Aus dem italienischen Piemont kommen nicht nur Kirschen – es ist auch das größte europäische Reisanbaugebiet, ein Drittel der europäischen Reisproduktion stammt von hier – außerdem Wein und Haselnüsse. Ferrero hat hier seinen Hauptproduktionssitz, in Alba, einem Zentrum der Süßwarenindustrie Italiens. Die Ferrero-Verwaltungszentrale befindet sich in Turin.
Der geschützte Markenbegriff „Piemontkirsche“ bezeichnet die Herkunft der Praline, nicht eine besondere Kirschsorte und auch nicht die Herkunft der verwendeten Kirsche selbst, denn die werden von Ferrero auch außerhalb Italiens eingekauft. Angeblich stammen sie vorwiegend aus Osteuropa, aber auch aus Chile und Deutschland.
Nach der Ernte werden die Kirschen in Alkohol eingelegt und während der Reifezeit in bestimmten Zeitabständen Tag und Nacht gerollt. Nur so können sich Kirscharoma und Alkohol optimal miteinander verbinden. Anschließend reisen die Kirschen nach Deutschland, wo sie mit einem speziellen Likör und edler Zartbitterschokolade zu der berühmten Piemontkirsche werden.
Übrigens müssen die Kirschen mindestens 1 Woche in dem Likör lagern, bis er von weißlich-trüb bis durchsichtig wird. Die Liköreinbettung macht den sonst bei fast allen Konkurrenten und Nachahmern (wie etwa die „Herzkirschen“ von Sprengel) zu findenden Zuckermantel überflüssig. Dadurch ist die Praline allerdings auch hitzeempfindlicher als andere und der Alkohol diffundiert ab 25 Grad aus der Praline heraus, was zu weißen Fettablagerungen, dem berüchtigten „Fettreif„, an der Schokoladenoberfläche und zu einem sichtlichen Schrumpfen des Pralinenvolumens führt. Daher rührt auch die berühmte Sommerpause bei Mon Cheri. Die gibt es erstaunlicherweise zwar in Deutschland, aber nicht in Italien, wo es im Sommer deutlich wärmer wird als bei uns.
Die Idee stammt aus der Schweiz
Mon Chéri gibt es seit den 1950er Jahren, seit 1957 auch in der Bundesrepublik Deutschland. Mon Chéri besteht rund zur Hälfte aus Halbbitterschokolade (49%), Kirschen (18%) und ca. 13% Likör. Ferrero selbst hat eine Variante „Sweet Cherry“ herausgebracht, die „milder“, sprich süßer ist als das Original.
Ursprünglich kam die Erfindung der Kirsche im Schnaps mit Schokolade aus der Schweiz, bekanntlich gehört auch ein Schuss Kirschwasser in das typische Schweizer Käsefondue. Ferrero hat diese Pralinen-Idee aufgegriffen und perfektioniert.
Mon Cheri Kirschlikörpralinen ziehen viele Nachahmer an
Weil „Mon Chéri“ so erfolgreich ist, ruft das Produkt natürlich auch Nachahmer auf den Plan, darunter das ebenfalls italienische Unternehmen „Witor’s“ mit „Il Boero„, die es auch in weißer Schokolade gibt. „La Boutique del Praliné“ verkauft die „Bombones cereza al licor“.
In Deutschland stellen Sarotti und Sprengel (beide gehören zur Stollwerck/Baroni-Gruppe) die „Herz-Kirschen“ her, Piasten die „Likörkirschen“ und Laroshell „Weinbrand-Kirschen“. Niederegger hat, vielleicht in Anlehnung an Mon Chéri, kleine Marzipan-Pralinen mit einer Kirsche herausgebracht.
Außerdem findet man bei Schokoladen und Pralinen häufiger die Geschmacksrichtung „Schwarzwälder Kirsch„, die zwar keine ganze Kirsche enthalten, aber zumindest dieses Aroma.
Übersicht der Kirsch-Pralinen á la „Mon Chéri“
Folgende Sorten habe ich bisher neben den Original Mon Chéri im Cherry Club gefunden:
- Cassis-Vodka
- Vodka
- Winter Punsch mit Zimt & Nelken
- außerhalb des Chery Clubs: Sweet Cherry
- Und im Adventskalender gab es schon mal Orange Fusion
Und hier einige Nachahmer von Mon Cheri
Süßigkeiten mit Kirsche – nicht wirklich wie Mon Cheri aber ähnlich
Übrigens habe ich auch schon über die Verwendung von Brombeeren in Süßwaren geschrieben, über Süßigkeiten mit Zitronengeschmack und über die Kombination aus Orange und Schokolade. Weitere Nachahmer-Produkte, insbesondere von Discountern, habe ich separat gesammelt.
Wenn Sie einen Rechtschreibfehler gefunden haben, benachrichtigen Sie uns bitte, indem Sie den Text auswählen und dann Strg + Eingabetaste drücken.
Kommentar verfassen