Anschnallpflicht nach Schlaganfall: Vorsicht bei gerinnungshemmenden Medikamente


Wer einen Schlaganfall infolge einer Minderdurchblutung des Gehirns erleidet muss auch nach Abschluss der Behandlung sein Leben lang vorbeugend Medikamente einnehmen. Sie sollen das Blutt flüssiger machen und damit das Risiko einer erneuten Gefäßverstopfung im Gehirn verringern. Zwar haben diese Medikamente Nebenwirkungen und bringen Einschränkungen für den Alltag des Patienten mit sich, doch ist das gesundheitliche Risiko für gefährdete Personen viel größer, wenn sie keine Medikamente einnehmen würden, sagen Neurologen wie Prof. Dr. Rudolf Töpper, Chefarzt der Neurologie und Stroke Unit der Asklepios-Klinik in Hamburg-Harburg. Töpper, der seit vielen Jahren ehrenamtlich als Regionalbeauftragter der Schlaganfall-Hilfe fungiert, benutzt ein alltägliches Beispiel zur Veranschaulichung: „Gerinnungshemmende Medikamente sind wie ein Sicherheitsgurt beim Autofahren: Sie bieten keinen absoluten Schutz, aber sie machen das Leben viel, viel sicherer.“ Man unterscheidet drei gängige Mittel zur Gerinnungshemmung: Acetylsalicylsäure, kurz ASS, der Wirkstoff des Medikaments Aspirin, Phenprocoumon, das in Deutschland als Marcumar verschrieben wird, und Heparin, das unter die Haut gespritzt und vorwiegend im Krankenhaus eingesetzt wird. „ASS kann zu Problemen mit dem Magen führen und Magengeschwüre verursachen“, sagt Töpper, „schwarzer, so genannter Teerstuhl ist ein Hinweis auf Sickerblutungen im Magendarmtrakt, die unter ASS auftreten können.“ Marcumar hingegen könne in seltenen Fällen zu Haarausfall, aber auch zu Blutungen führen. „Eine verstärkte Blutungsneigung ist aber keine Nebenwirkung sondern hängt mit der Hauptwirkung des Medikaments zusammen“, so Töpper. Deshalb seien für Patienten, die Marcumar einnehmen, auch regelmäßige Untersuchungen notwendig, bei denen der Gerinnungsgrad des Bluts (INR) gemessen wird. Wenn dieser zu gering ausfällt, wirkt das Medikament nicht wie es soll, ist er zu hoch, steigt das Risiko von Blutungen. Weil es in seltenen Fällen allergische Reaktionen auf Heparin gibt, müssen auch bei diesem Medikament entsprechende Kontrollen stattfinden. Nur bei der dauerhaften Einnahme von ASS ist keine zusätzliche Kontrolluntersuchung notwendig.

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