Fit als Foody: Wie man trotz Leidenschaft für Süßes gesund bleibt


Weingummi-Berge in der Auslage eines Wiener Feinkostgeschäfts.
Weingummi-Berge in der Auslage eines Wiener Feinkostgeschäfts.

Die meisten der leckeren Dinge, die ich in meinem Blog vorstelle, haben eines gemeinsam: Sie sind ungesund, enthalten viel zu viel Zucker, Fett und Salz. Und darüber hinaus handelt es sich meist um verpackt und haltbar gemachte, industriell hergestellte Lebensmittel mit vielen Zusatzstoffen und künstlichen Aromen. Kein Wunder also, dass mein Bodymassindex (BMI) inzwischen auf 24,9 angeschwollen ist. Damit mein Körper mit dem ganzen süßen Zeug klar kommt und ich auch in Zukunft Naschspezialitäten vorstellen kann, versuche ich, die diese 6 schlichten  Gesundheitsregeln, die ich mir selbst auferlegt habe, zu beachten. Oft gelingt es mir schon… 

Sweets Blogger leben gefährlich, denn ihre Arbeit birgt diverse Berufsrisiken wie Fettleibigkeit, Diabetes oder Karies. Als jemand, der gern und viel ungesundes Zeug verputzt und darüber schreibt, muss ich mir über die Gefahren im Klaren sein: vor allem zu viel Zucker und überhaupt Kohlenhydrate machen dick, krank und schaffen im Mund optimale Bedingungen für Karies. Aber auch das Fett und viele Salz in den Chips wirken sich nachteilig auf die Gesundheit aus. Die folgen den Regeln sollen mir helfen, diese Nachteile auszugleichen bzw. im Zaum zu halten.

Sweets Blogger-Regel Nr. 1: Täglich viel Obst und Gemüse
Wenn man schon viele schlechte Sachen ist, sollte man auch ein paar gesunde essen. Ärzte empfehlen über den Tag verteilt 5 bis 8 Portionen Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Das ist schon eine ganze Menge, die man nur schafft, wenn schon morgens z. B. Gurke und Tomate dabei ist, Mittags zwei Gemüsesorten oder Salat wählt, nachmittags Obst ißt und abends am besten wiederum Obst und Gemüsiges als Beilage. Wichtig ist hier, schon beim Einkaufen ordentlich frisches und tiefgekühltes Obst und Gemüse mitzunehmen, damit immer was zu Hause und auf der Arbeit ist. Hier sehe ich noch eine Menge Potential für die Lebensmittelindustrie, unsere Versorgung mit leicht zugänglichen Gemüse-Snacks zu verbessern, seien es Sellerie-Sticks, Rohkost-Teller oder Gemüse-Smoothies.

Sweets Blogger-Regel Nr. 2: Nicht beim Fernsehen oder Arbeiten essen
Eine der selbst auferlegten Regeln, die ich am häufigsten breche. Denn das Dumme am Nebenbei-Essen: Man merkt gar nicht, wie viel man futtert, weil man vom Fernsehen oder Tippen am Computer abgelenkt ist. Und dabei nimmt man nicht mal bewußt den Geschmack wahr, um den es ja schließlich geht, weil das Gehirn gleichzeitig mit anderen Aufgaben belastet wird und sich eben nicht auf zwei Sachen gleichzeitig konzentrieren kann. Echt blöd, dieses blinde Mampfen und eines Food Bloggers nicht würdig.

Sweets Blogger-Regel Nr. 3: Verkosten und teilen, nicht alles selbst aufessen
Egal wo und wann, ich gucke immer nach interessanten neuen Produkten und kaufe sie. Okay, manchmal fotografiere ich sie auch erstmal nur im Laden, um noch mal zu überlegen, ob ich sie wirklich brauche, weil sie zu einem Blogbeitrag passen oder nicht, dann kaufe ich sie ggf. später – ist ja auch eine Kostenfrage. Auf jeden Fall zwinge ich mich dazu, nicht alles auf einmal zu verschlingen, sondern die Neueingänge bewußt zu verkosten, um Verpackung, Geschmack und Konsistenz angemessen prüfen und würdigen zu können. Verkosten bedeutet dabei: Kleine Happen entnehmen, daran riechen, drücken, anschauen, in den Mund nehmen, schmecken, kauen, wieder schmecken, alle Wahrnehmungen aufschreiben. Die noch verpackten Reste einer Kostprobe teile ich in der Regel mit Freunden und Arbeitskollegen – es sei denn, es war so gut, dass ich einfach alles aufessen musste.

Sweets Blogger-Regel Nr. 4: Mit viel Wasser spülen
Wie bei jeder Verkostung muss der Mund zwischen zwei Gängen kräftig mit Wasser gespült werden: um Restgeschmack vom Vorgängerprodukt weg zu spülen, aber auch, um das Säuremilieu im Mundraum wieder kariesunfreundlicher zu machen. Also nach jedem Bissen ein Schluck aus der Wasserflasche! Und schließlich tut das Trinken von viel Wasser dem Körper insgesamt gut, gerade wenn er eine Menge zuckriger Speisen zu verdauen hat! Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 1,5 Liter pro Tag, und das schafft man nur, wenn man im Laufe des Tages immer wieder einige Gläser Wasser zu sich nimmt. Ich zähle mit und komme eigentlich immer drüber. Das letzte Glas Leitungswasser gibt es abends vor dem Schlafengehen. Wer Wasser lieber mit Prickel mag, sollte über den Kauf eines Wassersprudlers von Sodastream oder BWT nachdenken – dann hat man immer frisches Soda zu Hause.

Diese Zahnseiden sind für sich genommen schon Besonderheiten mit Cupcake-, Schinken oder Cranberry-Geschmack. Die Verpackungen passen dazu.
Zahnseide gibt es auch in vielen irren Geschmacksrichtungen, z. B. Kuchen, Schinken, Cranberry, Teebaumöl und vielen mehr. Allerdings nur über Onlinehändler oder als Mitbringsel aus den USA.

Sweets Blogger-Regel Nr. 5: Intensive Zahnpflege
Gerade erst musste ich es wieder am eigenen Leib erfahren, wie grausam die Folgen mangelnder Zahnpflege sein können: Wurzelbehandlung am Backenzahn! Zwei Mal zwei Stunden Mund weit offen halten mit Saugern, Bohrern und kleinen Gewinde-Nadeln, die in die Nervenkanäle geschraubt werden. Und alles nur, weil ich in den Zwischenraum zwischen Backzahn und Weisheitszahn so schlecht komme und sich dort Bakterien einnisten konnten, die unbemerkt, aber schnell den Zahn befallen haben. Kinder, das wünscht man keinem! Und deshalb steht fr mich fest: Wenn schon klebrige Marshmallow-Crisp-Riegel und dergleichen verspeist werden, ist eine Extrarunde in der Zahnwaschanlage dran und zwar mit oszillierender Testsieger-Bürste von Braun, der teuersten Elmex-Professional für empfindliche Zahnhälse und anschließender Zahnzwischenraumfeinmechanik mit Bürstchen und gewachster Zahnseide. Hinterher Lysterin-Spülung (Meridol-Mundspülung färbt meine Zähne leider dunkel wie ich bemerkt habe) und dann noch im Wechsel Apa Care Zahnreparatur-Gel, Elmex Fluor Gelée und GC Tooth Mooth Recaldent auf die Zähne. Selbstverständlich zwei mal im Jahr zum Zahnarzt zur Kontrolle und zur professionellen Zahnreinigung.

Sweets Blogger-Regel Nr. 6: Bewegung und Sport
Kennt jeder, weiß jeder, wer viel isst, muss sich bewegen. Ich kann zumindest von mir sagen, dass ich viel spazieren gehe und zwar freiwillig, aber auch zwei Mal die Woche zum Sport ins Fitnessstudio, im Sommer nach Schwimmen in der Berliner Seen und Tischtennis – aber nur sehr unregelmäßig. Außerdem stelle ich häufiger das Auto zwei Kilometer vom Büro entfernt ab und laufe den Rest des Wegs zur Arbeit. Meine Apple Watch sagt mir zwar meistens, dass ich mein tägliches Bewegungsziel erreiche, aber weiß die schon! Und ehrlich gesagt ahne ich, dass das eben doch nicht reicht, um mein Gewicht zu halten. Dafür sitze ich eben zu viel am Schreibtisch. Deshalb schaue ich mich jetzt nach einer Gruppensportart wie Badminton oder Rudern um, um durch etwas Gruppenzwang noch regelmäßiger Sport zu machen.

Nachtrag vom 21.11.2016: Die Hotelwaage hat gerade 100 Kilogramm angezeigt. Ist ihr zu trauen? Steht sie schief? Man weiß es nicht. Tatsache ist: Mein Candy-Blogging fordert seinen Tribut. Es hat mich schwerer gemacht als jemals zuvor. Zu viele übersüßte, fettgetränkte und mit Suchtmitteln vollgestopfte Naschereien mussten getestet und bewertet werden und nun habe ich die Quittung dafür bekommen. Zeit für eine Pause? Ich habe alle Argumente dafür und dagegen abgewogen, mit mir gerungen, aber wie die Kanzlerin entscheide ich mich auch für das Weitermachen: Für meine Leser und für die Süßwarenindustrie, weil ich noch Neugierde in mir habe und noch immer kein altes Wrack bin. Aber etwas mehr Sport werde ich treiben und vielleicht nicht jedes missglückte Lebensmittelexperiment futtern. Aber wer weiß… 

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