Experten-Interview: Diese Süßigkeit können Sie getrost Ihrem Arzt schenken!

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Jeder kennt das: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Und gerade als Kassenpatient tut man gut daran, sich für eine gute Behandlung mit einer netten Aufmerksamkeit beim Praxisteam oder den behandelnden Ärzten zu bedanken. Häufig wird dabei zu Süßigkeiten gegriffen. Ich habe meine Hausärztin – die allerdings in der heiklen Sache nicht namentlich genannt sein möchte und deshalb unter dem Künstlernamen „Hausärztin“ zitiert wird – dazu befragt…

naschkater.com: Ich habe in Deinem Behandlungszimmer eine fast leere Schachtel Marzipanpralinen gesehen. Kriegst Du viele Süßigkeiten geschenkt?
Hausärztin: Da fehlen schon wieder welche… Ja, kriege ich. Und weil diesee Patientin inzwischen weiß, dass ich Marzipan liebe, schenkt sie mir immer mal welche.

naschkater.com: Welche Süßigkeiten bekommst Du am meisten geschenkt und in welchem Kostenrahmen?
Hausärztin: Meist kriege ich ganz klassische Sachen wie Mon Cherié-Packungen geschenkt. Und Raffaello von denen, die wissen, dass ich nicht gern dunkle Schokolade mag. Eine Patientin bringt mir immer weiße Schokolade von verschiedenen Marken mit, mal mit Chili, mal mit Orange. Und was ich auch öfter bekomme ist Studentenfutter, meistens ganz hochwertiges Bio-Studentenfutter mit Paranüssen. Das schmeckt mir superlecker. Was ich auch bekomme sind die Basler Leckerli von einem Patienten, der in die Schweiz gezogen ist, das ist eine Art haltbarer Lebkcuhen mit Mandeln. ER schickt es mir mit der Post und wenn er mal in Berlin ist, kommt er in die Praxis. Darauf kann man lange herumkauen und das ersetzt mir manchmal mein Mittagessen. Pralinen mit Alkohol wie „Edle Tropfen“ bekomme ich auch, aber da mag ich nur die weißen mit Kir Royal, Bacardi, Erdbeer Daiqirie und Pina Colada. Einmal gab es eine Gin-Sonderedition, die war leider ganz eklig.

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Kamen nicht gut an bei meiner Hausärztin: Gin-Edition von Edle Tropfen. ©naschkater.com

naschkater.com: Wie empfindest Du das? Als Bestechung oder Dankbarkeit?
Hausärztin: Ich empfinde das als Dankbarkeit der Patienten. Ich nehme diese Süßigkeiten auch nicht als Geschenk wahr – ein Geschenk wäre für mich eine Uhr so etwas. Süßigkeiten sind für mich eher eine Aufmerksamkeit, ein Give-away, man hat dran gedacht, man bringt was nettes mit.

naschkater.com: Fordern Patienten konkret etwas oder mehr als andere, die Dir was geschenkt haben? Gibt es unverschämte Schenkende?
Hausärztin: Ja, es gibt unverschämt Schenkende, aber das ignoriere ich. Wenn mir jemand etwas mitbringen möchte, ist das okay, aber die kriegen deshalb keine Sonderbehandlung. Allerdings denke ich bei manchen Patienten schon: Seltsam, die hat mir noch nie was geschenkt. Das fällt mir einfach auf, weil sie vom Typ her so ist wie Patientinnen, die mir immer etwas mitbringen. Ich mache ja auch überdurchschnittlich viel für meine Patienten, ich nehme mir für jeden viel Zeit oder vereinbare für sie Termine bei anderen Ärzten oder im Krankenhaus. Eine Patientin zum Beispiel nimmt immer tierisch viel Zeit in Anspruch und fragt auch für ihre ganze Familie nach ärztlichem Rat. Und da fällt mir auf, dasss die mir noch nie was mitgebracht hat. Es ist tatsächlich so, dass die Patienten, die total wenig Geld haben, mir immer zu Ostern oder Weihnachten was Süßes mitbringen. Manche sogar zu meinem Geburtstag. Die Männer bringen meistens eine Flasche Wein mit, die Frauen häufig vom Markt einen frischen Blumenstrauß oder eben etwas Süßes. Die Schwulen bringen selten etwas mit. Ein russischer Patient macht immer übertrieben große Geschenke, zum Beispiel eine ganze Torte vom Konditor. Der wollte mir auch schon mal eine Uhr schenken, aber das geht zu weit.

naschkater.com: Was war das blödeste oder unpassendste Süßigkeiten-Geschenk, das Du je erhalten hast?
Hausärztin: Die Mon Cherié mag ich halt überhaupt nicht, aber da habe ich gleich drei oder vier Leute, denen ich das weiterschenken kann. Ich habe mal von einer älteren Dame mehrere angebrochene Liköre – Obstler, Marillenlikör, Birnenschnaps, Lakritzlikör – geschenkt bekommen. Ich liebe ja Liköre, ich mache die auch selbst, aber das fand ich unpassend. Man hätte die ja in kleinere Fläschchen umfüllen können. Und einmal hat jemand einen Karton mit Stileis vom Supermarkt mitgebracht – aber ich habe in der Praxis doch gar keinen Gefrierschrank…

naschkater.com Hast Du auch schon mal etwas abgelehnt?
Hausärztin: Die Uhr wie gesagt. Und einmal, bei einem Hausbesuch, habe ich die Orangen einer älteren Patientin abgelehnt, weil sie so arm war und selbst nichts hatte. Später habe ich erkannt, dass das unhöflich war, weil die Dame damit ihr Dankbarkeit ausdrücken wollte, aber nichts anderes hatte, was sie mir schenken konnte. Seitdem nehme ich solche Aufmerksamkeiten an, weil ich denke, das es für die Schenken wichtiger ist als für mich. Die wollen mir eine Freude machen und sagen sich: ich möchte der Frau Doktor für ihre Mühe und ihre Zeit etwas schenken.

naschkater.com: Was würdest Du für Dich oder Dein Team mal wünschen, was Du noch nie bekommen hast?
Hausärztin: Die Sprechstundenhilfen sind sowieso zu dick und ernähren sich ungesund! Aber ich mag zum Beispiel supergerne Kokosmakronen vom Bäcker, so richtig dicke, flauschige. Und was ich auch super gern mag sind Meringe oder Baiser, wenn die innen drin so cremig-quietisch sind, das liebe ich. Davon könnten meine Patienten mir mehr mitbringen…! (lacht)

Wie siehst Du das als Ärztin: Essen wir – die wir alle viel im Sitzen arbeiten und uns zu wenig bewegen – zu viel Süßes?
Hausärztin: Die meisten schon. Man muss dazu sagen: Ich esse von so einer Packung Schokolade immer nur eine Rippe und ich lutsche Gummibärchen, ich kaue die nie, deshalb brauche ich Wochen für eine Tüte. Es kommt absolut auf die Menge an. Ich genieße das dann, ich esse imm erganz kleine Stückchen von einem Marzipanbrot und dann beiße ich etwas ab und mache wieder was am Computer und so weiter.

naschkater.com: Du selbst sitzt den ganzen Tag. Hast Du eigentlich von den ganzen Süßigkeiten, die man sich zwischendurch einwirft ein Gewichtsproblem?
Hausärztin: Ich sitze nicht den ganzen Tag, sondern sehe zu, dass ich viel laufe! Ich hole die Patienten im Wartezimmer ab und bringe sie zu den Räumen. Außerdem esse ich nicht wirklich zwischendurch. ich frühstücke morgens gut und genehmige mir dann ab 12 Uhr ein paar kleine Bissen Süßes vor dem Mittagessen. Und danach werden immer die Zähne geputzt

naschkater.com: Liebe Hausärztin, vielen Dank für das aufschlußreiche Gespräch!

Einige Beispiel für süße Aufmerksamkeiten, die die Hausärztin erhalten hat…

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