Schokoladen-Museum von „Alprose“ in Caslano bei Lugano

Naschkater Oliver vor dem Alprose-Schokoladenmuseum in Lugano.
Naschkater Oliver vor dem Alprose-Schokoladenmuseum in Lugano.

Mal wieder musste ich meinen Italienurlaub für die Arbeit unterbrechen und besuchte das AlproseSchokoladenmuseum auf der Schweizer Seite des Luganer Sees. Der Besuch der Fabrik und einer kleinen Ausstellung kostet fünf Schweizer Franken Eintritt, dafür erhält man aber am Eingang ein Kostpröbchen in Form eines Keks-Sticks, der von der freundlichen Hostess Claudia in den großen Schokobrunnen gehalten wird. Es ist wirklich nur ein winziges Amuse Gueule, das gerade den kleinsten Teil der Zunge benetzt und daher erst recht den Appetit auf mehr verstärkt.

Alprose Schokoland Lugano Mitarbeiterin Claudia
Der Brunnen im Eingangsbereich des Alprose-Schokomuseums ist groß und verführerisch mit flüssiger Schokolade gefüllt. Aber der Probierkeks ist mini…

Nach einer Photo Opportunity mit einer roten Alprose-Kuh (wie man die Bilder später erhält, habe ich übrigens nicht verstanden) in einem kleinen Vorraum, geht man in die Fabrikationshalle. Dort führt ein erhöhter, durch Scheiben versiegelter Weg die Besucher einmal quer durch die Halle. Von oben kann man die verschiedenen Stufen der Schokoladenproduktion sehen, das bedeutet vor allem Maschinen, die hier und da einen Blick auf das Innere freigeben und dadurch eine Ahnung von ihrer Funktion ermöglichen. Weitere Informationen werden über Monitore vermittelt.

Die vermutlich ernüchternde Erfahrung für viele Schoko-Fans: Schokoladenproduktion ist nicht viel anders als jede andere moderne Industrieproduktion von Lebensmitteln. Zweite Erkenntnis: ein Großteil der Maschinen dient allein der Verpackung, Verbeutelung, Verboxung.

Aber immer wenn mal eine der kleinen Napolitains vom Förderband fällt, was öfter mal vorkommt, denkt man: „Wenn ich jetzt da unten wäre, könnte ich die aufheben und vernaschen!“ Und nebenbei grübelt man darüber, wie sich wohl die Mitarbeiter fühlen, wenn man sie von oben bei der Arbeit betrachtet…

Alprose Lugano Schokoland Fabrikhalle
Alprose Lugano Schokoland Fabrikhalle

Nachdem man den „Skywalk“ zurückspaziert ist, kann die Ausstellungshalle gewürdigt werden. Hier sind einige ausrangierte Gerätschaften aus Schokoladenproduktion und mehrere historische Schokoladenautomaten der Firma Stollwerck aus der Nähe zu betrachten. Außerdem gibt es multimediale Erklärvideos und einige Bildtafeln an der Wand zu den wichtigsten Etappen der Schokoladenproduktion im Allgmeinen und jener der Alprose-Schokolade im Speziellen.

Wer steht hinter Alprose-Schokolade? Es ist kompliziert…

Falls Sie sich fragen: „Was ist Alprose eigentlich für eine Marke?“, dann kann ich nur sagen: Es ist kompliziert! Denn wenn es um die Unternehmensgeschichte von Alprose geht, dann muss man entweder sehr weit ausholen oder man beschränkt sich darauf, folgendes zu sagen: Der Vorgänger von Alprose war „Titlis Chocolat“, die 1957 in Caslano bei Lugano gegründet und 1964 von Investor Hans Imhoff übernommen wurde. Doch bereist 1971 verkaufte Imhoff sein Unternehmen an Stollwerck. 1983 wurde die Titlis Chocolat umbenannt in Alprose. Heute ist Alprose eine Marke der belgischen Baronie-Gruppe, zu der Dutzende weiterer Marken gehören, darunter so große mit bedeutender Vergangenheit im gesamten deutschsprachigen Raum wie Stollwerck, Sarotti, SprengelAlpia und Karina.

Auch wenn nicht all Produkte dieser Marken in Lugano gefertigt werden, so gibt es es doch eine breite Auswahl davon im angegliederten Shop zu kaufen, in dem wir nach Besuch der Ausstellung automatisch landen. Man kann den Shop übrigens auch so besuchen, ohne vorher ins Museum zu gehen. Natürlich ohne Eintritt!

Hier gibt es eine Probierbar, wo endlich mehr Alprose-Schokolade gekostet werden kann. Außerdem eine breite Palette an Schokoladenprodukten wie verschiedene, schokolierte Flakes von Alpia, Schokosticks von Sarotti und viele Schokoladenprodukte der heute vor allem als Preiseinstiegsmarke für die Supermarktkette REWE genutzten Marke „Karina„, die noch in den 1950er und 1960er Jahren als Qualitätsschokolade in Westdeutschland und Westberlin ein Begriff war, siehe dieser Beitrag eines anderen Blogs. Baronie scheint häufiger so zu verfahren, dass sie „alte“ Marken mehr oder weniger exklusiv Supermarktketten als Eigenmarke zur Verfügung stellen, denn was Karina für REWE ist die einstige Traditionsmarke aus Hannover Sprengel für Aldi: die Preiseinstiegsmarke.

Einige Fotos vom Alprose-Schokoladenmuseum

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