Was kaum einer weiß: Seit fast 100 Jahren kommen weiße Mäuse aus Berlin


img_7907Wer hat nicht als Kind weiße Mäuse am Kiosk gekauft, um damit die Eltern zu erschrecken?! Besonders erfolgreich ärgern konnte ich meine Mutter mit den großen Mäusen mit den auffälligen schwarzen oder roten Augenperlen. Genau die kommen seit 1921 vom Berliner Traditionsbetrieb Aseli – ein Akronym aus dem Vor- und Zunamen des Firmengründers Alfred Seliger. Natürlich gibt es inzwischen Konkurrenzprodukte, insbesondere Haribo dominiert den Stückartikelmarkt für Weingummi und Schaumzucker und hat auch weiße Mäuse im Programm. Allerdings sind die kleiner, fester und säuerlicher als die Original-Mäuse und haben auch keine farbig abgesetzten Augen. Und sie sind eben auch preiswerter – die Qualität der Zutaten und die manuelle Fertigung macht die Aseli-Produkte teurer als die der Konkurrenz. Dazu kommt, dass die Schaumzuckerwaren von Aseli leider etwas empfindlicher sind und stets luftdicht gelagert werden sollten, da sie sonst hart werden können. Inzwischen bietet Aseli viel mehr an als nur weiße Mäuse…

…auch Krokodile, Totenköpfe, Astronauten, Kätzchen, Bären, Delfine, Schweinchen und Ampelmännchen, mit hochwertigen Waldmeister-, Zitronen-, Pfirsich- oder Himbeeraromen sowie in saisonalen Formen zu Halloween, Ostern und Weihnachten. Und weil die Marshmallow-Figuren von Aseli inzwischen zu regelrechten kleinen Kunstwerken geworden sind und sich die Kunden im Kiosk gern gezielt Exemplare aussuchen, bei denen die Augen besonders gleichmäßig positioniert sind oder an denen nichts zerdrückt ist, werden einige Produkte auch einzeln verpackt als so genannte Maxi-Figuren angeboten: So bleiben sie frisch und in ganzer Schönheit erhalten.

Besonders bemerkenswert an diesem Traditionsbetrieb ist für mich, wie gelungen die Markengeschichte mit einem modernen, schlichten Corporate Design, das sich vor allem im Webauftritt widerspiegelt, verbunden werden konnte. Problematisch für die Zukunft sehe ich einerseits Konkurrenz von zwei Seiten: No-Names, die Aseli-Figuren kopieren und billiger anbieten auf der einen Seite, und größere Mitbewerber wie Haribo oder Katjes, die aufgrund weit höherer Produktvolumia mit breiterem Portfolio vertriebliche Vorteile ausnutzen können auf der anderen Seite. Dazu kommt eine geringe Markenbekanntheit aufgrund permanent zu geringer Werbespendings durch das Unternehmen bzw. mangelndes Markenbewusstsein beim deutschen Verbraucher, der sich leider viel zu wenig mit seiner Naschhistorie auseinandersetzt und „seinen“ Marken zu wenig Interesse entgegen bringt. Bei einer spontanen, natürlich nicht repräsentativen Kurzumfrage unter 20 Berliner Freunden kannte nur einer die Marke Aseli, wußte aber auch nicht, dass sie aus Berlin kommt und hier einen Fabrikverkauf betreibt. Hier ist also für Foodies und Candy-Blogger wie mich noch eine Menge Bewußtseinsbildung zu leisten!

Aseli-Produkte gibt es in einigen Supermarktketten wie Real, Edeka oder Netto (mit Hund) zu kaufen, aber auch online und natürlich im Fabrikverkauf in der Granatenstraße 22 in Berlin-Reinickendorf, geöffnet von Montag bis Freitag von 7 bis 16 Uhr. Hier besteht außerdem immer die Chance auf ein paar Sonderangebote und Restposten.

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