aroma bestimmende Obst auf der Verpackung stark in den Vordergrund tritt, obwohl es nun in einstelligen Prozentzahlen im Endprodukt enthalten ist. Hauptzutat für die Geleebällchen ist meist günstiges Apfelpürree – das sucht man auf der Verpackung allerdings vergebens…

Nussriegel scheinen beliebter zu sein, denn ALDI und Lidl ahmen sie nach

Nussvoll… Nussriegel… GeNuss… Genussriegel! Fehlt nur noch „Voll(Ge-)Nussriegel“ und dann hätten wir alle Wortspiele durch. Ich finde es sehr traurig, wie wenig kreativ die deutschen Hersteller sind, weil sie auch sprachlich immer nur Varianten des Existierenden auftischen. Dabei ist der Nussriegel ein supertolles Produkt! Meinen ersten Nussriegel von Corny habe ich im Flugzeug verspeist, denn den gab es als Proviant von der Lufthansa. (Ist schon ein paar Jahre her, als Lufthansa noch halbwegs pünktlich war). Es war ein Erweckungserlebnis!

Ich mochte früher schon den Mr. Tom-Erdnussriegel, aber irgendwie habe ich den aus den Augen verloren. Und die neuen Angebote bieten ja auch weitaus mehr Nussvielfalt und Aromen. Jedenfalls scheinen immer mehr Menschen auf Nussriegel zu stehen und so überrascht es nicht, dass bei ALDI und LIDL jetzt die Kopien der Schwartau-MarkeCorny nussvoll“ auftauchen.

Wortspiel-Inferno: Noch mal mit „GeNuss“ als Imitation von Ferrero Küsschen

Eine Schokoladenpraline mit Ganznuss – das ist Ferrero Küsschen. Seit ein paar Jahren gibt es die in verschiedenen Editionen, etwa mit weißer oder dunkler Schokolade sowie mit Caramel-Crunch (schmeckt mir überhaupt nicht). Interessanterweise brachte Ferrero seine Küsschen nur deshalb auf den deutschen Markt, weil es Gerüchte gab, der italienische Mitbewerber Perugina würde mit seinem „Baci“ (italienisch für Küsse oder Küsschen) nach Deutschland expandieren wollen.

Um der Konkurrenz zuvor zu kommen, brachte Ferrero kurzerhand die eigenen „Küsschen“ heraus, obwohl sich diese jahrelang nicht so gut verkauften, wie es Ferrero von seinen anderen Produkten gewohnt ist. Aber man wollte dieses Segment eben fest besetzen und gegen Konkurrenten abschirmen.

Inzwischen gibt es nicht nur Baci’s in Deutschland (allerdings eher selten und nur als mini-Nischenware), sondern auch Iitationen der Ferrero Küsschen etwas durch die Lidl-Eigenmarke Mister Choc, die eine Praline mit ganzer Haselnuss von Piasten (?) herstellen lässt und als „geNuss“ in einem aufwändigen, geschwungenen Karton verkauft. Und auch Mondelez hat mit der Marke Milka ähnliche Haselnuss-Pralinen rausgebracht: „Zarte Momente“.

Diese lila verpackte Haselnuss-Waffel ist KEIN „Milka Nussini“

Wie eng darf ein Nachahmerprodukt eigentlich am Vorbild vorbei schrammen, bis jemand klagt? Mondelez scheint sehr duldsam zu sein, denn dieser Waffelschnitte aus dem Hause „Delica“ – das ist die Eigenmarke des bayerischen Händlers Norma – ist dem Nussini nun wirklich zum verwechseln ähnlich: lila-grüne Verpackung, ähnliche Schriftart und derselbe Wortanfang „Nuss…“. Nur ob der Riegel auch ähnlich schmeckt, oder besser noch wie das „alte“ Nussini vor dessen unnötigen Relaunch schmeckt, das konne ich noch nicht überprüfen.

Schaumkusstorte: Von der Süßwaremesse ins Aldi-Regal

Hier handelt es sich nicht um ein Imitat, sondern um eine angepasste Edition für einen Discounter. Und zwar geht es um die höchst originelle und fröhliche Schaumkuss-Torte von Nawarra, die das Unternehmen 2019 auf der ISM in Köln vorgestellt hatte. Jetzt – im Februar 2020 – habe ich das gleiche Produkt, allerdings in leicht abgewandelter Aufmachung bei Aldi gefunden. In diesem Baukasten sind sechs Schaumküsse enthalten, ein Tortenboden, Gummibärchen und Zuckerperlen zum Verzieren, insgesamt 240 Gramm. Wirklich eine schöne Idee für einen Kindergeburtstag. und ganz 2,49 für die Zutaten und den Gag ist echt nicht viel!

Wenn Marken ihre eigene Billig-Konkurrenz herstellen

Wieder so etwas, mit dem sich Lambertz bei den Supermarkthändlern unbeliebt macht: Einerseits wird ein neues, schön gestaltetes Produkt auf den der Marke „Henry’s“ auf den Markt geworfen und gleichzeitig verkauft der Hersteller die „Peanut Bites“ mit gleicher Grammatur unter falscher Flagge und deutlich billiger bei Aldi.

Wenn Marken sich selbst billiger verkaufen: Lambertz gegen Lambertz II

Hier sehen wir die „Bio Matcha Kekse“ in Blattform mit Schokoladenboden der ALDI-Eigenmarke GutBio für 1,79 Euro (8,50 € / KG) auf der einen Seite dann die baugleichen Bio Cookies Matcha von Lambertz. Okay, die originalen Matcha Cookies gibt es inzwischen nicht mehr einzeln zu kaufen, sondern nur noch als Gebäckmischung mit anderen Biokeks-Varianten für 3,49 Euro (= 11 €/KG), zum Beispiel hier. Trotzdem: Der Verbraucher erkennt sehr leicht die Verbindung der beiden Produkte. Warum sollte ein anderer Einzelhändler die Original-Kekse ins Sortiment nehmen, wenn er befürchten muss, dass ALDI das auffällige Produkt vom Hersteller billiger bekommt?!

Verwechslung im Kühlregal: Milchschnitte vs. Imitationen

Dass es einmal so viel Konkurrenz bei Milch-Snacks geben würde, hat Ferrero sicherlich auch nicht erwartet: Nicht nur viele Markenhersteller, sondern vorne weg haben auch die Discounter eigene Milchschnitten entwickelt und bieten sie günstiger an als das Original. Um die Milchschnitte an sich kümmere ich mich ausführlich an dieser Stelle. Hier darf ich die Herren Damen, also die Milchschnitten-Transvestiten von Aldi und Lidl, kurz vorstellen…

Knusperwaffel-Riegel von Kaufland und EDEKA Als duplo-/kitkat-Alternative

In einer Befragung von Statista im Jahre 2019 gaben fast 20% der Verbraucher an, in den letzten vier Wochen ein duplo gekauft zu haben. Damit ist duplo von Ferrero der am häufigsten verkaufte Schokoriegel – wenn man ihn denn als solchen bezeichnen möchte. Ich würde eher Waffelkeks dazu sagen. Der ziemlich ähnliche Riegel „kitkat“ von Nestlé schafft es in dieser Befragung lediglich auf Platz 9 mit rund 9% Käufern. Anreiz genug für Supermärkte, diese erfolgreichen Waffelriegel nachzubauen. Entsprechend kann man den Vollmilch-Knusperriegel von Kaufland wie auch „Crunch“ von Gut&Günstig (EDEKA) als günstige Alternativen zu duplo bzw. KitKat betrachten.

Schokobananen bei Lidl kommen auch von Casali/Manner

Den Schokobananen habe ich in diesem Blog ein eigenes Kapitel gewidmet, weil die Süßigkeit für bestimmte Leute einfache eine so große Bedeutung hat (Österreicher). Interessant im Zusammenhang mit den Discounter-Imitaten ist aber, dass der namhafte österreichische Marktführer Casali / Manner auch die Noname-Produkte für Lidls Eigenmarke „Mister Choc“ produziert, wodurch diese wesentlich günstiger sind – bei gleicher Qualität. Sogar die Bananen-Minis werden bei Lidl angeboten (allerdings nicht in Deutschland, sondern in Tschechien gesehen).

 

Coca Cola und Aldis River Cola sehen sich zum Verwechseln ähnlich

Aldi hat seine kultige Cola-Eigenmarke „River Cola“ wiederbelebt und füllt sie in Dosen ab, die von Größe, Farbe und Aufmachung kaum von Coca Cola zu unterscheiden sind. Es gibt River Cola klassisch und in der Variante „Zero“ – selbst diese Bezeichnung wurde von Coke geklaut inspiriert.

Übrigens: Bei den obigen Beispielen handelt es sich um Nachahmer, die den Markenprodukten ähnliche Süßwaren verkaufen. Für waschechte Plagiate, die den Verbraucher bewusst täuschen, gibt es sogar einen (Negativ-)Preis, den Plagiarius.

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2 Kommentare

  1. Neidisch – klingt das so? Mich ärgert es mitunter, wenn Hersteller und Start-ups Geld in Innovationen investieren und das dann einfach schnöde kopiert wird…

  2. Na da ist aber einer neidisch, viele no Name Produkte schmecken besser als das Original.

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