Wenn süße Träume platzen: Auch Food-Gründungen scheitern

Die Kraft des Urstromtals: Hirsch Pistazie Cayenne
Die Kraft des Urstromtals war einmal: Diesen Riegel aus Hirschfleisch und Pistazien, gewürzt mit Cayennepfeffer, gibt es leider nicht mehr im Handel, denn das Berliner Unternehmen ist leider pleite.

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Investoren gehen davon aus, dass von zehn Startups nur eines erfolgreich sein wird. Das ist bei Gründungen im Lebensmittelbereich nicht anders. Und so muss ich leider konstatieren, dass bereits drei Süßwaren- und Snack-Gründungen, denen ich in den letzten Jahren begegnet bin, ihr Geschäft eingestellt haben.

Up to the Sky Fruchtgummi
Up to the Sky Fruchtgummi

Up to the sky -Fruchtgummi

Die Idee war gut: Fruchtgummi mit natürlichem Koffein, damit man lecker wach wird, ohne Kaffee oder Energydrinks trinken zu müssen. Up to the Sky präsentierte 2016 drei verschiedenen Sorten Fruchtgummi auf der ISM, ein Jahr später wurde das Startup als Food Invention von der Lebensmittelzeitung und der Stiftung Familie Trockels („Kuchenmeister“) ausgezeichnet.

Aber trotz einiger Verkaufserfolge ging es nicht richtig weiter. Unter der Überschrift „Bye bye“ schreibt das Gründerteam von Up to the Sky auf seiner Webseite: „Leider haben wir es trotz eures Supports und weit über 1.000.000 verkaufter Fruchtgummis nicht geschafft eine richtige Finanzierung für weiteres Wachstum zu bekommen. Deshalb haben wir up to the sky gelandet und gehen neue spannende Themen an.“

Schade, dann Idee und Umsetzung haben mir persönlich gut gefallen. Ich hoffe, dass die Gründer nicht auf einem Berg Schulden sitzen geblieben sind und das nächste Projekt erfolgreich angehen.

Kicherkerl Kichererbsen Feingebäck
Richtig lecker und gesünder als normales Gebäck sind die kleinen Küchlein aus zermalenen Kichererbsen. Kichererbsen sind Hülsenfrüchte und deshalb gut für die Verdauung.

Kicherkerl – Kichererbsen-Snacks

Auf der ISM 2018 bin ich den Kicherkerlen und der sympathischen Gründerin Friederike aus Bamberg das erste Mal begegnet. Die Idee hat mich gleich überzeugt: Küchlein und Snacks aus Kichererbsenmehl statt aus Weizenmehl herstellen, denn Kichererbsen sind Hülsenfrüchte und bestehen aus komplexen Kohlenhydraten mit niedrigem glykämischen Index und einer guten Verteilung von Makro- und Mikronährstoffen.

Die Kicherkerle wurden vpn einem fünfköpfigen Team in den sechs Sorten Schokolade, Spekulatius, Mohn-Vanille, Himbeere, MangoKokos und Ingwer hergestellt. Und trotzdem ist dem Startup irgendwann im Jahre 2019 die Luft ausgegangen. Bei Amazon gibt es sehr unterschiedliche Bewertungen: Die einen sind total begeistert, andere schreiben „ungenießbar“ und ein Kunde beschwert sich, dass die Kicherkerle bei Ankunft schon verschimmelt gewesen seien. Mir haben die Proben auf der ISM sehr gut geschmeckt, eben weil sie nicht so süß waren.

Auf Facebook schreibt die Gründerin im August 2018: „Aller Anfang ist schwer – ein Abschied noch viel mehr. Wie viele von euch bereits verfolgt haben, versuchen wir seit geraumer Zeit unser Produkt für den Markt zu optimieren.Unser Ziel ist und bleibt ein absolut cleanes, zuckerfreies Produkt herzustellen. Leider ist genau dieses Ziel aufgrund vieler Richtlinien und der beschränkten Haltbarkeit des Produkts nur sehr schwer umzusetzen und stellt uns vor sehr große Herausforderungen. Diese zu lösen bedürfte großen Zeit- und Geldeinsatz, beides können wir momentan nicht leisten. Daher haben wir uns dazu entschlossen, die KicherKerl-Produktion vorerst auf Eis zu legen.“

Die Kraft des Urstromtals: Hirsch Pistazie Cayenne
Die Kraft des Urstromtals war einmal: Diesen Riegel aus Hirschfleisch und Pistazien, gewürzt mit Cayennepfeffer, gibt es leider nicht mehr im Handel, denn das Berliner Unternehmen ist leider pleite.

Hirsch-Pistazien-Riegel von der Kraft des Urstromtals

Von 2014 bis 2017 existierte das Berliner Unternehmen „Die Kraft des Urstromtals“, das Beef Jerky-Riegel aus getrocknetem Hirschfleisch mit Pistazie und Cayenne-Pfeffer anbot. Irre tolle Idee, passend zum Höhepunkt der Paleo-Welle, aber zu früh für den Beef Jerky-Boom, den wir zurzeit erleben. Und wenn man sich das Abschiedsvideos der Gründer auf Facebook anschaut, gewinnt man auch den Eindruck, dass das ganze Projekt mit zu viel Enthusiasmus überfrachtet war.

Auch Sportler-Eiskrem Iwice musste aufgeben

Auch ein österrechisches Protein-Eis ist gescheitert – unter anderem, weil der erste Lohnproduzent überraschend abgesprungen ist und der kurzfristige Ersatzproduzent Hygieneprobleme hatte. Ausführlich berichtet das Fachmedium Gründerszene darüber.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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