Brigitte Frommeyer: „GEPA-Schokolade ist von der Bohne bis zur Tafel fair“

Brigitte Frommeyer, Gepa-Pressestelle
Brigitte Frommeyer, Gepa-Pressestelle / Bildnachweis: ©GEPA – The Fair Trade Company/C. Schreer; Collage naschkater.com

Flattr this!

Ich habe mit Brigitte Frommeyer, Pressereferentin von Europas größtem Fair-Trade-Händler für Lebensmittel über dessen Schokoladenspezialitäten gesprochen und warum, GEPA-Schokolade „fairer“ ist als manch andere. Auch welche Sorten gut laufen und welche sie auslisten mussten, weil sie keiner gekauft hat, hat sie mir verraten.

naschkater.com: Welche Linien im Bereich der Edel- und Herkunftsschokoladen bietet GEPA zurzeit im deutschen Lebensmitteleinzelhandel an?

Brigitte Frommeyer: Unser Kakao stammt aus Ländern, deren Kakao laut der Internationalen Kakao-Organisation als „Edelkakao“ bezeichnet wird. Zum Beispiel São Tomé, Dominikanische Republik, Bolivien, Peru. Zu unserem Premium-Segment gehören Bitterschokoladen, Spezialitäten-Schokoladen wie Kardamom, Fleur de Sel, Garam Masala, vegane Schokoladen und weiße Schokoladen.

naschkater.com: Welche Produkte aus diesem Segment laufen besonders gut?

Brigitte Frommeyer: Bei den Herkunftsschokoladen ist insbesondere unsere Schokolade „São Tomé 95%“ mit einem Wachstum von 20 Prozent hervorzuheben. In unserem GEPA-Schokoladen-Ranking steht sie im Vertriebsbereich Lebensmitteleinzelhandel an fünfter Stelle. An erster Stelle steht die „Edelbitter 85%“, an zweiter Stelle unsere „Fleur de Sel“. Unsere „Edelbitter 85%“ steht im Vertriebsbereich Einzelhandel an vierter Stelle im Gesamt-GEPA-Produkte Ranking. Unsere veganen Schokoladen verzeichnen auch ein 30-prozentiges Wachstum. Insgesamt haben unsere Schokoladen im Einzelhandel im Schnitt ein zweistelliges Wachstum. Das hängt auch mit unserem hohen Qualitätsanspruch zusammen. Wir setzen beispielsweise nur Kakaobutter ein -keine Fremdfette! Auch keinen raffinierten Weißzucker. Die Innenfolien sind neuerdings auch heimkompostierbar. Und 97 Prozent unserer Schokoladen sind bio- oder sogar Naturland-zertifiziert.

naschkater.com: Sind für die nächste Zeit neue Produkte oder Marketingmaßnahmen geplant?

Brigitte Frommeyer: Ja, wir planen für 2020 eine Linie mit fünf neuen Schokoladen. Näheres möchten wir aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten.

naschkater.com: Nimmt das Interesse des Verbrauchers an den sozialen und ökologischen Herstellungsbedingungen von Kakao zu? Spielt dabei auch die Single Origin-Herkunftsschokolade eine Rolle, weil sie den Fokus auf ein Land legt?

Brigitte Frommeyer: Ja, von einem gestiegenen Interesse ist schon auszugehen – denn es gibt ja vermehrt auch Nachhaltigkeitsinitiativen von Mitbewerbern. Wobei das für uns nicht gleichbedeutend ist mit Fairem Handel. Denn im Fairen Handel mit seinen international anerkannten Standards gibt es klar definierte Preiskriterien, zum Beispiel Mindestpreise in Zeiten niedriger Weltmarktpreise oder Fairtrade-Prämien. Allgemein wird der Markt immer noch von wenigen Unternehmen beherrscht. Das Forum Fairer Handel beschreibt das in seiner Broschüre „Aktuelle Entwicklungen im Fairen Handel“: in der Schokoladenproduktion sowie im Handel gibt es eine Konzentration auf nur wenige Unternehmen. Die Supermärkte sehen Schokolade leider als sogenanntes Ankerprodukt, nach dem Kunden ihren Einkauf entscheiden. Entsprechend hoch ist der Preisdruck! Nach unserer Erfahrung ist Transparenz für Verbraucher schon wichtig. Insofern könnte hier auch Single-Origin-Schokolade ein Rolle spielen.

naschkater.com: Was macht GEPA-Schokolade denn konkret „fairer“ als die Produkte andere Hersteller, die auch auf Nachhaltigkeit setzen?

Brigitte Frommeyer: Uns ist die Transparenz wichtig. Deshalb betonen wir, dass unsere Schokolade ohne Mengenausgleich hergestellt wird, der nach den Kriterien von Fairtrade International unter anderem für Zucker und Kakao erlaubt ist. Die Schokolade ist von der „Bohne bis zur Tafel“ fair. Beispielsweise heißt das für Kakao, dass bei der Produktion der GEPA-Schokolade Kakaobohnen aus fairem und konventionellem Anbau nicht vermischt werden. Die zu fairen Bedingungen angebauten Rohwaren wie Kakao und Zucker sind tatsächlich auch physisch in den GEPA-Schokoladen enthalten und bis zur Tafel rückverfolgbar. Denn sowohl die Genossenschaften in Kamerun und Costa Rica als auch Verarbeiter trennen fair gehandelte von nicht fair gehandelter Rohware, die womöglich durch ausbeuterische Kinderarbeit produziert wurde. Die Verbraucherzentralen fordern hier schon seit Jahren, dass fair gehandelte Schokoladen, die mit Mengenausgleich hergestellt werden, entsprechend deutlich auf der Vorderseite gekennzeichnet werden sollten.

naschkater.com: Werden auch Saisonprodukte wie Osterhasen oder Weihnachtsmänner edler und fairer?

Brigitte Frommeyer: Wir arbeiten daran, uns hier stärker am Markt zu positionieren, um neben den großen konventionellen Anbietern bestehen zu können. Hervorzuheben sind hier beispielsweise unsere Schokobischöfe mit Mitra, unser Adventskalender mit Krippenmotiv oder unsere Osterhasen und Osterhäsinnen. Einige EDEKA-Einzelhändler, Budnikowsky-Märkte und zum Beispiel Marktkauf Bielefeld bieten unsere Saisonprodukte an.

naschkater.com: Gibt es auch eine Schokolade, die einfach überhaupt nicht lief?

Brigitte Frommeyer: Ja, unsere Spezialitäten „Bengali Curry“ und eine weiße Chili-Schokolade mussten wir auslisten, weil sie offensichtlich doch nicht den Massengeschmack getroffen haben. Den genauen Grund kennen wir nicht, denn andererseits verzeichnen wir bei unserer „Garam Masala“ zweistellige Umsatzzuwächse. An einem zu exotischen Geschmack kann es also nicht gelegen haben.

naschkater.com: Frau Frommeyer, ich danke für das Gespräch.

Mehr Informationen zu den Pluspunkten der GEPA-Schokolade gibt es hier

Übersicht einiger GEPA-Schokoladen- und Kakaoprodukte

Wenn Sie einen Rechtschreibfehler gefunden haben, benachrichtigen Sie uns bitte, indem Sie den Text auswählen und drücken Sie dann Strg + Eingabetaste.

Werbeanzeigen

Ersten Kommentar schreiben

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.