Motive auf Süßwaren: Es gibt auch deutsche Lizenzfiguren

Bibi&Tina keksriegel mit bunten Schokolinsen
Bibi&Tina Keksriegel mit bunten Schokolinsen

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Die Sendung mit der Maus und ihr Freund, der blaue Elefant, Biene Maja und Willi, Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg, Wickie der Wikinger – es gibt durchaus ein paar deutsche Comichelden, die genügend Bekanntheit für eine Lizenzfigur haben. Die wenigen Süßwaren– und Snackprodukte, die sich bisher mit ihnen schmücken, habe ich nachfolgend aufgeführt. Hoffentlich werden es mit der Zeit mehr…!

Über das „Sandmännchen und seine Freunde“ sowie den „Kleinen Maulwurf“ habe ich separat geschrieben.

Lizenzfigur „Sendung mit der Maus“

Die Rechte an den Charakteren der Sendung mit der Maus (neben Maus und Elefant gibt es seit ein paar Jahren noch einen gelben Vogel) hält übrigens die WDR Mediagroup, sie ist also ein öffentlich-rechtliches Maskottchen, im Grunde genommen im Besitz des Volkes/Gebührenzahlers. Allerdings werden diese Lizenzen zunehmend restriktiv an Süßwaren-Hersteller vergeben. So wurde die Maus-Lizenz für die Frucht-Kaubonbons des Kölner Traditionsunternehmens Hitschler leider nicht verlängert. Hintergrund sind bestimmte Ernährungsvorstellungen bei der WDR Mediagroup, wozu ich auf dessen Webseite allerdings keinen Hinweis gefunden habe. Ebenfalls wird (bisher) keine Liste der aktuellen Lizenzvergaben auf der Webseite publik gemacht.

Kiddinx und Studio 100: Benjamin, Bibi und Co

Benjamin Blümnchen und Bibi Blocksberg gehen beide auf Hörspielserien von Elfie Donelly zurück, die Rechte für diese und für weitere Marken wie Bibi & Tina und Wendy liegen bei KIDDINX Studios. Das Berliner Unternehmen gehört zur Good Time Holding GmbH und ist Lizenznehmer der The Walt Disney Company. Neben Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen halten sie auch die Reche an Wendy und „Der kleine Eisbär“.

Wickie und die starken Männer war ursprünglich ein Kinderbuch des Schweden Runer Jonsson; seine Popularität verdankt der kleine Wikinger aber der deutsch-österreichisch-japanischen Zeichentrickserie aus den 1970er Jahren. Wickie steht übrigens für… ich zitiere aus dem Lizenzkatalog: „Clevere Lösung • Teamarbeit • Familiensinn • Abenteuer & Entdecken • Fun, Slapstick & Comedy“. Die Rechte liegen bei der deutschen Agentur Studio 100 Media in München, die auch Biene Maja, Nils Holgersson, Pippi Langstrumpf und – Überraschung – die DFL Bundesliga vermarkten.

Biene Maja geht übrigens auf zwei Bücher des damals sehr populären deutschen Schriftstellers Waldemar Bonsels aus den Jahren 1912 und 1915 zurück. Richtig bekannt wurde die Biene durch die deutsch-japanischen Zeichentrickserien von 1975 und 1980. Eine andere populäre Zeichentrickserie aus dieser Zeit ist „Heidi„, allerdings wurde das zugrunde liegende Buch von einer Schweizerin, Johanna Spyri, geschrieben und die Serie wurde 1974 in der Machart einer Anime-Serie in Japan erstellt – das deutsche Fernsehen hat nicht mitproduziert, die Serie nur eingekauft und synchronisiert. Die Rechte für die D-A-CH-Region liegen ebenfalls bei Studio 100. Abgesehen davon sind mir zurzeit keine Süßwarenprodukte mit Heide-Motiv bekannt.

Übersicht süßer Biene Maja-Produkte

Janosch und Tabaluga kämpfen um gleiche Zielgruppe

Inzwischen nicht mehr so bekannt sind Fix und Foxi des „deutschen Walt Disney“ Rolf Kauka, mancher sagt zu recht, denn im Grunde waren die Figuren verwässerte Imitate von Mickey Maus und Co. Auch ästhetisch haben sie mich eigentlich nie angesprochen. Immerhin drei verschiedene Schokoladentafeln von Zotter mit Fix und Foxi-Motiven habe ich letztes Jahr in einem österreichischen Spezialitätengeschäft entdeckt.

Eine (ost-)deutsche Comicheldenfamilie habe ich übrigens vergeblich auf Verpackungen gesucht: Die Abrafaxe. Die Charaktere werden seit 1955 in den Mosik-Heften abgedruckt und wirken ganz sympathisch. Ich habe nicht mal einen ostdeutschen Süßwarenhersteller wie Zetti, Argenta oder Rotstern gefunden, der mit ihnen wirbt. Und auch im Lizenzfiguren-Verzeichnis werden sie nicht geführt. Vielleicht will man bei Mosaik auch keine Lizenzen vergeben…

Janosch ist der Künstlername des Kinderbuchautoren und Illustratoren Horst Eckert (geboren 1931 in Schlesien), der vor allem durch das Buch „Oh, wie schön ist Panama“ mit dem kleiner Tiger und dem kleinen Bär große Bekanntheit erlangt hat. Zu ihnen gesellen sich die gestreifte Tigerente und Günter Kastenfrosch. Die niedlichen Figuren finden sich inzwischen auf einigen Süßwarenverpackungen wie Schokoladen, Gummibärchen und einer Trinkschokolade – angeblich wird für jedes Lizenzprodukt eine neue Zeichnung von Janosch angefertigt.

In diesem Segment ist auch ein kleiner Drache unterwegs: Tabaluga, die Märchenfigur wurde 1983 von Peter Maffey und Rolf Zukowski erfunden. Immer mehr Produkte im Kleinkinderbereich werden mit Tabaluga-Motiv angeboten, zum Beispiel Kekse, Fruchtgummi und Müsli.

Ach ja: Internationale Lizenzfiguren wie Spongebob, die Schlümpfe, die Peanuts, Hello Kitty, MinionsStar Wars haben eigene Beiträge, ebenso das ehemals ostdeutsche Sandmännchen und seine Freunde.

Wer mehr über die Lizenzfiguren, die Rechtevermarkter und die Verwender erfahren möchte, dem sei diese Seite empfohlen.

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1 Kommentar

  1. Hallo. Zu den abrafaxen muss ich sagen, die waren vor ein paar jahren (von 2006 bis ca… 2012? (Bin mir über die dauer nicht ganz sicher)) auf dem dresdner russisch brot von dr quendt.

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