Oma-Motiv auf Verpackungen von Bonbons, Kuchen und Likören

Lidl Emotionali Omas Beste Karamellbonbons
Das Lidl-Nachahmerprodukt zu Werthers Original "Omas Beste" kommt wie fast alle Bonbons im Dauersortiment von Lidl aus Boitzenburg von Sweet Tec.

Oma ist doch die Beste! Großmutter, Oma oder Omi – das klingt nach Geborgenheit und Fürsorge, aber auch nach unverfälschten Traditionen und klassischen Rezepten. Das Oma-Motiv wird deshalb sowohl in Bezeichnung als auch bildhaft gern für traditionelle, handwerkliche Süßigkeiten, Snacks und Getränke verwendet wie Karamellbonbons, Gebäck und Liköre.

Viele Hersteller tragen die Oma sogar im Firmen- oder Produktnamen wie bei die „Omas Beste„-Karamellbonbons von Emotionali (Lidl-Eigenmarke), „Oma Hartmanns Kalter Hund“  – einer haltbaren Gebäckspezialität – oder der Likör „Oma’s Mocca“ von Heiko Blume. In Österreich fand ich eine Erfrischungsgetränk in der Dose mit Namen „Oma’s Apfelstrudel“ und in der Teebeutel-Abteilung die Sorte „Omas Früchtgeheimnis“ von Teekanne. Wenig charmant ist übrigens der Bezug eines Dosengerichts auf die Oma, denn die heißt nach einem Rezept für Topfwurst „Tote Oma“.

Etwa die Hälfte der Hersteller in meiner nichtrepräsentativen Stichprobe schrieben Omis oder Omas korrekt – ohne Apostroph vor dem Genetiv-S. Die andere Hälfte hat sich für die amerikanische Schreibweise mit dem so genannte „Idiotenapostroph“ entschieden.

Andere Verwandte kommen bei uns eher selten im Namen von Produkten oder auf Produkten vor. Ich habe nur ein Beispiel für eine Tante (bei Norma „Tante Klara“-Erdbeermarmelade) und wenige Beispiele für den Bezug auf die Mutter gefunden wie Mama Cariba (für ein Fertiggericht bei Lidl) und die Marmeladen- und Brotaufstrich-Marke „Bonne Maman“ (gute Mutter). Beispiele für Produkte mit männlichen Verwandten habe ich in Deutschland (bisher) nicht gefunden, weder Opa noch Onkel oder Bruder.

Die Nutzung von typischen Charakteren wie der Oma auf einer Verpackung hat auch den Vorteil, dass der Kunde emotional erreicht werden kann, ohne dass dafür eine Lizenzgebühr bezahlt werden muss, wie es bei einer klassischen Lizenzfigur nötig wäre. Omis sind nicht geschützt, deshalb kann man sich eine zeichnen (als Karikatur oder naturalistisch), ein Modell fotografieren oder einfach die eigene Oma.

Beispiele für Oma-Motiv auf Süßigkeiten, Getränken und Snacks

Gnadenfrist für Aunt Jemima und Uncle Ben in den USA

Im Amerikanischen kennt man (noch) den Uncle Ben und die Aunt Jemima – allerdings habe die Hersteller Mars und Pepsico bereits angekündigt, diese Produkte im Laufe des Jahres 2021 umzubenennen, da sie mit typischen Ansprachen ehemaliger Sklaven assoziiert werden könnten. Allerdings hat man sich darauf verständigt, noch die alten Verpackungen aufzubrauchen, bevor hier ein neuer Name und eine neue Marke eingeführt wird. Schade, wenn so klassische und weltbekannte Marken dem Zeitgeist zum Opfer fallen. Denn selbst wenn diese Bezeichnungen früher eine negative Konnotation hatten, so stellten sie doch auch Sichtbarkeit von dunkelhäutigen Menschen als positive Markenbotschafter her.

Übrigens habe ich schon Sammlungen von etlichen anderen beliebten Motiven auf Verpackungen von Süßigkeiten und Snacks gesammelt, zum Beispiel zu Monstern/Gespenstern/Zombies, Comicschrift oder Schneemännern. Aber auch die ein oder andere Lizenzfigur auf Lebensmittelverpackungen habe ich mir angeschaut, zum Beispiel Spongebob Schwammkopf, die Simpsons, die Schlümpfe, das Sandmännchen, Ottifanten, Tabaluga und und und

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