Marshmallows: Die Geheimzutat im Mäusespeck heißt Eibischwurzel

Aselis weiße und blonde Mäuse auf der Internationalen Grünen Woche 2019 in Berlin ©Oliver Numrich
Aselis weiße und blonde Mäuse auf der Internationalen Grünen Woche 2019 in Berlin ©Oliver Numrich

Wie lautet eigentlich das deutsche Wort für Marshmallow? Auf der Suche nach einer Antwort bin ich auf diese längst vergessene Zutat gestoßen: Echter Eibisch. Die Wurzeln des Malvengewächses wirken wie ein Geliermittel und führen zur Verdickung der übrigen Zutaten zur typischen Marshmallow-Konsistenz. Und wie lautet die englische Bezeichnung für Sumpfmalve? Richtig: Marshmallow! (Oder lateinisch althaea officinalis.)

Diese Zutat ist auch der eigentliche Grund dafür, dass es Mäusespeck bei uns gibt, denn sie hatte einen medizinischen Nutzen lange bevor sie zur reinen Nascherei wurde. Sogar schon der Neandertaler soll Eibisch verwendet haben, nämlich unter anderem bei Erkältung: Die Schleimstoffe der Pflanze legen sich beim Verzehr auf die Schleimhäute im Rachen und beruhigen ihn. 

In Österreich verkaufen sie Marshmallows als „Eibischteig“

Heute wird die Naturzutat meist durch Schweinegelatine ersetzt. Aber es gibt noch traditionsbewußte Hersteller wie die österreichische Firma „bella“, die ihr Marshmallow-Produkt als „Eibischteig“ bezeichnet und immerhin 0,25% Eibischteigextrakt hinzufügt. Neben Gelatine sind auch das klassische Verdickungsmittel Gummi arabicum sowie Agar-Agar enthalten. Für die drei Geschmacksrichtungen, die sich ausnahmsweise nicht vorrangig an Kinder wenden, sind Süßholzwurzelextrakt, Orangenöl und Rosenöl enthalten. Entsprechend schmecken die hellbraun gefärbten Würfel leicht nach Lakritz, während die weißen und roten Würfel mit Noten von Orangen und Rosen parfümiert sind. Mich hat das sehr gefreut, weil es mutig ist und sich ausnahmsweise nicht am gängigen Geschmackskorridor für Marhsmallows zwischen Vanille und Erdbeer orientiert.

Die Tradition, Marshmallows auf einem Stock über dem offenen Feuer zu rösten und die dadurch leicht flüssigen Tupfen pur oder zwischen Keks und Schokolade als „S’Mores“ (von „some more“) zu verspeisen, ist vor allem in Nordamerika verbreitet. Ebenso wie die Verzehrvariante, Minimarshmallows in Kakao einzustreuen – die sind hierzulande immerhin schon von Haribo in einer kunterbunter Mischung zu haben. Und auch in der fertig kombinierten Variante als „schokolierte“ Marshmallows in Rautenform sind sie nicht zu verachten.

Mit Marshmallows fängt man Aliens

Mein neuester Lieblings-Speck ist sauer! Space Mallows kommen aus Holland von der Firma van Damme und bestehen aus superweichen weißen Marshmallow-Röllchen mit einer hellbraunen Ummantelung und einer sauren Panade aus Cola-Zucker – wirklich mal was anderes und total lecker! Auch die Verpackung mit einem großflächigen, einäugigen Comic-Alien mit weit aufgerissenem Schlund, in dem man die Marshmallows sieht, ist mal was anderes und gefällt gut. Rund um das Alien sind noch niedliche Weltraum-Kritzeleien in Schwarzweiß aufgemalt, wirklich nett gemacht.

Ganz einzigartig und toll schmeckt mir übrigens das unfassbar klebrige „Squares Marshmallow“ von Kellogg’s, bei dem Marshmallow-Pampe mit Puffpreis vermengt und zu Quadraten (Squares) geschnitten angeboten wird – hat so was knusprig-leichtes zwischen all dem Süßen. Gibt es für 0,89 € unter anderem hier. Übrigens auch mit Schoko und Karamell erhältlich.

Schräg angesehen wird in unseren Breiten allerdings, wer es wagt, einen großzügigen Haufen Marshmallow-Paste von fluff aufs Brot zu streichen und zum Frühstück zu verspeisen. Als wäre Nutella von Ferrero so viel gesünder oder kalorienärmer!? Aber gut, manche Leute brauchen eben das „noch weniger wertvolle“ Produkt, um sich davon abgrenzen und mit der eigenen Sünde besser fühlen zu können. Für die gibt es fluff.

Übersicht all der wunderbaren Sorten von Marshmallows, die ich jemals gefunden und vielfach probiert habe:

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