Hershey’s: Schokolade, Küsse and Riegel von der Hershey Company

Hershey's Kisses Strawbery Ice Cream Cone Share Pack USA 2024
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The Hershey Company – auch kurz Hershey’s genannt – ist einer der größten Schokoladenhersteller der Welt. Seine bekanntesten Marken sind neben Hershey’s Kisses (eingeführt 1907) die Bonbons von Jolly Rancher, Ice Breakers und Twizzlers, die Whoppers (eine US-Version von Maltesers), York Peppermint Pattie (1940) und viele traditionsreiche Schokoriegel wie Payday (1932), 5th Avenue (1936), Heath (1914), Mr. Goodbar (1908), Whatchamacallit (1978), Zagnut (1930) und Zero (1920).

Darüber hinaus gehört auch die Peanut Butter-Marke Reese’s zu Hershey. Erdnussbutter-Schokoladen-Produkte von Reese und anderen behandele ich aber in einem separaten Artikel. Nebenbei stellt Hershey auch noch Backwaren und Getränke her und produziert und vertreibt Schokoladenwaren anderer Hersteller in den USA unter Lizenz, so zum Beispiel das amerikanische KitKat von Nestlé.

Nachdem Milton Snavely Hershey auf der Weltausstellung 1893 in Chicago erstmals deutsche Schokoladenmaschinen gesehen hatte, verkaufte er seine erfolgreiche Karamellfirma und gründete 1894 die Hershey Chocolate Company. Hersheys Vorfahren stammten aus der Schweiz, ihr ursprünglicher Name Hirschi wurde zu Hershey amerikanisiert. Das Händchen für Schokolade scheint demnach doch fest in der DNA der Schweizer verankert zu sein…

1896 baute Milton S. Hershey eine Anlage zur Milchverarbeitung, um Schokoladenbonbons herstellen zu können. 1899 entwickelte er das Hershey-Verfahren, das weniger empfindlich auf die Milchqualität reagiert als herkömmliche Methoden. 1900 begann die Herstellung von Hershey’s Milk Chocolate Bars. 1907 kamen die mundgerecht geformten Kisses, 1925 folgte der Mr. Goodbar, ein Jahr darauf der Schokoladensirup.

Gemeinsame Geschichte von Hershey’s und Mars

Der Sohn des langjährigen Hershey-Vorstandsvorsitzenden Murrie lernte auf einer Studienreise in Europa kurz vor dem zweiten Weltkrieg Forrest Mars kennen, den Sohn von Milky Way-Erfinder Frank C. Mars. Gemeinsam erfanden sie Schokoladenkugeln, die durch eine Zuckerhülle vor dem Schmilzen geschützt werden: Mars & Murrie’s, kurz M&M’s. Nach dem Krieg kaufte Mars Murrie seine Anteile ab und wurde zu einem der größten Wettbewerber Hershey’s.

Nach Reformulierung teilweise keine Schokolade mehr

Seitdem Anfang der 2020er Jahre die Rezepte einiger Hershey-Schokoladenprodukte reformuliert wurden und statt Kakaobutter Pflanzenöl verwendet wurde, darf Hershey diese Produkte nicht mehr Schokolade nennen, weil sie der Definition der FDA (Food and Drug Administration) für Milchschokolade nicht mehr entsprechen. Diese Produkte werden nun als Pralinen bezeichnet oder mit dem Begriff „schokoladig“ umschrieben.

Schokoladen-Produkte von Hirshey’s

Hershey’s Kisses

Schokoriegel von Hershey’s

Die Geschichte der Hershey-Riegel ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich ein Süßwarenkonzern über mehr als ein Jahrhundert hinweg aus einfachen Grundprodukten, Aufkäufe und Neuentwicklungen ein erstaunlich breites Sortiment aufgebaut hat.

Viele der bekannten Namen stammen nicht einmal ursprünglich von Hershey selbst, sondern wurden erst später übernommen, umbenannt oder in neue Markenfamilien eingegliedert. Die folgende Tabelle ordnet die wichtigsten Riegel chronologisch und informiert jeweils über Rezeptur, Herstellung und Vermarktung.

Jahr Name Ausführliche Beschreibung
1900 Hershey’s Milk Chocolate Bar Der Ausgangspunkt der Hershey-Riegelwelt: ein bewusst schlichter Milchschokoladenriegel, der auf standardisierte, großindustriell gut machbare Produktion setzte und Hershey als Alltagsmarke etablierte. Verkaufstechnisch war das Produkt auf Breitenwirkung statt Exklusivität angelegt, also auf einen Preis, der Schokolade für den Alltag erreichbar machte. Der Name ist direkt vom Unternehmensgründer abgeleitet und steht für das Kernprodukt der Firma.
1920/1988 Mounds Ein Kokosriegel in dunkler Schokolade, ursprünglich im Jahre 1920 von Peter Paul entwickelt und ca. 1988 in die Hershey-Familie übernommen. Der Name bezieht sich auf die Form des Riegels: ein Mounds-Riegel besteht nicht aus einer langen, durchgehenden Stange, sondern ist in zwei separate, hügelförmige Einzelstücke aufgeteilt. Die dicken, abgerundeten Stücke aus Kokosmasse, die mit dunkler Schokolade überzogen sind, erinnerten die Erfinder optisch an kleine, sanfte Hügel („Mounds“).
1925 Mr. Goodbar Ein früher Schokoriegel mit Erdnüssen, der die klassische Kombination aus süß und salzig in den Massenmarkt brachte. Produktionsseitig ist er vergleichsweise unkompliziert, weil die Füllung auf bewährte Standardkomponenten setzt und keine aufwendigen Schichtsysteme braucht. Der Name ist ein freundlich klingender, fast personifizierte Kunstname; ursprünglich wurde die Marke sogar mit einer Art Pseudofirma vermarktet, weil Hershey den Riegel zunächst von der eigenen Markenwelt abkoppeln wollte.
1928 Heath Ein Toffee-Riegel mit Mandeln und Schokolade, dessen Herstellung präzises Kochen und kontrolliertes Abkühlen des Toffees verlangt, um den typischen harten Biss zu erzielen. Ursprünglich wurde er von den Heath Brothers entwickelt; seit 1996 Teil von Hershey. Er gehört also zu den durch Hershey übernommenen Klassikern. 
1930 Zagnut Ein ungewöhnlicher Riegel mit Erdnussbutter und gerösteter Kokosnuss, der ohne Schokoladenüberzug auskommt. Genau diese schokoladenfreie Rezeptur macht ihn produktionstechnisch und sensorisch ungewöhnlich sowie länger haltbar. Der Name ist markant und etwas exzentrisch; er könnte zurück gehen auf dien früheren Hersteller (D.L. Clark Company), die auch ein Popcorn-Produkt namens „Zig Zag“ im Sortiment hatten, denn „Zigzag“ war in den 1930er-Jahren ein populärer Slang-Ausdruck. Als der Zagnut-Riegel im Jahr 1930 eingeführt wurde, nutzte man „Zag“ als Namensanlehnung an diesen Klassiker und fügte die Nuss (Nut) als zweiten Wortteil hinzu, um an die enthaltene Erdnussbutter anzuspielen. 
1932 Payday Payday wurde in einer Zeit verkauft, in der ein Snack nicht nur süß, sondern auch sättigend wirken sollte. Die dichte Erdnussschicht und der karamellartige Kern machten den Riegel für die Depressionsepoche attraktiv, weil er wie ein kleiner, preiswerter Energieblock wirkte. Der Name ist besonders stark: Er verweist direkt auf den Zahltag, also auf Geld, Lohn und kleine Belohnung, und passte damit perfekt zur Verkaufslogik der Zeit.
1936 5th Avenue 5th Avenue lebt von der Spannung zwischen rustikalem Inhalt und elegantem Namen. Ein Riegel mit knusprigem Erdnussbutterkern und Schokoladenhülle, ursprünglich von Luden’s eingeführt. Er lebt vom Kontrast zwischen knusprigem Erdnussbutterkern und Schokoladenhülle, weil dieser Kontrast ihn von weicheren Konkurrenzprodukten unterscheidet. Der Name spielt auf die berühmte New Yorker Straße an und verleiht dem Produkt ein urbanes, mondänes Image, das den Verkaufswert über das bloße Rezept hinaus erhöht.
1938 Krackel Ein Milchschokoriegel mit crisped rice, also knusprigem Reis, der den Biss und das Knuspergefühl in den Mittelpunkt stellt. Der Name ist lautmalerisch und beschreibt genau diese knackige Textur; produktionstechnisch ist die gleichmäßige Verteilung des Reises in der Schokolade entscheidend.
1946 Almond Joy Ein Riegel aus Kokosnuss, Mandeln und Milchschokolade, der als reichhaltigere, nut-basierte Variante der Peter-Paul-Linie bekannt wurde. Der Name kombiniert eine positive Genussbotschaft mit einem verheißungsvollen Tropenimage und wurde auch stark über Werbeslogans kulturell aufgeladen.
1978 Whatchamacallit Die Herstellung setzt auf geschichtete Texturen — Erdnussbutter-Crisp, Karamell und Schokolade — und verlangt deshalb eine stabile, gut abgestimmte Struktur. „Whatchamacallit“ (Wiesolletheißen?!) bedeutet so ungefähr „Dingsdabumsda“; genau diese spielerische Unbestimmtheit machte den Riegel markenpsychologisch einprägsam.
1980 Zero Ein weißer Schokoriegel mit Karamell, Erdnüssen und Mandel-Nougat in einer typischen, hellen Hülle. Der Name „Zero“ spielt auf die helle, fast „weiße“ Erscheinung an und macht den Riegel zu einem auffälligen Gegenentwurf zum dunklen Standard-Candy-Bar-Bild.
1981 Skor Ein Buttertoffee-Riegel mit Milchschokolade, der als Gegenstück zum Heath-Riegel entwickelt wurde. Die Herstellung zielt auf ein besonders knackiges, brittles Toffee; der Name dürfte an das schwedische Wort für „brüchig“ angelehnt sein, auch wenn die Schreibweise im Alltag eher an „Schuhe“ erinnert.
1988 Symphony Ein Schokoriegel, der als milder, ausgewogener und eher harmonisch komponierter Hershey-Riegel aus Milchschokolade mit einer Mischung aus je nach Sorte verschiedenen knackigen Einlagen wie Keks-, Toffee- oder Mandelstückchen positioniert wurde. Der Name spielt auf die Idee eines abgestimmten Zusammenspiels der Zutaten an und klingt bewusst eleganter als viele andere Candy-Bar-Namen.
1988 Take 5 / Reese’s Take 5 Take 5 ist ein relativ junger Mehrkomponenten-Riegel, in dem mehrere Geschmacks- und Texturschichten bewusst kombiniert werden: Schokolade, Erdnüssen, Karamell, Erdnussbutter und Brezeln. Produktionsseitig ist der Riegel anspruchsvoller als einfache Bars, weil die Komponenten harmonisch eingebettet werden müssen, ohne zu bröseln oder zu süß zu wirken und die Balance aus süß, salzig, knusprig und zäh („kauig“) zu erhalten. Der Name verweist direkt auf die fünf Zutaten und zugleich auf eine kurze Genuss-Pause – Take 5 sagt man in Amerika auch, wenn man mal 5 Minuten Pause oder Unterbrechung braucht. Im Zuge der späteren Umbenennung zu Reese’s Take 5 noch stärker als Teil der Markenfamilie aufgeladen.
Zero Candy Bar Caramel-peanut-Almond Nougat covered with White Fudge 96G
Zero Candy Bar Caramel-peanut-Almond Nougat covered with White Fudge 96G

Desserts, Toppings, Sirups und Soßen von Hershey’s

Jolly Rancher Fruchtgummi von Hershey’s

Icebreakers, Twizzlers und Zuckerwaren von Hershey’s

Nonfood-Produkte von bzw. mit Hershey’s

Übrigens: Reese’s Erdnussbutter-Produkte findest Du im Beitrag über Erdnussbutter! Über Cadbury-Schokolade habe ich auch schon geschrieben sowie über die Galaxy-Schokolade von Mars, die an manchen Orten Dove heißt. Mehr Süßigkeiten und Snacks mit gleich zwei Marken drauf, findest Du unter dem Stichwort „Co-Branding„. 

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