Dextro Energy und Co: Das Geheimnis der Traubenzuckerbonbons

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Zucker ist heute so etwas wie der Lord Voldemort unter den Zutaten, von Grund auf böse und schlecht, von den Verbrauchern gefürchtet und bekämpft. Nur wenn sie das Wort Traubenzucker lesen, dann verfliegt diese Angst und der Blick wird gütig. Mit der Zutat Traubenzucker wird sogar offensiv auf den Verpackungen geworben! Denn Traubenzucker klingt so natürlich, so gesund, wie ein Stück Obst! Man denkt an taubenetzte, frische  Weintrauben und an eine Art medizinische Wirkung des Traubenzuckers, der in der Lage ist, schnelle Energie für den Kopf zu liefern, die Konzentration zu unterstützen wie ein Nahrungsergänzungsmittel, so ein bisschen wie Doping für das Gehirn.

In meiner Kindheit waren Süßwarenprodukte aus Traubenzucker wie Dextro Energen, Vitraletten oder Traubenzucker-Lollies als eine frühe Form des „Functional Food“ überall verfügbar und so etwas wie Allgemeingut – auch Erwachsene hatten einen Stapel der quadratischen, mittig zerteilbaren Plättchen Dextro Energen beim Sport zur Hand, im Schreibtisch oder im Handschuhfach liegen. Heute findet man sie zwar noch in Supermärkten und Drogerien in der Nähe der Kassen, aber Popularität und Verbreitung haben nach meinem Gefühl abgenommen.

Chemisch gesehen ist Traubenzucker ist D-Glucose, ein Monosaccharid oder Einfachzucker, gewonnen durch die Hydrolyse von Stärke aus z. B. Mais, Kartoffeln oder Getreide. Auch der menschliche Körper kann diesen Prozess mithilfe von Enzymen im Magen besorgen, indem er Mehrfachzucker zu Einfachzuckern verdaut. Früher sagte man auch Dextrose zu D-Glucose, davon leitete sich auch der Produktname Dextro Energen bzw. seit einigen Jahren auf Englisch Dextro Energy ab. (Die Firma Dextro Energy, die zum norddeutschen Zuckerhaus Zertus gehört, hat ihr Produkt internationalisiert, so wie zum Beispiel auch das Getränk Capri Sonne zu Capri Sun wurde.) Dextro Energy hat sein Produktportfolio zwischenzeitlich um Kaubonbons im Karton und in der Plastikdose sowie Energie-Protein-Riegel erweitert.

Die Traubenzuckerkaubonbons Vitraletten, die übrigens zu Teekanne gehören, haben vor nicht all zu langer Zeit einen Relaunch erfahren und erstrahlen jetzt in einem modernen, zeitgemäßgen Look in den Geschmacksrichtungen Cola, Kirsche und Orange. Der Name ist allerdings immer noch kurios und erinnert mich leider stark an „Aldiletten“, also billige Badelatschen. Geschmacklich? Sie sind sehr hart und schäumen leider nicht. Also Brausebonbons finde ich da unterhaltsamer.

Übrigens haben wir als Kinder in der Apotheke (!) immer ganze Rollen mit Traubenzuckerbonbons und später einzeln in Klarsichtfolie verpackte Traubenzuckerbonbons geschenkt bekommen, die so schön im Mund zergangen sind. Da könnte ich ohne Probleme eine ganz Stange von vertilgen… (Leider habe ich kein Bild davon gefunden)

In Österreich gibt es zwei bekannte Hersteller von Traubenzuckerbonbons: Dixi von Instantina (stellen vorwiegend Süßungsmittel her) und PEZ, zur Haas-Gruppe gehörend.

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