Erste Eindrücke von der Snack19 in Wiesbaden

Snack19 Wiesbaden Eröffnung
Snack19 Wiesbaden Eröffnung

Die Konferenzabteilung des Deutschen Fachverlags, der unter anderem Lebensmittel Zeitung, Foodservice und Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung herausgibt, hat für den 27. und 28. August 2019 zur Snack19 nach Wiesbaden eingeladen.

In Vorträgen ging es unter anderem um Generaltrends beim Snacken in Deutschland, Holland und weltweit sowie um einzelne Snackprodukte wie Poke Bowls, Cold Brew Coffee und bayerischen Whiskey. Workshops beschäftigten sich mit den Themen Food Waste, Premium Snacks und Inszenierung von Fleischwaren.

Auf einer begleitenden Messe präsentieren Zulieferer ihre Ideen für Bäckereien, Fleischereien, Hotellerie und Gastronomie. Außerdem zeigen vegane Start-ups ihre Produktinnovationen.

Chefredakteure von Fachzeitschriften eröffneten Konferenz

Bernd Biehl, Vizechefredakteur der Lebensmittel Zeitung, stellte eingangs fest: „Snacks gab es schon immer, früher am Ausgang des Supermarkts die Imbissbude für die Zwischenverpflegung mit Leberkäsebrötchen oder Currywurst. Snacks müssen da sein, wo die Leute sind!“ Es komme darauf an, wer vom Snacktrend profitiert: Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) oder die Frische-Experten wie Bäcker, Metzger oder Imbisse. Bei den Sushi-Inseln im Supermarkt sei die Kompetenz quasi ausgeliehen, ebenso bei Bäckern in der Vorkassenzone.

Der LEH sei auf dem Convinience-Trip mit Salatbars, Schnippelküchen, Suppen, alles „to go“ in immer besserer Qualität, teilweise von Markenherstellern, teilweise Eigenprodukte. „Bagel und Wraps haben Fleischkäse-Brötchen in anspruchsvolleren Geschmacksgruppen abgelöst“, konstatiert Biehl, „aber im Supermarkt kann das nicht mit Fachspezialisten Wie Fleischer konkurrieren, weil es immer verpackt sein muss.“ Grundsätzlich gebe es zwei Nutzerarten: die einen, die den Snack sofort frisch essen wollen und diejenigen, die ihn mitnehmen, um ihn ein oder zwei Stunden, zum Beispiel im Büro, zu konsumieren. Der Standortvorteil des SB-Warenhauses auf der grünen Wiese nimmt ab, weil Lebensmitteleinkauf viel stärker dezentral und häufiger stattfindet. Auch die Familien werden kleiner. Und in den Innenstädten gibt es ohnehin ein umfangreiches Snack-Angebot.

Boris Tomic, Chefredakteur von Foodservice, versuchte sich zunächst an einer Definition des Snackbegriffs: „kleine Mahlzeit, abgepackt oder frisch, schnell auf die Hand“. Snacks würden immer beliebter, weil die althergebrachten Familienmuster und Arbeitswelten sich auflösten – so essen nur noch 2% der Bevölkerung als Familie dreimal täglich zusammen. Snack sei das Essen der Singles (50% der Haushalte in Großstädten sind Single-Haushalte) und der Aktivgesellschaft, die extrem mobil ist. So wie man dank Internet, Mobiltelefon und Coworking Space ohne festen Schreibtisch immer und überall arbeiten kann, kann man auch ohne Küchentisch überall Nahrung aufnehmen. Der Snackmarkt wachse jedes Jahr um 3 bis 5%. Die Wachstumstreiber seien gesund, hipp und fancy, etwa Schüsseln voller gesunder Zutaten, so genannte Bowls. Für den Erfolg von Snacks sei auch der richtige Einsatz von Social Media Kanälen wichtig. Beispiele für gelungene Inszenierungen böten unter anderem das Frittenwerk, Beets & Roots sowie The Dawg.

Burkart Schmidt, Chefredakteur von gv-praxis sieht Cafébars wie Starbucks als ideale Testfelder für aktuelle Snacks. Cafébars hätten es außerdem geschafft, das Pricing für Kaffee massiv nach oben zu treiben. Im Bürobereich sei der Snack aus Kaffee mit Backware ein unschlagbares Duo.

In der anschließenden Diskussion wurde als Innovations-Treiber im Snackmarkt nicht der LEH sondern die Spezialisten ausgemacht. Der LEH würde nur das übernehmen, was er gut vervielfältigen kann. Aber aufgrund seiner vielen Standorte und dem damit verbundenen Volumen habe er eine massive Marktmacht. Dazu kommen Tankstellen, die ebenfalls in diesem Segment stark sind. Die Wucht des LEH sei immens wenn man sich allein die Größenordnungen vergegenwärtige: zwar habe die Restaurantkette „Hans im Glück“ (Durchschnittsbon 15 Euro) inzwischen bereits etwa 150 Standorte in Deutschland, aber beispielsweise Penny 2.500 Standorte. Einig waren sich die drei Chefredakteure, dass der Markt weiter wächst und genug Kunden für alle bietet. Allerdings reiche es nicht aus, ein gutes Produkt zu liefern, auch die Geschichte drumherum müsse passen, eben: Guter Geschmack und gutes Gewissen!

Fortsetzung folgt…

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