Lama-Motiv auf Süßwaren und Lebensmitteln

Okay, jetzt ist es nicht mehr zu leugnen: Es gibt ein neuen Trendmotiv aus der Tierwelt und es kommt mit großen Schritten, um den Flamingo abzulösen, der – wir erinnern uns – das Einhorn abgelöst hat. Es ist: Das Lama! Das Lama hat verschiedene Vorteile: Es ist exotisch, noch nicht von einem der großen Lizenzgeber belegt (Disneys „Ein Königreich für ein Lama“ von 2000 war kein bildprägender Blockbuster), es ist süß, wird aber gern etwas treudoof stilisiert und es ist flauschig und es wird überwiegend in einer Farbe dargestellt, die im Süßwarensegment nicht so stark belegt ist wie andere: weiß.  „Lama-Motiv auf Süßwaren und Lebensmitteln“ weiterlesen

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Em-eukal von Dr. C. Soldan: Bonbons aus der Apotheke

Als Bonbons noch nicht Genuss-, sondern Heilmittel waren, wurden sie häufig von Apothekern selbst fabriziert und verkauft. So zum Beispiel Pfefferminz-Pastillen, die der örtliche Drogist aus einem Stückchen Zuckerkomprimat herstellte, auf das er einen Tropfen Pfefferminzöl träufelte. Ein Apotheker, der diese Idee weiterentwickelte und sie zu einem Unternehmen ausbaute, das bis heute besteht, war Dr. Carl Soldan aus Adelsdorf im bayerischen Mittelfranken.

Vor über 115 Jahren kreierte er in seiner „Medizinaldrogerie“ Bonbons, die Menthol- und Eukalyptusöl enthielten und nannte sie M(enthol)-Eukal(yptus), kurz Em-eukal. („Meukal“ hätte auch irgendwie doof geklungen.) Diese Bonbons waren keine Nascherei für Kinder, sondern wegen ihrer positiven Wirkung auf die Atemwege ein Medikament, das Ärzte lange auf Rezept verschreiben konnte.

Medizin für die Kohlekumpels

Etwa an Kohlekumpel, die häufig unter einer Staublunge litten und mit Hilfe der in den Bonbons enthaltenen ätherischen Öle tief durchatmen konnten. Außerdem regte das Lutschen den Speichelfluss an und befeuchte den ausgetrockneten Hals. Für die Kumpel wurde auch eine andere Besonderheit eingeführt, die bis heute die Bonbons von Dr. C. Soldan von anderen unterscheidet: Das rot-weiße Fähnchen, das aus der Bonbonhülle herausragt. Es war eine Auspackhilfe, mit der das Öffnen des Einwickelpapiers erleichtert wurde – selbst mit Handschuhen oder schmutzigen Händen sollte man den Bonbons einfach aus der Verpackung bekommen. Diese Fahne ist bis heute das wichtigste Wiedererkennungsmerkmal der Bonbons von Dr. C. Soldan und hat bis heute auch vereinzelten Spontaneingebungen der Marketingabteilung stand gehalten. Heute ist die Fahne unumstrittenes Alleinstellungsmerkmal der Marke.

Heute umfasst die Produktpalette von Dr. C. Soldan ein halbes Dutzend Marken wie Kinder Em-eukal, Rheila (Salmiak-Lakritz), „Aecht Bayrischer Blockmalz“ oder „Original Bärengarten„, darunter zahlreiche Varianten, so gibt es die Em-eukal-Klassiker seit 1989 auch zuckerfrei, seit 2014 kamen Weichgummi-Drops zum Kauen hinzu. Auch bei den Verpackungformen und Verpackungsgrößen sowie den Geschmacksvarianten probiert Dr. C. Soldan immer wieder neues aus. In diesem oder dem letzten Jahr habe ich erstmals die kleinen, schwarzen Em-eukal Mini-Tüten gesehen mit den Geschmäckern Eukalyptus-Blutorange oder Eukalyptus-Limone. Außerdem werden die Kinder Em-eukal seit 2010 auch in einer ansprechenden, quadratischen, roten Schmuckdose angeboten, die sich zum Verschenken und Sammeln eignet. Im neuen Em-eukal Gummidrop „Eisminze“ sorgt eine Mischung aus aromatische Krauseminze und intensiver Pfefferminze für langanhaltende Frische.

Immer neue Verpackungen und Geschmacksrichtungen

Ganz neu sind die ebenfalls in Mettaldöschen verkaufen „Em-eukal Frische Pastillen“, die an die Pastillen von „Fisherman’s Friends“ erinnern, welche der britische Apotheker James Lofthouse 1865 aus Eukalyptus, Menthol und Lakritz herstellte. (Das Unternehmen Lofthouse of Fleetwood befindet sich bis heute in Familienhand – wie Dr. C. Soldan). Die neuen Pastillen gibt es in den Richtungen Starke Minze, Blauer Eukalyptu und Waldbeere exklusiv in Apotheken.

Das ist überhaupt so eine Besonderheit von Dr. C. Soldan-Produkten: Apotheken sind voll davon! Auf meine Nachfrage erklärt die Dr. C. Soldan-Pressestelle, dass es keine Exklusivvereinbarungen gebe, sondern jede Platzierung in der Apotheke hart umkämpft ist. Die Gründe für die hohe Präsenz seien vor allem die lange, traditionsreiche Verbindung – immerhin werden seit 90 Jahren Dr. C. Soldan-Bonbons in Apotheken vertrieben – und ein 22-köpfiges Team für den Außendienst, der der kontinuierlich in persönlichem und partnerschaftlichem Kontakt mit den Apotheken steht. (Zum Thema Vertrieb siehe auch mein Beitrag über das Marketing von Wrigleys in Deutschland).

Nach Absatzproblemen Verkauf auch außerhalb von Apotheken

Trotz dieser engen Verbundenheit mit Apotheken hat sich Dr. C. Soldan 2008 im Rahmen einer Umstrukturierung dazu entschlossen, seine Produkte auch im Einzelhandel anzubieten. Damals wurde das Sortiment gestrafft, die weniger erfolgreichen Marken Em-herbal und Em-fital aufgegeben und Em-eukal relaunched. In diesem Zusammenhang hat sich das Unternehmen auch von einer Parfümeriekette und einer Druckerei getrennt. Heute erwirtschaften 200 Mitarbeiter einen Bruttoumsatz von jährlich rund 75 Mio. Euro, davon 96% in Deutschland. (Zum Vergleich: Vivil beschäftigt 222 Mitarbeiter und macht einen geschätzten Umsatz von 89 Mio. Euro; Lofthouse of Fleetwood („Fisherman’s Friend“) macht 200 Mio. Euro mit 280 Mitarbeitern).

Egal ob Hustenbonbons, Gummidrops oder Pastillen – alle Produkte von Dr. C. Soldan entsprechen dem Wunsch der Kunden nach einem Zusatznutzen. Nach wie vor scheint es so zu sein, dass die Süßigkeit in den Augen des Verbrauchers nicht allein dem Genuss dient, sondern ihr auch eine gesundheitsfördernde Wirkung inne liegen soll. Vielleicht ist das auch ein Geheimnis des über 115 Jahre anhaltenden Erfolgs der Marke – gerade im mitunter asketischen Deutschland, das sich manchmal schwertut mit Genuss und der Freude am reinen Naschen.

Mehr Informationen unter ww.soldan.com

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TV-Dinner: Originelle Junk Food-Fertiggerichte für Mikrowelle und Toaster

Jetzt geht es mal um salzige Snacks statt um süßes Zeug! Insbesondere um die viel gescholtenen Fertiggerichte, die man in Amerika auch als „TV-Dinner“ bezeichnet, weil man sie so bequem vor dem Fernseher essen kann. Typischerweise wird so ein Essen binnen weniger Minuten zubereitet und zwar in der Regel per Mikrowelle.

Und wie meistens im Naschkater-Blog geht es nicht um die Frage, ob das gesund ist oder gut oder schlecht, ob die Zutaten bio oder konventionell sind, sondern darum, ob es etwas hermacht: ist es ein cooles Produkt, schick aufgemacht, geile Verpackung, schöne Idee, funktioniert es halbwegs, und befriedigt es einigermaßen meine Erwartungen?

Im folgenden ein paar Beispiele für durchaus gelungene und weniger tolle Fertiggerichte… „TV-Dinner: Originelle Junk Food-Fertiggerichte für Mikrowelle und Toaster“ weiterlesen

Neu entdeckte Weihnachts-Süßigkeiten 2018

Das Jahr 2018 neigt sich dem Ende und noch einmal bieten die Süßigkeiten-Hersteller zum Weihnachtsgeschäft eine Reihe interessanter Innovationen auf, die ich – kreuz und quer aus allen Segmenten, so zufällig wie ich sie aufgespürt habe – hier aufführen möchte.

Vielleicht ist noch die ein oder andere Anregung für ein (Bei-)Geschenk darunter…

Übrigens habe ich eigenständige Artikel zu folgenden verwandten Unterthemen geschrieben: LebkuchenhäuschenAdventskalender, Spekulatius, Lebkuchen, Schokoladen-Hohlfiguren, Weihnachten 2017. „Neu entdeckte Weihnachts-Süßigkeiten 2018“ weiterlesen

Ungewöhnliche Pringles-Zwischengröße in Deutschland entdeckt

Seltsam, diese Midi-Dosen von Pringles mit 70 Gramm findet man sonst nicht in Deutschland! Wir haben hier entweder die normalen mit rund 190 Gramm (je nach Sorte) oder die kleinen mit 40 Gramm, die auch in Automaten passen – siehe auch mein Versuch einer systematischen Ordnung der Pringles-Größen. Diese 70-Gramm-Dosen kennt man sonst eher aus Asien, wenngleich sie dort nur mit 61 Gramm gefüllt sind. Ich habe die Sour Cream Midi-Dose bei einer Aldi-Neueröffnung in Brandenburg gefunden, sie stammt aus dem Kellogg’s-Werk in Kutno, Polen.

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Schluss mit Kartoffeln: Gemüsechips aus Grünkohl, Quinoa und Rote Beete

Dieser Trend kommt auf einer großen Denkfehlerwelle daher gesurft! Die falsche Annahme lautet: Gemüsechips sind gesünder als Kartoffelchips und zudem noch „Veggie“. Dabei sind Kartoffeln per se Gemüse und vegan und deshalb alle Kartoffelchips zugleich auch Gemüsechips. Und noch schlimmer: Manche Gemüse saugen sich noch stärker mit Fett voll (selbst wenn „Gebacken“ auf der Packung steht, braucht es viel Fett für den Geschmack!) und sind überhaupt nicht kalorienärmer als die verpönten Scheiben aus Kartoffeln. Die Vitamine sind spätestens beim Frittieren entfleucht, also nicht mit von wegen „gesundes Snacken“.  „Schluss mit Kartoffeln: Gemüsechips aus Grünkohl, Quinoa und Rote Beete“ weiterlesen

Black Friday: Süßigkeiten-Angebote

Ferrero macht schon wieder eine Gratis-Testen-Aktion! Jetzt können in der Black Week vom  19. bis 21. November 2018 pro Person eine Hanuta 10er-Packung und eine Duplo-Packung kostenlos getestet werden: Einfach im Aktionszeitraum diese Produkte kaufen und Kassenbon hochladen. Mehr Informationen unter www.ferrero-blackweek.de

Wie man ständig Süßigkeiten und andere Produkte gratis testen kann, beschreibe ich hier.

 

Lebkuchen, Gingerbread oder Weckmann? Das sind die Unterschiede!

In Deutschland verbinden wir mit Lebkuchen das Lebkuchenherz vom Jahrmarkt, das Lebkuchenhaus in der Adventszeit und natürlich die mit Schokolade überzogenen Brezeln oder gefüllten Herzen aus Lebkuchenteig, die vor allem in der Adventszeit gegessen werden. Außerdem wird Lebkuchen in der Küche als Soßenkuchen für die Verfeinerung und Bindung von deftigen Soßen verwendet. Die Zutaten für Lebkuchen nach klassischem deutschem Rezept sind Mehl, Zucker, Eier und Mandeln, Zitronat und Orangeat gewürzt mit Zimt, Nelken, Piment und Kardamom.  „Lebkuchen, Gingerbread oder Weckmann? Das sind die Unterschiede!“ weiterlesen

Eichhörnchen als Verpackungsmotiv auf Süßigkeiten

Das eurasische Eichhörnchen ist ein possierliches, allseits beliebtes Tier, das in der nächsten Umgebung zum Menschen in Parks und Wäldern lebt und häufig zutraulich ist. Seine hellbraune, von graubraun bis rotbraun changierende Färbung passt zu der Zutat, die stark mit ihm verbunden wird: der Haselnuss. (Allerdings fressen Eichkätzchen, wie sie in Süddeutschland heißen, je nach Jahreszeit und Verfügbarkeit auch Samen, Körner, Blüten, Rinde, Flechten, Pilze, Beeren, Obst, ja sogar Würmer, Insekten, Larven, Schnecken, Vogeleier und Jungvögel, aber das nur am Rande.)  „Eichhörnchen als Verpackungsmotiv auf Süßigkeiten“ weiterlesen