Em-eukal von Dr. C. Soldan: Bonbons aus der Apotheke

Auswahl Dr Soldan Sortiment Em-eukal Rheila Blockmalz
Auswahl Dr Soldan Sortiment Em-eukal Rheila Blockmalz

Als Bonbons noch nicht Genuss-, sondern Heilmittel waren, wurden sie häufig von Apothekern selbst fabriziert und verkauft. So zum Beispiel Pfefferminz-Pastillen, die der örtliche Drogist aus einem Stückchen Zuckerkomprimat herstellte, auf das er einen Tropfen Pfefferminzöl träufelte.

Ein Apotheker, der diese Idee weiterentwickelte und sie zu einem Unternehmen ausbaute, das bis heute besteht, war Dr. Carl Soldan aus Adelsdorf im bayerischen Mittelfranken.

Vor über 115 Jahren kreierte er in seiner „Medizinaldrogerie“ Bonbons, die Menthol- und Eukalyptusöl enthielten und nannte sie M(enthol)-Eukal(yptus), kurz Em-eukal. („Meukal“ hätte auch irgendwie doof geklungen.) Diese Bonbons waren keine Nascherei für Kinder, sondern wegen ihrer positiven Wirkung auf die Atemwege ein Medikament, das Ärzte lange auf Rezept verschreiben konnte.

Medizin für die Kohlekumpels

Etwa an Kohlekumpel, die häufig unter einer Staublunge litten und mit Hilfe der in den Bonbons enthaltenen ätherischen Öle tief durchatmen konnten. Außerdem regte das Lutschen den Speichelfluss an und befeuchte den ausgetrockneten Hals. Für die Kumpel wurde auch eine andere Besonderheit eingeführt, die bis heute die Bonbons von Dr. C. Soldan von anderen unterscheidet: Das rot-weiße Fähnchen, das aus der Bonbonhülle herausragt.

Es war eine Auspackhilfe, mit der das Öffnen des Einwickelpapiers erleichtert wurde – selbst mit Handschuhen oder schmutzigen Händen sollte man den Bonbons einfach aus der Verpackung bekommen. Diese Fahne ist bis heute das wichtigste Wiedererkennungsmerkmal der Bonbons von Dr. C. Soldan und hat bis heute auch vereinzelten Spontaneingebungen der Marketingabteilung stand gehalten. Heute ist die Fahne unumstrittenes Alleinstellungsmerkmal der Marke.

Ein halbes Dutzend Bonbon-Marken gehören zum Unternehmen

Heute umfasst die Produktpalette von Dr. C. Soldan ein halbes Dutzend Marken wie Kinder Em-eukal, Rheila (Salmiak-Lakritz), „Aecht Bayrischer Blockmalz“ oder „Original Bärengarten„, darunter zahlreiche Varianten, so gibt es die Em-eukal-Klassiker seit 1989 auch zuckerfrei, seit 2014 kamen Weichgummi-Drops zum Kauen hinzu. Auch bei den Verpackungformen und Verpackungsgrößen sowie den Geschmacksvarianten probiert Dr. C. Soldan immer wieder neues aus.

In diesem oder dem letzten Jahr habe ich erstmals die kleinen, schwarzen Em-eukal Mini-Tüten gesehen mit den Geschmäckern Eukalyptus-Blutorange oder Eukalyptus-Limone. Außerdem werden die Kinder Em-eukal seit 2010 auch in einer ansprechenden, quadratischen, roten Schmuckdose angeboten, die sich zum Verschenken und Sammeln eignet. Im neuen Em-eukal Gummidrop „Eisminze“ sorgt eine Mischung aus aromatische Krauseminze und intensiver Pfefferminze für langanhaltende Frische.

Immer neue Verpackungen und Geschmacksrichtungen

Ganz neu sind die ebenfalls in Mettaldöschen verkaufen „Em-eukal Frische Pastillen“, die an die Pastillen von „Fisherman’s Friends“ erinnern, welche der britische Apotheker James Lofthouse 1865 aus Eukalyptus, Menthol und Lakritz herstellte. (Das Unternehmen Lofthouse of Fleetwood befindet sich bis heute in Familienhand – wie Dr. C. Soldan). Die neuen Pastillen gibt es in den Richtungen Starke Minze, Blauer Eukalyptu und Waldbeere exklusiv in Apotheken.

Das ist überhaupt so eine Besonderheit von Dr. C. Soldan-Produkten: Apotheken sind voll davon! Auf meine Nachfrage erklärt die Dr. C. Soldan-Pressestelle, dass es keine Exklusivvereinbarungen gebe, sondern jede Platzierung in der Apotheke hart umkämpft ist. Die Gründe für die hohe Präsenz seien vor allem die lange, traditionsreiche Verbindung – immerhin werden seit 90 Jahren Dr. C. Soldan-Bonbons in Apotheken vertrieben – und ein 22-köpfiges Team für den Außendienst, der der kontinuierlich in persönlichem und partnerschaftlichem Kontakt mit den Apotheken steht. (Zum Thema Vertrieb siehe auch mein Beitrag über das Marketing von Wrigleys in Deutschland).

Nach Absatzproblemen Verkauf auch außerhalb von Apotheken

Trotz dieser engen Verbundenheit mit Apotheken hat sich Dr. C. Soldan 2008 im Rahmen einer Umstrukturierung dazu entschlossen, seine Produkte auch im Einzelhandel anzubieten. Damals wurde das Sortiment gestrafft, die weniger erfolgreichen Marken Em-herbal und Em-fital aufgegeben und Em-eukal relaunched. In diesem Zusammenhang hat sich das Unternehmen auch von einer Parfümeriekette und einer Druckerei getrennt.

Heute erwirtschaften 200 Mitarbeiter einen Bruttoumsatz von jährlich rund 75 Mio. Euro, davon 96% in Deutschland. (Zum Vergleich: Vivil beschäftigt 222 Mitarbeiter und macht einen geschätzten Umsatz von 89 Mio. Euro; Lofthouse of Fleetwood („Fisherman’s Friend“) macht 200 Mio. Euro mit 280 Mitarbeitern).

Egal ob Hustenbonbons, Gummidrops oder Pastillen – alle Produkte von Dr. C. Soldan entsprechen dem Wunsch der Kunden nach einem Zusatznutzen. Nach wie vor scheint es so zu sein, dass die Süßigkeit in den Augen des Verbrauchers nicht allein dem Genuss dient, sondern ihr auch eine gesundheitsfördernde Wirkung inne liegen soll.

Vielleicht ist das auch ein Geheimnis des über 115 Jahre anhaltenden Erfolgs der Marke – gerade im mitunter asketischen Deutschland, das sich manchmal schwertut mit Genuss und der Freude am reinen Naschen.

Mehr Informationen unter ww.soldan.com

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