Look-O-Look im Interview: Fantasien aus Marshmallow und Weingummi

Dirk Köhm, Accountmanager von Look-O-Look in Deutschland.

Ich bin mir sicher, jedem sind die bunten und witzigen Weingummi- und Marshmallow-Produkte wie die Candy Pizza oder das Candy Sushi von Look-O-Look schon einmal aufgefallen – sie sind einfach ein Augenschmaus! Einer der Verantwortlichen dieses ursprünglich holländischen Unternehmens, das zur Perfetti Van Melle Group (u. a. Mentos und ChupaChups) gehört ist Dirk Köhm. Er hat sich freundlicherweise die Zeit genommen, um meine vielen Fragen, die ich an dieses Unternehmen habe, zu beantworten.

naschkater.com: Lieber Dirk, ich habe gerade die Halloween Candy Pizza probiert und bin wieder mal begeistert! Wie kriegt ihr das so weich und fruchtig hin? Wer hat eigentlich das allererste Rezept entwickelt?

Dirk Köhm: Um diese hohe Qualität zu erreichen, arbeiten wir sehr eng mit unseren Produktionspartnern zusammen, entwickeln gemeinsam neue Rezepturen, Formen und Farben. Wie die Geschmäcke zustande kommen, muss natürlich ein Geheimnis bleiben! Aber auf jeden Fall untersuchen wir immer wieder die Wünsche der Verbraucher und bekommen – beispielsweise durch unseren Testclub – Feedback von den deutschen Konsumenten zu bestehenden Produkten, oder geben ihnen die Möglichkeit, Einfluss auf Neuentwicklungen zu nehmen. Da Look-O-Look in 26 Ländern aktiv ist, ist es immer wieder eine Herausforderung, die Geschmacksunterschiede einzelner Nationen mit internationalen Artikeln zu berücksichtigen. So wissen wir, dass deutsche  Konsumenten völlig andere Geschmacksvorzüge haben als zum Beispiel französische. Da gestaltet es sich mitunter nicht einfach, alle Kunden zufriedenzustellen, ohne für jedes Land eine andere Rezeptur zu verwenden.

naschkater.com: Was sind das für Unterschiede? Ich könnte mir vorstellen, dass z. B. in Holland verspielte, witzige Produkte noch gefragter sind als in Deutschland?

Dirk Köhm: In der Tat verkaufen sich einige Produkte in bestimmten Ländern besser als in anderen, z. B. mehr Lakritz in Holland und mehr saure Sachen in Frankreich. Das Ganze ist eine Wissenschaft für sich und wir müssen hier auch auf das Wissen, die Erfahrung und das Know-how unserer Vertriebspartner vor Ort vertrauen. Als ein Unternehmen, das schon seit 40 Jahren in den Niederlanden sitzt, ist die die Marke Look-O-Look in ihrem Heimatmarkt natürlich besonders populär. Aber das ändert sich gerade: Besonders in Deutschland waren wir in den letzten Jahren sehr aktiv und konnten unseren Bekanntheitsgrad mit großen Schritten, innovativen Produkten und verschiedenen Aktionen signifikant steigern. Darauf sind wir sehr stolz und arbeiten an der Fortsetzung dieses Trends.

naschkater.com: Look-O-Look ist für mich der Spezialist für extrem originelle Aufmachung von Weingummi- und Marshmallow-Produkten. Wer kommt eigentlich bei euch auf solche Ideen wie die „Sweet Tea Time“? Wie muss man sich die Produktentwicklung bei euch vorstellen?

Dirk Köhm: Sowohl im Bereich des Marketings als auch im Vertrieb haben wie sehr viele kreative Köpfe, die immer wieder neue Ideen entwickeln. Die übrigens bekommt man nicht zwingend während der regulären Arbeitszeit, sondern oftmals bei privaten Aktivitäten. Im Rahmen der Produktenwicklung gilt es dann, diese Ideen unter der Berücksichtigung verschiedener Anforderungen umzusetzen. Dabei sind viele Hürden zu nehmen: von der Produktion über den Preis, von der Haltbarkeit über die Verpackung bis zum Transport – um nur einige zu nennen. Ich denke aber, dass uns dies in den letzten Jahren sehr gut gelungen ist. Neben der Entwicklung von neuen Innovationen ist das Marketing-Team von Look-O-Look auch für die Ausarbeitung von ganzen Süßwarenkonzepten mit all ihren überraschenden Produkten verantwortlich. Diese zeichnen sich stets durch eine hohe Qualität, eine tolle Optik und oftmals auch durch den für Look-O-Look so typischen „Fun for Kids“-Faktor aus. Immer sind wir auf der Suche nach neuen Ideen, neuen Konzepten und neuen Kombinationen – für die wir bekannt sind und die unsere Kunden von uns erwarten.

naschkater.com: Welches von den vielen originellen Sachen in eurem aktuellen Katalog ist zurzeit euer erfolgreichstes Produkt?

Dirk Köhm: Nach wie vor ist unsere 2013 eingeführte Candy Pizza als Basis-Produkt der „Candy Take Away“-Familie der erfolgreichste Artikel. Aber auch spätere Neuheiten wie die Mini Candy Pizza oder jüngst unser Candy Burger sind bei unseren Kunden ausgesprochen beliebt.

naschkater.com: Und eine Nachfrage dazu: Was ist eigentlich eurer wichtigster Vertriebskanal? Eher der klassische LEH oder Geschenke-Shops wie NanuNana und Co? Einen eigenen Onlineshop habt ihr ja nicht…

Dirk Köhm: Der klassische LEH war immer das wichtigste Standbein für die Look-O-Look-Hängebeutel. Durch die Weiterentwicklung unserer Marke im Geschenkartikelbereich sind aber seit 2013 mit Einführung der Candy Pizza zunehmend auch andere Kanäle wie Kaufhäuser, Geschenkartikel-Shops wie z.B.  Nanu-Nana oder Hussel, Tankstellen und C+C wichtiger geworden. Auch der Non-Food-Retail-Markt hat inzwischen unsere Artikel für sich entdeckt und führt sie i Sortiment,  beispielsweise KiK, TEDi oder Toys “R“ Us. Einen eigenen Online-Shop haben wir in der Tat  – noch – nicht.  Zurzeit arbeiten wir sehr erfolgreich mit externen Online-Shops wie zum Beispiel World of  Sweets und vielen anderen zusammen, die beim Verbraucher bereits bekannt und populär sind. Sie haben auch viel Erfahrung wenn es beispielsweise darum geht, Süßwaren als Geschenk oder für Kinderfeste zu direkt zu vermarkten.

naschkater.com: Ich habe bei Wikipedia gelesen, dass Look-O-Look zum drittgrößten Süßwarenunternehmen der Welt, Perfetti van Melle gehört. Die machen nicht nur Mentos und ChupaChups, sondern auch viele andere Sachen in vielen Ländern der Welt – wie muss man sich die Kommunikation in so einem Großkonzern vorstellen? Habt ihr da besondere Einkaufs- oder Vertriebshilfen oder macht Look-O-Look alles selbst.

Dirk Köhm: Look-O-Look verbindet eine ganze Reihe mit dem Mutterkonzern Perfetti Van Melle: Sei es unsere Passion für Süßwaren, aber auch die jahrelange Erfahrung in Sachen Einkauf, Produktion und Vertrieb. Einen Weltkonzern als Mutter zu haben, hat sehr viele Vorteile: So nutzen wir unter anderem viele Systeme des Konzerns, greifen auf Know-how zurück, profitieren von vielen anderen Synergien und kombinieren diese mit der notwendigen Eigenständigkeit.
Look-O-Look Sortiment Komplett
Alles so schön bunt hier: Ein kleiner Ausschnitt des breiten Sortiments von Look-O-Look!

naschkater.com: Ein anderes Perfetti- van Melle-Tochterunternehmen stellt ebenfalls Weingummiwaren her, Airheads, die so ähnlich aussehen wie die sauren Schnüre. Kommt so etwas dann vom anderen Tochterunternehmen oder macht ihr alles selbst? Stimmen sich die Produktentwickler innerhalb von PvM eigentlich untereinander ab?

Dirk Köhm: Selbstverständlich kaufen wir unsere Produkte in erster Linie von PVM-Fabriken in der ganzen Welt – hauptsächlich in der EU. Zusätzlich kaufen wir aber auch Produkte von anderen Produzenten, wenn die Qualität – sie steht immer an erster Stelle – stimmt und es wirtschaftliche oder logistische Vorteile mit sich bringt. Wir genießen innerhalb des Konzerns viele Freiheiten, können trotzdem auf ein globales Netzwerk zurückgreifen und unsere Produktmanager profitieren maßgeblich von den genannten Synergien.

naschkater.com: Auf diesen gelatine-freien Produkten ist das V-Label abgebildet, das für „Vegetarisch“ steht. Sind sie nicht zugleich vegan oder sind noch tierische Produkte enthalten?

Dirk Köhm: Wir haben in 2017 auf vielen unserer Produkte zusätzlich das europäische V-Logo ausgelobt. Auch versuchen wir immer wieder, unsere Sortimente den aktuellen  Verbraucherwünschen entsprechend anzupassen beziehungsweise solche Produkte neu zu entwickeln. Aber auch hier sind dem Machbaren Grenzen gesetzt, wenn nicht zuletzt die Wirtschaftlichkeit erhalten bleiben soll: So enthalten zum Beispiel unsere Streifen und Schnüre Bienenwachs, weshalb wir sie als vegetarisches, nicht aber als veganes Produkt anbieten können.

naschkater.com: In einem Video über eure Produktion habe ich gesehen, dass ihr auch behinderte Menschen beschäftigt. Wie kommt es zu diesem sozialen Engagement?

Dirk Köhm: Das ist richtig. Look-O-Look setzt sich – wie die komplette Perfetti Van Melle Group – für verantwortliches Wirtschaften ein; der Respekt vor Mensch und Umwelt ist Teil unserer Unternehmenskultur und -philosophie. Look-O-Look übernimmt hier eine Vorreiterrolle, denn wir bieten körperlich und geistig behinderten Menschen die Möglichkeit, einer ihren individuellen Fähigkeiten entsprechenden Tätigkeit nachzugehen. Darauf sind wir sehr stolz. So arbeiten wir zum Beispiel mit der Organisation Werkbedrijf Rijk van Nijmegen (RVN) zusammen, die 200 Menschen an unserem Standort in Andelst in den Niederlanden beschäftigt und ihnen damit einen sicheren und interessanten Arbeitsplatz zur Verfügung stellt. Das ist nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht für die Menschen wichtig, sondern auch für ihr Selbstwertgefühl.Die Zusammenarbeit mit der Organisation Werkbedrijf RVN besteht schon seit vielen Jahren, durch den großen Erfolg unserer „Candy Take Away“-Familie – zu der auch die Candy Pizzen, Candy Burger, Candy Cakes oder Candy Sushi gehören – konnte die Anzahl dieser Mitarbeiter von einst 100 auf inzwischen rund 900 gesteigert werden.

naschkater.com: Das neue „Nie or Nasty“ erinnert stark an „Bean boozeled“ von Jelly Belly Beans, die ich gerade in Fairfield besucht habe. Wann kommt das nach Deutschland?

Dirk Köhm: Die Markteinführung des Nice or Nasty Candy Game in Deutschland ist bereits gestartet – in Kürze ist das neue Produkt in den verschiednen Süßwarenregalen zu finden. Informationen sowie ein Demo-Video zu Nice or Nasty finden sich hier.

naschkater.com: Was sind eure Pläne für die nächste Zukunft? Gibt es bald einen eigenen Look-O-Look-Flagshipstore oder einen eigenen Onlineversand?

Dirk Köhm: Mit Sicherheit werden wir auch künftig an der Entwicklung und Realisation von innovativen Süßwaren-Konzepten arbeiten und für die eine oder andere Überraschung am Markt sorgen. Aber auch Themen wie „verantwortungsvolles Naschen“, „Nachhaltigkeit“ und „ökologische Produktion“ werden in naher Zukunft eine immer größere Rolle spielen. Online sind wir bereits jetzt in vielen Shops wie zum Beispiel World of Sweets präsent. Aber auch stationäre Händler wie Toys “R“ Us bieten unsere Produkte im Netz an. Ob es einen eigenen Online-Vertrieb von Look-O-Look geben wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.

naschkater.com: Lieber Dirk, danke für eure innovativen, witzigen, tollen Produkte, die in meinen Augen eine große Bereicherung im Süßwarenregal darstellen. Danke auch für das Interview!

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