Der Schoko-Bananen-Wahnsinn: Österreichisches Produkt kostet in Deutschland die Hälfte!


Florian mit Schokobanane
Florian mit Schokobanane: Bereits im zarten Alter von 16 Monaten startete Florians Schokobananenvorliebe, denn am Weg zur Tagesmutter lag der von ihm so genannte „Schokobananenmann“, bei dem er jeden Tag eine Mini-Schokobanane bekam, die es dort einzeln zu kaufen gab.

Schokobananen sind einer dieser „Hidden Champions“, dieser unbemerkten Riesen, eine Süßigkeit, die bei vielen Zeitgenossen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle rangiert, doch in Wahrheit von etlichen Verbrauchern mit steter Vorliebe eingekauft und vernascht wird. Die schokolierten Schaumzuckerbögen, der halbrunden Form der Banane nachempfunden, sind technologisch vergleichsweise anspruchsvoll herzustellen: eine weiche, Luftblasen einschließende Masse wird mit Schokolade überzogen und erhält durch deren Aushärtung die notwendige Stabilität. Angesichts der vielen Liebhaber ist es kein Wunder, dass jeder Discounter Schokobananen im Sortiment hat und Supermärkte häufig sogar zwei Versionen.

Neben diesen regelmäßigen, unauffälligen Käufern gibt es noch die Hardcore-Fans, die alle anderen Snacks für Schokobananen links liegen lassen und jeden Hersteller kennen. Mit einem solchen Fan habe ich das Glück verheiratet zu sein! Selbstverständlich kennt er alle Preise und die Unterschiede zwischen den verschiedenen Marken und weiß, dass das Ablaufdatum noch mindestens vier, besser sechs Monate entfernt sein muss, damit die Schokobananen noch knackfrisch sind – die Dinger reifen nämlich nach; fast wie echte Bananen; und werden bei längerer Lagerung fester. Aber eine Sache ärgert diesen Liebhaber kolossal: Die stark abweichenden Preise… „

„Das Tolle an den Schokobananen ist die Mischung aus Schokolade und Frucht mit dem natürlichen Bananengeschmack“, sagt Florian Druckenthaner, Deutschlands profiliertester Schokobananen-Experte, „nur Hersteller Casali beziehungsweise die Handelsmarken aus dem gleichen Haus kriegen das so gut hin, dass ich mit dem Naschen fast nicht mehr aufhören kann.“ Bei den meisten anderen Anbietern schmecke der Bananenschaum viel zu künstlich oder zu süß, so der Deutsch-Österreicher weiter, und auch die richtige Konsistenz sei extrem wichtig: „Es darf nicht zu weich und fluffig sein wie Luft, aber auch nicht zu fest und klebrig, dass es sich anfühlt, als kaue man Kleister.“ Die Schokoladenhülle wiederum muss knacken und darf nicht zäh ausfallen – gerade bei etwas zu lang gelagerten Schokobananen sei das nicht immer gegeben. Deshalb prüft Druckenthaner vor jedem Kauf der Haltbarkeitsdatum. Er hat ferner herausgefunden, dass die Schokobananen von „Mister Choc“ bei Lidl, als auch von „Napoli“ bei Netto bzw. Kaufland genauso gut schmecken wie jene von „Casali“, die es u.a. bei Edeka gibt. Offenbar werden alle vom österreichischen Süßwaren-Riesen Manner bzw. seinen Töchtern hergestellt.

Erstaunlich daran ist, dass bei Edeka die Original-Bananen in der 300 Gramm-Packung 1,69€ kosten ebenso wie bei Lidl die Bananen der Marke „Mister Choc“ – Originalmarke und Handelsmarke sind also gleich teuer. Möglicherweise, weil in Deutschland die Marke Manner/Casali nicht so bekannt ist. Aber richtig krass ist der Preisunterschied zwischen Deutschland und Österreich – dem Produktionsort aller Manner-Bananen und Derivate. So kostet die gleich große Packung bei der österreichischen Supermarktkette satte 2,99€! Fast doppelt so viel wie im Import-Land!

„Bei Billa gibt es auch preiswertere „Clever“-Schokobanen, ebenso andere Nachahmerprodukte bei Hofer und Spar, die nicht von Manner kommen. Aber die knacken nicht so gut beim Reinbeißen und das Bananenmousse ist unangenehm säuerlich“, sagt Druckenthaner, „Als Österreicher, der in Deutschland lebt, nehme ich bei Reisen in die Heimat immer einen Vorrat aus Deutschland mit, weil die dort eben das Doppelte kosten und ich nicht bereit bin, in Österreich fast 3,00€ zu bezahlen.“ Übrigens: Gar nichts hält der Experte von manchmal ebenfalls als Schokobananen bezeichneten Gelee-Bananen. Das sei definitiv eine rein deutsche Angelegenheit, für die sich Österreicher nicht erwärmen könnten.

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