Wer braucht schon Innovation bei Süßigkeiten? Ein Blick hinter die Kulissen des Sweetie Award 2025

Oliver Numrich hält Keynote zu Innovationen bei Lebensmitteln auf Sweetie Award 2025.
Oliver Numrich hält Keynote zu Innovationen bei Lebensmitteln auf Sweetie Award 2025.

„Die Menschen suchen nicht das Wahre, sondern das Vertraute.“ Dieses Zitat des Philosophen Epiktet bringt auf den Punkt, was viele von uns beim Griff ins Supermarktregal erleben: Wir lieben unsere Klassiker. Doch gleichzeitig wächst die Neugier auf das Neue. Wie passt das zusammen? Genau darum ging es bei der diesjährigen Keynote von Oliver Numrich, Kommunikationsleiter der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), anlässlich der Verleihung des Sweetie Award 2025 – dem Preis für die innovativsten Süßwaren des Jahres, am 11. April 2025 im eleganten Kurhaus von Baden-Baden.

Innovation – was treibt sie an?

Innovationen entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie sind das Ergebnis von Veränderungstreibern wie:

  • Technologischen Entwicklungen: Neue Verfahren ermöglichen neue Produkte.
  • Neuen Rohstoffen und Aromen: Exotisches, Überraschendes und Altbekanntes in neuer Kombination sorgen für frischen Wind.
  • Demografischem Wandel: Die Gesellschaft verändert sich – und mit ihr die Ansprüche an Lebensmittel.

Ein Blick in die Statistiken zeigt, wie stark sich unsere Lebensrealität gewandelt hat: Der Anteil der Single-Haushalte ist seit 1900 von 7 % auf 41 % gestiegen, die Lebenserwartung liegt heute bei 80 (Männer) bzw. 84 Jahren (Frauen) – vor 125 Jahren waren es 45 bzw. 48 Jahre. Auch das Essverhalten hat sich mit diesen Veränderungen mitentwickelt.

Was macht eine süße Innovation aus?

Ein Rückblick auf die Gewinner des Sweetie Awards von 2019 bis 2024 zeigt: Die meisten Innovationen kamen aus den Bereichen Aromen und Zutaten (45 %), gefolgt von Marketing & Verpackung (34 %) sowie Nachhaltigkeit und Veggie (19 %). Ein Blick auf die Zutatenliste liest sich wie ein Ausflug ins Naschparadies: Von Bubble Gum, Kaktusfeige und Salted Caramel über Ruby-Schokolade bis hin zu Hanf, Linsen, Acai oder Manuka-Honig – die Produktentwickler*innen haben sich richtig ausgetobt. Auch funktionale Inhaltsstoffe wie Koffein, Vitamine oder Hyaluron finden immer öfter ihren Weg in Süßes.

Zwischen Mut und Bürokratie

Doch Innovation hat auch ihre Schattenseiten. Der Weg von der Idee ins Regal ist lang – und oft steinig. Zu den größten Innovationshemmnissen zählen laut Numrich:

  • Bürokratie und regulatorische Unsicherheiten (EFSA, Patente, Zölle),
  • Werbeeinschränkungen oder Sondersteuern auf bestimmte Zutaten,
  • Mangel an Kapital, Mut oder politischer Unterstützung.

Dennoch bietet die Süßwarenbranche großes Potenzial: Wer sich traut, Bewährtes behutsam zu modernisieren und gezielt neue Zielgruppen anspricht – auch international – kann punkten. Die sozialen Medien helfen dabei, Aufmerksamkeit zu erzeugen und offen für neue Geschmäcker zu werben.

Fazit

Innovation bei Lebensmitteln ist kein Selbstzweck – sie ist Antwort auf den Wandel unserer Gesellschaft. Und manchmal reicht schon eine neue Geschmackskombination, um ein vertrautes Produkt neu zu erleben. Für uns Naschkatzen heißt das: Augen und Gaumen offen halten – da kommt noch einiges auf uns zu.

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