Der Donut ist mehr als ein süßer Snack – er ist eine Popikone

Kunstdruck "Glaced" von Alpay Efe
Kunstdruck "Glaced" von Alpay Efe zeigt einen angebissenen Donut mit rosafarbener Glasur und Zuckerstreuseln.

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Weich, süß, fettig und tierisch ungesund – das ist der Donut. Erfunden haben soll ihn um 1848 der amerikanische Seefharer Kapitän Hanson Crocket Gregory, andere behaupten, er sei schon vorher von den Niederländern als eine Art Ölkuchen kreiert worden. Über die Kultbäckerei Voodoo-Doughnut in Portland habe ich in einem älteren Beitrag schon mal berichtet…

Der Donut steht für den schnellen, mobilen Snack, die Tausendkilokalorienbombe, die man sich mit einer Hand und wenigen Bissen verabreichen kann, gern im Auto, am besten mit Kaffee im Pappbecher. Dass der Donut ein Loch hat, ist das aberwitzige Moment dieses Gebäcks. Es gibt keinen wirklichen Grund dafür, wie beim Bagel, der nach dem Backen durch das Loch auf eine Stange geschoben und über Wasserdampf kurz erhitzt wird. Im Gegenteil: Durch das Loch entgeht dem Konsumenten der entscheidende Mittelteil des Weichgebäcks, genau das Stück, bei dem ein Berliner Pfannkuchen oder ein Krapfen seine Marmelade verbirgt. Aber gerade dieses widersinnige Loch zusammen mit all seinen negativen Nährwerteigenschaften macht ihn zu einer wahren Popikone.

Der Donut steht auch für das Amerika der kleinen Leute, die wenig Geld haben, auf bunte Streusel stehen und auf absurde Geschmacksversprechen reinfallen, die allesamt zu intensiv und zu künstlich schmecken. Insofern passt der gefräßige Comic-Familienvater Homer Simpson tatsächlich gut zum Donut und es nimmt nicht Wunder, dass sein Antlitz auf vielen Donut-Produkten prangt.

Welches Aroma hat nun ein Donut?

Seien wir offen: Der Donut schmeckt vor allem süß und fett mit einer leichten Note Röstaromen und Backpulver – der Rest wird von Topping und Füllung bestimmt. Umso überraschender, dass es das reine Donutaroma als Backzutat von „Twizzy“ zu kaufen gibt. Ansonsten findet sich in der Süßwarenwelt nur eine tictac-Sorte mit Donutgeschmack, die Ferrero im Rahmen seiner Simpsons-Serie herausgebracht hat: Homer, das beliebteste Familienmitglied, steht für Donut-Geschmack, Bart für Bubble Gum und Marge für Blueberry.

Dieses Jahr brachte Intersnack mit seinen Marken „Funny Frisch“ (Deutschland) und „Kelly’s“ (Österreich) ein Snackprodukt auf den Markt, dass dem Donut optisch deutlich (rund mit Loch) und geschmacklich etwas (Erdnuss mit Karamell, ergo: süß UND salzig zugleich) nahe kommt. Auch die größe des einzelnen Extrudats ist im Vergleich zu den „normalen“ Erdnussflips extraordinär – ein Durchschnittsgebiß wird wenigstens einmal vom Kringel abbeißen statt ihn in einem Stück aufzunehmen.

Ansonsten ist erfreulicherweise das Angebot an verzehrfertigen Donuts in unseren Supermärkten in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Und auch durch die Marktpräsenz von amerikanisch geprägten Coffeeshops wie Starbucks, McCafe und natürlich „Dunk’in Donuts“ hat sich der Donut seinen festen Platz neben dem Berliner Pfannkuchen in unseren Backwarenregalen und Mägen gesichert.

Übrigens wird in den USA am 3. Juni der National Doughnuts Day gefeiert – dann gibt es vielerorts Donuts geschenkt!

Übersicht einiger Donut-Süßigkeiten

Übrigens ist auch Speck oder Englisch „Bacon“ eine westliche Popikone und von ihm finden sich weit mehr Anleihen in der Snack- und Süßwarenwelt, denn sein Aromenprofil ist etwas deutlicher ausgeprägt und die Kombination von Speck mit Süßem ein noch drastischerer Tabubruch, der von seinen Anhängern natürlich umso heftiger geklatscht wird. Kuchenarten als Geschmacksrichtung für Süßigkeiten (Strawberry Cheesecake, Appel Pie und so weiter) habe ich separat aufgeführt. 

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