„Süßware klebt“: Quick-Wins vom Seminar eCommerce an der ZDS

Oliver Numrich Naschkater-com Influencer-Vortrag ZDS

Social Media Influencer sind in aller Munde und standen auch im Zentrum des Vortrags, den ich Mitte Mai im Rahmen des Seminars „E-Commerce für Süßwaren“ an der Zentralfachschule der deutschen Süßwarenwirtschaft e. V., ZDS, in Solingen gehalten habe. Dabei hatte ich Gelegenheit, auch andere interessante Vorträge mitzuerleben, die mir die eine oder andere Erkenntnis bescherten, die ich hier mit euch teilen möchte.

Erste Einsicht: Wer einmal in diesem Bereich gearbeitet hat, bleibt auch dabei, oder kurz gesagt: „Süßware klebt“ und das dürfte in zweifacher Hinsicht stimmen.

Einen sehr interessanten Einblick in seinen Unternehmensalltag gab Chocri-Gründer und Geschäftsführer Michael Bruck. Folgende Aussagen von ihm habe ich notiert (ohne Gewähr):

  • Die vielen Social Media-Angebote haben zu mehr Kundenservice geführt, einfach weil die Unternehmen auf die Kritik im Netz reagieren müssen.
  • Smartphones verändern das Bestellverhalten, sorgen für mehr Impulskäufe: Wenn man sich an der Bushaltestelle langweilt, kann man über das Smartphone nebenbei ein personalisiertes Produkt bestellen. Shops müssen deshalb intuitiv und responsive sein.
  • Auch wer heute seinen Onlineshops mit B2C-Ausrichtung betreibt, sollte über B2B nachdenken, weil Kundenbetreuung und Versand so aufwändig  sind.
  • Social Media beschleunigt auch Marketingaktionen: Innerhalb kurzer Zeit können sie explodieren. Aber nach dem Höhepunkt folgt auch schnell die Abnutzung. Einer Wiederholung fehlt dann der Wow-Faktor „Das kennen wir schon! Langweilig!“
  • Durch Onlineverkäufe erhält man Kundendaten, z. B. auch Produktvorlieben nach Regionen, und kann diese im stationären Einzelhandel gezielt nutzen, etwa indem man online beliebte Produkte in der entsprechenden PLZ-Region verstärkt anbietet. Es kann sinnvoll sein, die Online-Renner auch offline besser zu platzieren oder das Sortiment entsprechen zu optimieren, welche Sachen zusammen gekauft werden.
  • Im Onlinehandel ist „Rapid Prototyping“ schneller und günstiger möglich: In seiner Versuchsküche werden z. B. 1.000 Stück einer Neuentwicklung angefertigt und man schaut dann online, wie sich das verkauft, bevor man in die Großproduktion geht. Die Kundenbefragung kommt gratis in Form der Online-Kommentare.
  • Vorteil eines Onlineshops: Die Verpackung muss nicht aufwändig sein und so toll aussehen wie in einem Ladengeschäft. Stattdessen kann das Produkt detailliert vorgestellt und inszeniert werden.
  • Problem beim Onlinehandel: Ein Paket zu erhalten ist Stress für den Kunden. Wenn er bei mehreren Onlineshops bestellt, dann muss er mehrmals Paket empfangen oder abholen. Deshalb ist Chocri auch bei Amazon zu finden, sowohl als Händlershop als auch als mit Versand durch Amazon. Für Kunden hat das den Vorteil, dass sie keine Adressen- und Zahlungsdaten eingeben müssen, weil die meisten ohnehin schon ein Amazonkonto haben.
  • Abomodelle haben viele Vorteile: regelmäßiger Verkauf, aber auch Planbarkeit von Aufträgen und die Möglichkeit, bei kurzfristigen Auftragsflauten diese vorzuziehen.
  • Mass Customization wie im Falle „Deine Coke“ mit individuellen Ettiketten führen zu einer hochemotionalen Bindung der Kunden/Fans mit der Marke.
  • Erst durch Onlineshops mit stark standardisierten Prozesse ist die massenhafte Personalisierung von Produkten möglich geworden.
  • Großformatige Geschenke mit persönlichen Aufschriften werden immer beliebt.
  • Wenn ein Produkt nicht personalisiert werden kann, sollte man zumindest die Personalisierung der Verpackung ermöglichen.
  • Auch B2B-Portale werden wichtiger wie Mercateo oder Amazon Business. Hier können Firmenkunden komfortabel verschiedene Produkte, auch in selten benötigte in kleinen Mengen, bei einem Händler kaufen.
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