Preiswertes Heilmittel für jedes Zipperlein: Wasser


Wasser ist nicht allein zum Waschen da. Immerhin besteht der Mensch durchschnittlich zu etwa 70% aus Wasser. Mangelt es an frischer Wasserzufuhr, treten innerhalb kürzester Zeit erhebliche gesundheitliche Probleme auf: von Schwindelgefühl, über Kopfschmerzen bis zu Muskelkrämpfen. Drei Liter soll deshalb jeder Erwachsene täglich zu sich nehmen, bei Hitze und körperlicher Anstrengung durchaus das Drei- bis Vierfache. Doch Wasser wirkt auf vielfältige Weise positiv auf den menschlichen Organismus.

Kneipp
„Bringe nie kaltes Wasser an einen kalten Körper“ – eine der wichtigsten Kneipp-Regeln und zugleich die am häufigsten missachtete, sagt Gudrun Beckmann, Vorsitzendes des Berliner Kneipp-Vereins.

Denn erst wenn der Körper sich erwärmt hat durch Bewegung oder Wasseranwendung, dürfe die Abkühlung erfolgen. Wasser ist bei Kneipp kein Wundermittel, sondern lediglich Träger von Wärme und Kälte, die thermischen Reize sollen den Körper heilen und das schon seit gut 117 Jahren.  So lange gibt es den Verein in Berlin schon und fast so lange ist Physiotherapeutin Beckmann bereits Mitglied. Zurzeit registriert sie ein neu erwachtes Interesse an Kneipps Theorien. So wurde ein Kneipp-Lehrstuhl an der Charité eingerichtet und die Zahl der zertifizierten Kneipp-Kindergärten in Berlin ist auf 30 angewachsen. Doch zu Kneipp gehören nicht nur warmes und kaltes Wasser, seine Theorie fußt auf den fünf Säulen Wasser, Bewegung, Vollwerternährung, Heilkräuter und Entspannung.  Deshalb lernen die Kinder in den Kneipp-Kitas, die jeden Tag Güsse machen und zweimal in der Woche in die Sauna gehen, auch Entspannungstechniken kennen „Sie brauchen das heutzutage noch viel mehr als früher“, sagt Beckmann, „denn sie sind viel zu lange wach und leiden schon früh unter Stress.“ Bei Erkältungen ohne Fieber empfiehlt Beckmann temperaturansteigende Fußbäder. Dazu die Beine in ein hohes Gefäß stellen, das mit Wasser mit einer Anfangstemperatur von 34 Grad (Badethermometer!) gefüllt ist. Innerhalb von 20 Minuten muss nun heißes Wasser dazugegeben werden, bis es 41 Grad hat. Danach Wollsocken anziehen und mit einer Tasse heißen Tee ins Bett legen. Das Aufheizen stimuliert die Abwehrmechanismen.

Thermen
Gerade wenn es draußen ordentlich kalt ist, fliehen die Menschen gerne in Thermalquellen, um sich im heißen Wasser wohlig aufwärmen zu lassen. Rund um Berlin gibt es zahlreiche Bäder und Thermen, die zu einem Tages- oder Wochenendausflug einladen. So zum Beispiel die NaturTherme Templin, die Badevergnügen in bis zu 35 Grad warmer Thermalsole bietet. Die aus 1.650 Meter Tiefe geförderte Sole wirkt mit einem Salzgehalt von 3 bis 6 Prozent angeblich positiv auf Herz und Kreislauf. Oder die SaarowTherme in Bad Saarow, die mit der größten zusammenhängenden Thermalsolefläche von Mittel- und Norddeutschland lockt. Eine Übersicht aller Thermen und Bäder rund um Berlin mitsamt der Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Nahverkehr findet sich unter hier.

Wassershiatsu
Wie wäre es mit Wassershiatsu, das zum Beispiel die Kreuzberger Heilpraktikerin Andrea Volz anbietet. Im 35 Grad warmen Wasser lenkt sie ihre Kunden langsam durchs Wasser, durch sanfte Massagen und Aktivierung von Akupunkturpunkten wird das „Chi“ stimuliert und in Harmonie gebracht. „Man hat dabei das Gefühl von Geborgenheit, Raum- und Zeitgefühl lösen sich auf und man kann vor sich hinträumen“, beschreibt die Heilpraktikerin diese spezielle Form des Shiatsu. Ihren Klienten geht es vor allem um die entspannende, meditative Wirkung der Behandlung. Behutsam werden fließende Bewegungen ausgeführt, so dass die Patienten sich wie zurückversetzt in den Mutterbauch fühlen und komplett abschalten können. Durch die tiefe Bauchatmung und dem Wasserdruck von außen wird der Stoffwechsel angekurbelt. Verspannungen und Blockaden können so sanft gelöst werden.

Nasendusche & Inhalation
Nasen lieben warmes Salzwasser. Darin könnten sie baden. Gerade im Winter, denn dann haben sie es besonders schwer: Schnupfen setzt ihnen zu und sie leiden unter der trockenen Heizungsluft in Innenräumen. Dagegen hilft am besten eine Spülung mit warmen Wasser, in dem eine Messerspitze Kochsalz aufgelöst wurde. In der Apotheke gibt es spezielle Nasenduschen mit „Einfüllstutzen“, die das erste Mal erleichtern. Schließlich mutet es wenn nicht befremdlich, so wenigstens unappetitlich an, erst das eine, dann das andere Nasenloch mit Warmwasser zu fluten, um festgesetzte Bakterien und überflüssiges Sekret heraus zu spülen. Doch es ist eine Wohltat. Für die übrigen Atemwege bietet sich das Inhalieren von Wasserdampf an. Jede Mutter hat da ihr Geheimrezept für die beste Inhalationsmischung. Zu den Standardzutaten, die in einer Schüssel mit heißem Wasser übergossen werden, gehören: Chinesische Tropfen, Honig, Salz und ein Beutel Kamillentee. Handtuch drüber werfen und den Dampf tief einatmen. Balsam für die Mund, Rachen und Lunge.

Heilwasser
Neben ihren fünftausend Brotsorten ist den Deutschen das Trinkwasser das liebste Lebensmittel. Sie unterscheiden nicht nur Mineral- und Tafelwasser (bekanntlich eine sprachliche Überhöhung des Leitungswassers), sondern auch Heilwasser, das sogar den Status von Arzneimitteln genießt. Dafür muss der Abfüller wenigstens eine vorbeugende, lindernde oder heilende Wirkung nachweisen. Heilwasser wirkt, indem es den Stoffwechsel stimuliert und – je nach Zusammensetzung – Magen, Darm und Nieren anregt. Es wird aus unterirdischen Quellen abgefüllt und enthält besonders viele wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente, die bereits gelöst sind und so rasch vom Körper aufgenommen werden können.

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